Ausstellungstipp: Martin Parr: WE LOVE BRITAIN!

Martin Parr Ballsaal im Roundhouse, Bergen-Hohne Camp, 2013 Aus/From: WE LOVE BRITAIN!, 2013/14 Pigment Ink Print, 101,6 x 152,4 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos

Martin Parr: Ballsaal im Roundhouse, Bergen-Hohne Camp, 2013. Aus/From: WE LOVE BRITAIN!, 2013/14 Pigment Ink Print, 101,6 x 152,4 cm, Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos. Mit freundlicher Genehmigung des Sprengel-Museums Hannover

Martin Parr: WE LOVE BRITAIN!
18. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015

Der Brite Martin Parr (*1952) ist – dank seines rastlos produktiven Interesses an der Spezies Mensch und seinem direkten, von trockenem Humor getragenen Blick – einer der einfluss- reichsten dokumentarisch arbeitenden Fotografen der Gegenwart.

Die Ausstellung im Sprengel Museum Hannover ist das Ergebnis einer Einladung: Über 16 Monate war Parr in Niedersachsen auf der Suche nach Spuren einer möglichen ‚Britishness‘: Immerhin hatte vor 300 Jahren ein hannoverscher Kurfürst den englischen Thron bestiegen, hatte vor 68 Jahren eine britische Militärregierung das heutige Bundesland Niedersachsen gegründet und beendet der Abzug der britischen Truppen gerade eben ein Kapitel deutsch- britischer Geschichte.

Parr fotografierte während der Eröffnung des Schlosses Herrenhausen, auf der Geburtstags- feier der Queen und auf dem ‚größten Schützenfest der Welt‘ in Hannover. Er besuchte einen Lady Di Club, privat geführte Militärmuseen, einen Sammler von James Bond-Devotionalien, die britischen Garnisonen in Bergen-Hohne, Fallingbostel und Hameln und einiges mehr. Ca. 70 in diesen Zusammenhängen entstandene Fotografien werden, begleitet von einer Publikati- on, im Rahmen der umfangreichen Ausstellung MARTIN PARR. WE LOVE BRITAIN! vor- gestellt. Der Sparkassen-Kulturfonds, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Sparkasse Hannover und die NORD/LB stehen dem Sprengel Museum Hannover in diesem Projekt als hilfreiche Partner zur Seite.

Mit ca. 380 Arbeiten aus acht Serien gibt die Ausstellung MARTIN PARR. WE LOVE BRI- TAIN! auf mehr als 700 qm einen Einblick in verschiedene Schaffensphasen des Fotografen. Parrs Untersuchungen zur Gegenwart nahmen in den 1970er-Jahren ihren Ausgang in privaten Wohnzimmern und führten über Befragungen der sinnstiftenden Kraft des Glaubens, über schottische Schlechtwetterzonen und Freizeitressorts der sogenannten kleinen Leute an den Küsten der Insel, in die Tiefen des britischen Gemeinwesens. Von dort aus folgten sie ihren Protagonisten auf den Spuren des internationalen Tourismus, um letztendlich dort auch den internationalen, neureichen und luxusaffinen Jetset aufzustöbern. Während LUXURY bereits 2011 in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! in Hannover zu sehen war, präsentiert WE LOVE BRITAIN! neben der in Niedersachsen entstandenen Arbeit die Serien BAD WEATHER (1982, aus der Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, Hannover), THE LAST RESORT (1983-1986), THE COST OF LIVING (1989), COMMON SENSE (1995-1999), AUTOPORTRAITS (seit 1991), SCOTTISH LAND-SCAPES (1995-2010) und LIBERATION (2012-13). Dabei nimmt LIBERATION eine Sonderstellung ein. Die Serie ergänzt die in Deutschland entstandene Arbeit um einen weiteren Aspekt britisch-deutscher Geschichte: Jährlich am 9. Mai wird auf den Kanalinseln Jersey und Guernsey der Liberation
Day, der Tag der Befreiung von den Deutschen im Mai 1945 und damit das Ende des Zweiten Weltkrieges begangen.

Martin Parr lebt in Bristol und ist seit 1994 Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum. Neben der eigenen Fotografie widmet Parr sich dem Sammeln von Fotobüchern und Editieren von Publikationen zu Fotobüchern, dem Kuratieren von Fotofestivals und -ausstellungen und vielem mehr.

Die Ausstellung wird am 17. Oktober 2014, um 19.00 Uhr festlich eröffnet und begleitet von zahlreichen Veranstaltungen und Führungen.
Es begrüßen Dr. Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover, und
Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes,

Zur Ausstellung spricht Inka Schube, Kuratorin Sprengel Museum Hannover.

Im Verlag Schirmer/Mosel erscheint die Publikation MARTIN PARR. WE LOVE BRITAIN! Format 27 x 21 cm, 138 Seiten, ca. 70 Abbildungen, Text Inka Schube, € 19,95.

Joblog: Wegen des großen Erfolges

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Beim Zirkus auf der Dorfwiese ist es ja so eine Sache – da wird gerne wegen des angeblich großen Erfolges verlängert. Bei meinem Auftrag für die Spedition Hövelmann in Rees lagen die Dinge anders. Zum einen war der Geschäftsführer verhindert, zum anderen gefielen dem Unternehmen meine Fotos so gut, dass Sie beim Magazin „Niederrhein Manager“, meinem Auftraggeber, insistierten, mich für einen weiteren Termin zu buchen. Und so ging das Shooting in der neu errichteten Gefahrgut-Lagerhalle (die innerhalb von 3 Minuten randvoll mit Löschschaum gepumpt werden kann, falls mal was schief gehen sollte) heute in die Verlängerung …

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Unternehmensfotos für Spedition Hövelmann © Till Erdmenger – Businessfotos

Günther, der Weltenbummler

Auch ich reise gern. Dieses Bild stammt von den Philippinen © Till Erdmenger – Businessfotos

Auch ich reise gern. Dieses Bild stammt von den Philippinen © Till Erdmenger – Businessfotos

Was dieser Mann erlebt haben muss, dürfte für einige Bücher reichen: Günther Holtorf reiste die vergangenen 26 Jahre lang um die Welt. Auf über 880.000km begleiteten ihn dabei seine Mercedes G-Klasse und zwei Leica-Kameras. Nun ist der 76-jährige zurück in Berlin. Die wenigen Fotos, die man bereits sehen kann, zeigen beeindruckende Szenen des Alltags in aller Welt, die weit authentischer wirken, als die meisten Hochglanz-Reisereportagen es vermögen. Jeder, der gerne reist und die Welt mit offenen Augen betrachtet, dürfte neidisch werden – vielleicht lässt uns Günther noch umfänglicher an seinen Abenteuern teilhaben. Ein hochwertig gedrucktes Buch wäre nicht nur ein krönender Abschluss dieser Reise, es ist in jedem Fall auch ein Statement in unseren schnelllebigen Zeiten voll Facebook und Twitter. Einige Impressionen finden Sie bei der Deutschen Welle und bei PetaPixel.

Original vs. Ideal: Die unbewusste Diskrepanz

IMG_4438Ein Projekt des Fotografen und studierten Psychologen Scott Chasserot sorgt derzeit für Aufmerksamkeit – „Original Ideal“. Dahinter steckt der Gedanke, die unbewusste Selbstwahrnehmung des Menschen sichtbar zu machen. Seine Alltags-Models wurden zunächst portraitiert, anschließend dutzendfach am Computer manipuliert. Schließlich sahen die Probanden ihre Diashow, während sie an einen Hirnscanner angeschlossen waren. Dieser sollte die Reaktion auf die „verschönerten“ Versionen messen und so aufzeigen, welche Idealvorstellung die Teilnehmer von sich selbst haben. Die im übrigen sehr schön gemachte Website zu diesem Projekt zeigt etliche Originalfotos in der Gegenüberstellung mit dem vermeintlichen Ideal.

Leider konnte ich keine Anhaltspunkte finden, nach welchen (genormten?) Kriterien die Portraits manipuliert wurden. Im Ergebnis fällt auf, dass vielfach eine deutlich symmetrische Variante bevorzugt wurde, bei einigen Personen sind auffällige Veränderungen der Augenfarbe zu beobachten, bei anderen wurden die Gesichtsproportionen stark verändert. Dass die Ergebnisse individuell – ja sogar unterbewusst – gewählt wurden besagt noch nichts über die zur Auswahl gestellten Versionen. Hier wäre weitere Information wünschenswert, die der Fotograf auch im Interview nicht preisgibt.

Dennoch unterstützt dieses Projekt die Erkenntnis jeden Profifotografen, dass Portraitierte nicht selten Kritik an den Ergebnissen äußern, weil sie sich „schlecht getroffen“ fühlen. Kein Wunder, wenn die Selbstwahrnehmung teils so frappant von der Realität abweicht!

Erstklassige Glückwünsche! Hilla Becher wird 80

Aus der Serie „Hinterhöfe“, Düsseldorf, 2000/2001 © Till Erdmenger – Businessfotos

Aus der Serie „Hinterhöfe“, Düsseldorf, 2000/2001 © Till Erdmenger – Businessfotos

Eine Ikone der deutschen künstlerischen Fotografie wird 80. Oder eine halbe Ikone, denn Weltruhm für das besonders künstlerische Ablichten oller Backsteintürme erlangte Hilla gemeinsam mit ihrem Mann Bernd Becher. Diese andere Halbikone wurde in den 70ern Foto-Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und lehrte die heute so angesagten Kunstfotografen wie Gursky oder Höfer. Dabei begann alles mit der bescheidenen Absicht, die sterbenden Industrielandschaften festzuhalten, zu dokumentieren. Das Fotografenduo ging dabei klinisch-analytisch vor, wählte immer wieder gleichartige, anonyme Motive vor dem immer gleichen, grauen Himmel. Handwerklich präzise belichteten sie perfekte Schwarzweiss-Filme ohne stürzende Linien. Maschinell, leblos. Aber doch nicht geistlos – und damit wurde aus diesen nüchternen Abbildern Kunst. Faszinierend und vielfach kopiert. Dennoch unerreicht. Herzlichen Glückwunsch dazu, Frau Becher!

Tipp: Kostenloses Online-Backup

Abtauchen ist auch keine Lösung, wenn die Daten einmal futsch sind … © Till Erdmenger – Businessfotos

Abtauchen ist auch keine Lösung, wenn die Daten einmal futsch sind … © Till Erdmenger – Businessfotos

Wie Sie Ihre gesamte Foto-Sammlung kostenlos in die Cloud speichern können (mittels Flickr), hatte ich kürzlich auf meiner Facebook-Seite beschrieben. Das klappt allerdings nur, wenn Sie Fotos als JPEG speichern – als Profi bleibe ich außen vor, da Flickr keine RAW-Daten akzeptiert. Über verschiedene Möglichkeiten, Online-Speicher sinnvoll für Fotos zu nutzen, habe ich auf meinem Blog ebenfalls bereits mehrere Beiträge veröffentlicht (hier oder hier).

Nun habe ich im Laufe der Zeit hier und da kostenlosen Speicherplatz eingesammelt und darf z.B. bei Box.net 50GB oder beim Mediencenter der Telekom 25GB Daten speichern. Da das Mediencenter gar keine Mac-Software mitliefert und die Box-App nur einen speziellen Ordner synchronisiert, habe ich mich nach alternativen Wegen umgesehen, Daten dort zu sichern. Beide genannten Anbieter lassen den Zugriff über WebDAV zu – und so können die Online-Speicher wie eine Festplatte ins OS X eingebunden werden. Damit stehen eine Vielzahl von Backup-Apps zur Verfügung, auch kostenlose, die die lokalen Daten auf die entfernte „Festplatte“ spiegeln. Wer ganz sicher gehen will, dass der WebDAV-Zugriff schon beim Rechnerstart etabliert wird, kann einen kleinen Trick anwenden. Soweit ich bisher feststellen konnte, ist das aber nicht einmal notwendig, wenn man nach dieser Anleitung vorgeht, weil GoodSync selbst die Zugriffsdaten zum Mediencenter speichert und die Verbindung daher selbsttätig herstellen kann. Wer – wie ich in diesem Fall – eine komplett kostenlose Variante sucht, kann als Software auch Duplicati verwenden. Die App ist kostenlos und verbindet sich alternativ nicht nur per WebDAV, sondern auch z.B. direkt mit Box.net, GoogleDrive, OneDrive und ähnlichen Services. Zudem kann das Backup verschlüsselt gespeichert werden – was ja auch keine schlechte Idee ist. Und Backups können automatisch getimt ablaufen. In dieser Konstellation erhalten Sie also mindestens 25GB, mit etwas Glück und einem Box-Promo-Code sogar 50GB völlig kostenlosen Online-Speicher, den Sie für Ihr Cloud-Backup nutzen können!

Ich will aber nicht verschweigen, dass mir persönlich auch diese Lösung noch nicht 100%ig zusagt, da ich für meine Foto-Datenbank noch deutlich mehr Speicherplatz benötige. Ich werde wohl in diesen aktuellen Speicher-Anbieter-Übersichten (hier und hier) nach einer für mich passenden Lösung suchen. Die kosten dann zwar etwas Geld, bieten zum großen Teil aber mit unbegrenztem Speicherplatz und iOS-Apps, die die verschlüsselten Daten aus dem Onlinespeicher anzeigen können, noch etwas mehr Komfort als meine oben beschriebene Budget-Lösung …