Dass mein alter Arbeitgeber in der Schweiz, die medizinische Forschungsgesellschaft AO Foundation in Davos, gerne Aufträge in letzter Minute vergibt, kenne ich inzwischen. Diesmal hatte ich 2 Tage Vorlauf, um dann die zweiwöchigen AO Davos Courses zu dokumentieren. Während der Kurswochen kamen rund 1.500 Ärzte aus aller Welt in den Graubündner Kurort, um sich in ihrem Spezialgebiet weiterzubilden. Dabei fielen die unterschiedlichsten Motive an: Sitzungen, Vorlesungen, Gruppenfotos, praktische Übungen an Plastikknochen wie auch an „anatomical specimen“, Features und natürlich die „social events“ wie das klassische Käsefondue-Essen. Die Dokumentation von Firmenveranstaltungen ist übrigens Bestandteil der Businessfotografie, die ich Unternehmen anbiete. Hier ein kleiner Überblick …
Ärzte im Web 2.0
Welchen Einfluss digitale Medien auf Entscheidungen haben und wie soziale Netzwerke relevante Personen im Bereich B2B zusammenbringen, das umschreibt recht ausführlich und umständlich eine Präsentation von Björn Christian Haße mit dem Titel „B2B für Ärzte“. Während der Autor zunächst die Ziele des Social-Media-Marketings ausführt (Eigendarstellung, Brand Building), die geeignetsten und frequentiertesten Plattformen dafür nennt (Linked-In, Blogs) sowie spezielle Medizinerforen erwähnt (Seite 22 der Präsentation) mündet die Präsentation in der Behauptung, 8 von 10 medizinischen Fragen könnten durch Google beantwortet werden. An dieser Stelle dürften sich Ärzte allerspätestens verabschieden, wenn sie denn so lange ausgehalten haben.
Warum erwähne ich dann diese Präsentation? Weil sie einerseits jedem, der mit Marketing zu tun hat, einmal mehr vor Augen führt, dass (virtuelle) Präsenz entscheidend sein kann und welche Mittel den richtigen Mix machen (Website, Netzwerke, Anzeigen und Empfehlungen). Und weil sie andererseits klarmacht, dass auch Mediziner, vielmehr noch Kliniken, sich heutzutage selbstverständlich mittels Facebook, Xing u.a. mit ihresgleichen und mit ihren Patienten vernetzen müssen. Beim visuellen Teil dieser Kommunikation bin ich dann der richtige Ansprechpartner.
Medizin-Werbung: Besser als die Zahnarzt-Frau

Medizinische Berufe unterliegen strengen Regeln, was die Eigenwerbung angeht. Dass dennoch genug Freiraum für Kreativität besteht, beweist nun die Agentur Scholz & Friends mit der Kampagne „Medizin mit Durchblick“. Man braucht schon einen geübten Röntgenblick, um die feinen Unterschiede zu erkennen. Erinnert ein wenig an den ebenfalls im medizinischen Umfeld genutzten Rorschachtest … Bleibt anzumerken, dass ich bei meiner Arbeit für Unternehmen aus Medizin & Forschung bisher noch keine farbigen Röntgenfotos gesehen habe.
Jubiläum: 5 Jahre blog.erdmenger.de
Vor 5 Jahren, im November 2006, waren wir noch weit entfernt von Twitter, Facebook & iPhone. Damals hiess der ultimative Trend: Betreibe Deinen eigenen Blog. Was ich zunächst belächelt hatte, fand ich später unterhaltsam – inzwischen ist mein Blog ein probates Mittel der Selbstdarstellung und Kommunikation mit Kunden und solchen, die es werden. Ich freue mich und bin ein wenig stolz, nun schon so lange mal regelmässiger, mal seltener manches Interessante (und auch manches Langweilige) zusammengetragen zu haben: Über 600 Beiträge sind seither hier erschienen. Gelegentlich schaue ich selbst nach, was ich einst über irgendein Thema geschrieben oder welche Links ich gefunden habe. Nach 5 Jahren habe ich nun in den ersten Posts geblättert und stelle fest, dass sich seitdem einiges verändert hat. Meine wunderschöne Canon F1-Ausrüstung nehme ich nur noch selten zur Hand, die „I´m a Mac – and I´m a PC“-Kampagne hat ausgedient und was damals als sensationell erschien – Youtube-Videos auf dem Handy für 15,- $ im Monat – klingt heute fast lächerlich. Schauen Sie doch auch einmal ins Archiv, zu finden ganz unten auf dieser Seite und ordentlich nach Monaten sortiert.
Schön anzusehen: „Vanity“ – Ausstellung über Modefotografie in Wien
© F. C. Gundlach
Manchmal steht Mode nicht als Ausdruck für die geschäftstüchtige Haltung des Trägers, sondern für das Unternehmen, dass sie entworfen und hergestellt hat. Das nennt man dann Modefotografie. Und die hat stets visuelle Trends geschaffen und „das Sehen“ geprägt. Dazu kommt erfreulicherweise noch, dass sich der Auftraggeber die Trägerin der Mode, also das Model, aussuchen kann – ein grundlegender Unterschied zur Businessfotografie, bei der es auf die authentische Darstellung der relevanten Personen ankommt. In der Wiener Kunsthalle ist nun die Ausstellung „Vanity“ mit Werken aus der Gundlach-Sammlung zu sehen:
Modefotografie transportiert Images und Trends. Modefotografie entwirft imaginäre Idealbilder von Femininität, Eleganz und Glamour und löst diese wieder auf. Modefotografie beschreibt kollektive Vorstellungen von Schönheit und dokumentiert den Wandel kultureller Interessen. Von der frühen Studiofotografie bis zum dynamischen Setting im urbanen Raum, von surrealen Bildkonzepten zur Ironisierung der Fashionindustrie, von der Inszenierung des Kleides zum Supermodel: Mit ca. 200 ausgewählten Werken aus der Sammlung F.C. Gundlach widmet sich die Ausstellung Vanity dem Thema Fotografie und Mode. Wegweisende und unbekannte Aufnahmen seit den späten 1920er Jahren bis heute bezeugen die Suggestivkraft der Modefotografie zwischen Innovation und Tradition, zwischen Konsum und Kunst. F.C. Gundlach, selbst Modefotograf, hat eine der größten privaten Fotografiesammlungen im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Er begriff Modefotografie nie nur als schönen Schein sondern als zivilisatorische Ausdrucksform, die Zeitgeist und Menschenbild in ihrer äußeren Erscheinung spiegelt.
Vanity – Mode / Fotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach
KUNSTHALLE wien, halle 1
21. Oktober 2011 – 12. Februar 2012
Mode-Etikette für Businessfotos
Den hier verlinkten Artikel über die Mode-Etikette habe ich gestern Abend mit großer Aufmerksamkeit gelesen – obwohl er inhaltlich nicht grade weltbewegend Neues bietet. Er erinnerte mich allerdings daran, wieviel die gepflegte Kleidung und das gesamte Erscheinungsbild nicht nur bei der Karriere und im Geschäftsleben zählt, sondern um wieviel mehr noch bei wirklich materiell bleibenden Eindrücken: Fotos. Wir wissen, dass der erste Eindruck eines Mitmenschen innerhalb der ersten Sekunden entsteht – und später nur ganz schwer zu revidieren ist. In dieser kurzen Zeitspanne hat unser Gegenüber jedoch kaum Gelegenheit, viel über sich und seinen Charakter zu erzählen. Jedenfalls nicht in Form gesprochener Kommunikation. Genauso funktioniert es bei Fotos: Auch die können erzählen, aber nicht sprechen. Sie kommunizieren durch Körpersprache, Gestaltung und nicht zuletzt durch die Kleidung, die der Portraitierte trägt. Schauen Sie also ruhig mal in den Spiegel-Artikel, bevor Sie mich für Ihre neuen Businessporträts beauftragen!



















