Tipp: Konferenz „Digital Imaging in Unternehmen“

Marketing, Fotografen und Grafiker müssen gut vernetzt sein, damit Der Bilder-Workflow in einem Unternehmen funktioniert. (Foto für ISS © Till Erdmenger – Businessfotos)

Marketing, Fotografen und Grafiker müssen gut vernetzt sein, damit der Bilder-Workflow in einem Unternehmen funktioniert. (Foto für ISS © Till Erdmenger – Businessfotos)

Das Magazin c´t Digitale Fotografie veranstaltet im Herbst eine Konferenz-Reihe zum Thema „Digital Imaging in Unternehmen“. Dabei werden Schwerpunkte wie Farbmanagement, Bilddatenbanken, Keywording und Bildbearbeitung, aber auch rechtliche Fragen zur Bildnutzung angerissen. Nach meiner Erfahrung ein sehr wichtiger Themenkomplex für Unternehmen, die mit Bildmaterial umgehen wollen oder müssen. Vielfach sind dabei verschiedenste Personen involviert – Mitarbeiter wie auch externe Dienstleister – von denen nicht alle über technisches Fachwissen verfügen. Damit die berüchtigte Aussendung von Pressebildern im Word-Format zukünftig von professionelleren Lösungen ersetzt wird, Bilder firmenintern schnell und leicht wiedergefunden werden können und stets die nötigen Nutzungsrechte vorliegen, sollten Unternehmen sich mit oben genannten Bereichen beschäftigen. Die nun angekündigte Vortragsserie kann dazu beitragen. Im kleineren Massstab kann auch ich Sie gerne beraten – sprechen Sie mich einfach an.

Termine:
14.10. München
4.12. Köln
11.12. Hamburg

Fussball: Wie das Urheberrecht für absurde Gewinne missbraucht wird

Künftig vorgeschriebener Sicherheitsabstand „Fotograf—Stadion“ zum Schutz milliardenschwerer Übertragungsrechte? Veltins-Arena auf Schalke aus der Luft © Till Erdmenger – Businessfotos

Künftig vorgeschriebener Sicherheitsabstand „Fotograf—Stadion“ zum Schutz milliardenschwerer Übertragungsrechte? Veltins-Arena auf Schalke aus der Luft © Till Erdmenger – Businessfotos

Ich gebe es vorweg zu: Ich bin kein Fussball-Fan. Ich kann damit nichts anfangen. Es gibt mir auch nichts, dass „wir“ Weltmeister geworden sind – wo doch mehr als 99,9% der deutschen Bevölkerung rein gar nichts dazu beigetragen hat. Das aber nur am Rande. Mich erinnert der Fussball-Zirkus an Rom (Brot und Spiele für das Volk) und seine Sklaven (Spieler werden „verkauft“). Unglaublich, was da für Gewinne realisiert werden – das wissen Sie ja selbst. Was ich gestern gelesen habe, setzt dieser zügellosen Profitgier allerdings noch die Krone auf: Nun wird es britischen Fans verboten, während Fußballspielen zu fotografieren oder zu filmen. Denn die Bilder von den Toren sollen nicht sekundenschnell über Twitter & Co., sondern über die zahlenden Medien verbreitet werden. Die Übertragungsrechte wurden grade für 3 Milliarden britische Pfund verkauft! Soweit kann ich der Logik noch folgen – die Sender wollen für ihr Geld eine Gegenleistung, und Stadienbesitzer dürften womöglich „Hausrecht“ geltend machen. Absolut unfassbar ist allerdings, dass Dan Johnson, Sprecher der Premier League, dazu verlauten lässt: „Wir müssen unser geistiges Eigentum schützen“. Das ist absurd! Wie kann – bitteschön – ein Torschuss geistiges Eigentum raffgieriger Interessengemeinschaften sein? Denkt sich Herr Johnson solche Tore etwa aus? Passieren sie etwa gar nicht real? Dass das Urheberrecht auf solch abwegige Art missbraucht wird, um Einnahmen zu maximieren, kann nicht umkommentiert bleiben. Darum: Lassen Sie Ihrer Meinung freien Lauf und kommentieren Sie den Fall gleich hier unterhalb dieses Beitrags! Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Zum Glück erkennt das Gericht, wie wenig ein Urhebernachweis im Bild zu suchen hat …

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Im Rückgriff auf meinen Beitrag Gericht klärt: Sichtbarer Urheberhinweis ist nötig sei an dieser Stelle die aktuelle Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Köln ergänzt: Die Möglichkeit, ein Bild losgelöst von der Website über seine ureigene URL anzuzeigen, ist eine technische Begleiterscheinung der Bild-Nutzung im Internet, keine abgabenpflichtige Zweitverwertung. Das ist nicht nur korrekt, es ist auch beruhigend, die manchmal abstrusen Auswüchse der Rechtsprechung zurecht zu stutzen.

Wahnsinn: 3D-Operationen im Cyberspace

Während einer Hüft-Operation © Till Erdmenger – Businessfotos

Während einer Hüft-Operation © Till Erdmenger – Businessfotos

Faszinierende 3D-Filme hat fast jeder schon gesehen – jetzt gibt es diese auch live aus dem Operationssaal. Nicht unbedingt kinotauglich, aber für die Ausbildung von Medizinern ein erstklassiges Konzept, dass die bisher üblichen Wege der Foto- und Video-Dokumentation von Operationstechniken verlässt. Zwei Actionkameras filmen aus der Perspektive des Chirurgen und liefern die Bilder an Datenbrillen. Die Infos dazu gibts bei Golem.

Das ewige Streben nach Selbstorganisation 2: Kalender

IMG_4224 Vor kurzem habe ich über ein nützliches Programm zur Verwaltung von Aufgaben geschrieben – heute möchte ich das mit dem Thema Kalender fortsetzen. Ich kenne einige Leute, die Termine und Aufgaben inhaltlich nicht gut auseinanderhalten können und kann beispielsweise verstehen, dass man sich sinnvollerweise keine Aufgaben auf einen Tag legen sollte, an dem man auswärts Termine wahrnimmt. Kurz: Beides ist natürlich miteinander verzahnt und daher kann nicht nur mein Aufgabenprogramm Kalenderereignisse anzeigen, sondern andersherum mein Kalender auch Aufgaben. Vor einigen Jahren war das auch auf dem Mac selbstverständlich, da nutzte man die Palm-PIMs oder iCal und hatte alles im Überblick. Seitdem hat sich einiges geändert, und die Trennung von Tasks und Terminen auf dem iPhone halte ich inzwischen für sinnvoll. Sie erhöht einfach die Übersichtlichkeit. Auf dem Mac habe ich lange mit dieser Separation gekämpft, mich inzwischen aber daran gewöhnt. Ich arbeite auf dem iMac nach wie vor mit dem hauseigenen Kalender-Programm. Die einzige Alternative, die mir sinnvoll erscheint, ist BusyCal, das die gleichzeitige Darstellung der Aufgaben beherrscht, dafür aber unübersichtlicher mit sich überlappenden Terminen umgeht.

Auf dem iPhone habe ich längere Zeit WeekCal genutzt, das inzwischen vor lauter Funktionen völlig überladen ist. Jetzt nutze ich Fantastical, eine zu Recht viel gelobte Software, die alle Termine als Liste darstellt. Mir gefällt diese Art der Darstellung auf dem kleinen Bildschirm am besten – man kann sie am einfachsten lesen. Auf meinen Wunsch hin wurde sogar ein helles Design integriert, dass viel besser zu meinem weißen iPhone passt ;-) Die Eingabe von Terminen  in „natürlicher Sprache“ (allerdings geschrieben, nicht gesprochen) hilft meistens, Daten einfach einzugeben, hat aber auch seine Tücken: Schreibt man „Montag 11:00 zu Besuch bei Jim“, dann wird der Name Jim in den Orts-Tag verschoben und der Titel des Termins heisst nur noch „zu Besuch“. Die Synchronisation bei den genannten Apps erfolgt über iCloud und ist problemlos.

Fazit: Zur Selbstorganisation braucht man zweifellos einen Kalender und eine Aufgabenliste. Mindestens. Überlegen Sie sich eine passable Struktur mit verschiedenen Listen/Kalendern für private und geschäftliche Daten. Und superpraktisch: Andere Leute zu Terminen einladen funktioniert ganz einfach.

Wieviel Wahrheit muss ein Foto zeigen?

Straßenszene in Bangalore © Till Erdmenger – Businessfotos

Straßenszene in Bangalore © Till Erdmenger – Businessfotos

Ein Foto zeigt immer jene Wahrheit, die dem Fotografen, dem Auftraggeber und dem Verwendungszweck gerecht wird. Fotos stellen immer eine subjektive Wahrheit dar. Wenn also behauptet wird, dass Bilder lügen, dann liegt dem die falsche Annahme zugrunde, dass Fotografie ein objektives, unbestechliches Medium sei. Nein, ist es nicht – es liegt jedem Foto eine Intention zugrunde, die zu einer Diskrepanz zwischen Realität und abgebildeter „Wahrheit“ führen kann.

Wenn jetzt behauptet wird, die Fotografie erlebe eine Vertrauenskrise, weil Fotos aus dem Zusammenhang gerissen werden, dann muss man gleichzeitig erwähnen, dass solche Fotos deshalb nicht gefälscht sein müssen. Sie stammen nur möglicherweise aus anderen oder zurückliegenden Konflikten. Die vom Spiegel postulierte Bilderkrise wird allerdings lediglich mit Beispielen aus dem Kurznachrichtendienst Twitter belegt – überwiegend von Privatpersonen in Umlauf gebrachte Fotos. Nun kann und darf man wohl kaum erwarten, dass solche Personen die Authentizität von Fotos in jedem Fall überprüfen (können), bevor sie verbreitet werden. Man sollte auch nicht vermuten, dass diese Menschen keine Intention hätten, wenn sie ihre Meinung kundtun. Es sollte daraus aber auch keine Vertrauenskrise in Bezug auf Fotografie abgeleitet werden. Vielmehr wäre es hilfreich darauf hinzuweisen, dass man heutzutage bei der Aneignung von Meinungen und Weiterverbreitung von „News“ einen gewissen gesunden Menschenverstand anwenden sollte, ein gewisses Mass an Skepsis zeigen und mal kurz denken sollte, bevor man klickt.