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Google zertifiziert Masse statt Klasse

Frisch zurück aus dem Urlaub (siehe oben), durchforstete ich die liegengebliebenen E-Mails. Darunter eine Nachricht von Google in Bezug auf die „google-zertifizierten Business-Fotografen“, die offiziell gelistet werden und Innenraum-Panoramen für Unternehmen anbieten. Als Experte für Unternehmensfotos hatte ich bereits vor Jahren Google kontaktiert, als ich erstmals über das Programm der „trusted photographers“ hörte. Damals gab es das in Deutschland allerdings noch nicht. Mittlerweile verbreiten sich die im Streetview-Style produzierten Panoramen auf den Google Maps-Einträgen von Unternehmen. Ich kontaktierte daher erneut das Suchmaschinen-Unternehmen und erhielt zu meiner Überraschung folgende Antwort:

Vielen Dank für Ihr Interesse am Street View trusted Programm und für Ihre Geduld während wir das Programm aktualisieren!

Vielleicht haben Sie schon erfahren, dass sobald Sie mindestens 50 360°-Fotos erfolgreich veröffentlicht haben, die mit unseren Richtlinien in Einklang stehen, werden Sie über die Street View-App eingeladen, sich in unsere Liste für professionelle zertifizierte Fotografen aufnehmen zu lassen.

Ich finde diese Entwicklung bedauernswert – denn es scheint, als würde lediglich die Fülle an „geteilten“ Fotos honoriert werden, als dass vermittels dieses Zertifikats eine qualitätsbasierte Entscheidungshilfe für Unternehmen geschaffen werde. 50 Panoramen sind mit der Streetview-App und dem Smartphone schnell zusammengeknipst und sagen wenig über die Fotoqualität oder Erfahrung des Urhebers. Ich werde jedenfalls unabhängig von Googles Zertifizierung mein Angebot an Businessfotos – speziell von 360°-Fotos – perfektionieren, um meinen Kunden hochqualitative, authentische Imagefotos ihres Unternehmens anbieten zu können.

Wertfülle – warum nur Qualität zählt

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In dieser Welt ist oft mehr Schein als Sein

Der schmerzlich offensichtliche Grund, warum Ihnen niemand auf sozialen Medien folgt“ – dieser Beitrag ist so wichtig und einleuchtend, dass Sie ihn unbedingt lesen sollten! Ich meine – wirklich! Denn das angesprochene Dilemma betrifft nicht nur virtuelle Nachrichtenkanäle, sondern das ganze Leben. Warum konstatiert man gern den Verfall von Werten? Weil es heute oft nur noch um den Anschein geht – egal, ob in Social Media oder der realen Welt. Dieser Schein ist billig, man erschleicht ihn sich mit geklauten Fotos, abgekauten Sprüchen oder frechen Behauptungen. Irgendwas bleibt ja immer hängen. Das alles ist typisch und gleichzeitig fatal. Denn dieses lustlose Herumkauen auf auf vorgelutschten Drops stumpft ab und macht lustlos. Selbst wenn die Klientel intellektuell unterbelichtet sein mag. Ich schweife ab … also: Verschwenden Sie mal ein paar Gedanken an Ihre Fans und Followers, bevor Sie Ihre Timeline befüllen. So können vielleicht daraus Kunden entstehen. Die danken es Ihnen, wenn hinter dem Glanz ein kleiner Wert für sie enthalten ist.

Ausstellung: Peter Gowlands Pin-Ups

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Eine der besten Posen für Businessfotos, hier effektvoll in Szene gesetzt von Mr. Gowland😉
Model: Candy Elkins, aus „Peter Gowland Girl’s, Vol. 6“ Silbergelatineprint, 20 x 35 cm, ca. 1960-65 © Peter Gowland / Zephyr. Mit freundlicher Genehmigung der Reiss-Engelhorn-Museen.

Die Ausstellung „Peter Gowland’s Girls*“ widmet sich den aufregenden Pin-Up-Fotografien des amerikanischen Fotografen Peter Gowland (1916 – 2010). Er fotografierte ab 1946 in und um Los Angeles junge Frauen im Glamour- und Pin-Up Stil. Bereits zu Beginn seiner Karriere bezeichnete ihn die New York Times 1954 als „America’s No. 1 Pin-Up Photographer” und siedelte seine Bilder später im „Irgendwo zwischen Verführung und Kunst“ an. Anlässlich des 100. Geburtstags des Fotografen präsentiert ZEPHYR – Raum für Fotografie weltweit erstmals eine umfassende Ausstellung seines Lebenswerks. „Peter Gowland’s Girls*“ ist vom 9. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

Seine Models fand Peter Gowland an den Filmsets in Hollywood, bei Agenturen oder Schönheitswettbewerben. Er inszenierte und fotografierte sie im Studio oder an den Stränden von Los Angeles bis Malibu. So trug er wesentlich zur Entstehung des Mythos Kaliforniens als ewig sonniges Nachkriegs-Paradies der Moderne bei. Sein Stil verbindet die weibliche Schönheit mit natürlicher Frische, reizender Pose und eleganter Gestaltung. „Peter Gowland’s Girls*“ präsentiert rund 200 Werke, die aus Gowlands Nachlass ausgewählt wurden. Dieser umfasst zehntausende Prints und Dias, darunter die aufregendsten, elegantesten und gewagtesten Bilder einer beispiellosen Pin-Up-Fotografenkarriere. Die Ausstellung zeigt Stars wie Joan Collins oder Jayne Mansfield, seine Arbeit für „Playboy“ oder „Rolling Stone“ sowie seine Bilder für ungezählte Kalender- und Zeitschriften der 40er bis 70er Jahre.

In der Ausstellung gibt es Bilder zu entdecken, die nur einen kurzen Augenblick jener Jahre ablichten und dennoch bis heute aufregend jung geblieben sind. „Peter Gowland’s Girls*“ finden sich an Strand und Pool, versteckt hinter Spitzen und Vorhängen oder draußen in der Natur. Sie treten stilvoll-elegant oder sportlich-frisch auf, sie können als Damen oder als „das Mädchen von nebenan“ erscheinen. Jedoch bleiben sie immer eine wunderbar bewegte Projektionsfläche für die Phantasie.

Peter Gowland’s Girls*
9.10.2016 – 29.01.2017
ZEPHYR – Raum für Fotografie
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Museum Bassermannhaus C4,9

(Pressemeldung)

Tipp: Wie man den richtigen Fotografen findet

LIFE CoverVor Kurzem fand ich einen Beitrag eines Berliner Kollegen, der einige interessante Punkte zusammenträgt, wie ein Unternehmen zur optimalen Fotografen-Auswahl gelangt. In einigen Punkten stimme ich zu, in anderen möchte ich widersprechen. Am Ende dieses Beitrags verlinke auf die (bezahlte) Pressemeldung von „Capital Headshots Berlin“.

  1. Gemischtwarenhändler
    Denken Sie mal an die ganz großen Konzerne und bekannten Marken: Bei Apple, Mercedes oder Coca-Cola besteht keinerlei Zweifel an deren Kernkompetenz. Demgegenüber gibt es bei Aldi allerlei günstige Nahrungsmittel sowie verschiedenste Angebote wie Gartenstühle oder Kinderkleidung. Noch besser: Der Kiosk, bei dem man Süssigkeiten wie auch Zigaretten, Bier, Zeitschriften oder Lottoscheine findet.
    Machen Sie sich im Vorfeld klar, welche Art von Fotos Sie benötigen. Und suchen Sie dementsprechend zielgerichtet nach einem Spezialisten auf diesem Gebiet, nach jemandem, dessen Kompetenz z.B. im Bereich Businessportrait, Veranstaltungsfotografie oder Automotive liegt. Aller Erwartung nach werden Sie hier geeignetere Spezialisten finden, als wenn Sie sich leutselig an die Passbildbude um die Ecke wenden.
  2. Studio to go
    Seit vielen Jahren erkläre ich meinen Kunden den entscheidenden Vorteil meines mobilen Studios: Das nämlich Weg- und Zeitaufwand verringert wird. Und dennoch konsistente, professionelle Fotos entstehen. Oft genug portraitiere ich Mitglieder eines Vorstands oder Gremiums während einer ihrer Sitzungen – d.h. jeder einzelne hat einen Zeitaufwand von nur wenigen Minuten, während denen er die Sitzung verlässt und fotografiert wird. Außerdem erhalten Sie als Unternehmer so eine Foto-Serie „aus einem Guss“ – die Porträts gleichen sich also in Lichtführung und Hintergrundgestaltung.
    Wenn Sie hingegen Produktfotos benötigen, sollten Sie einen Fotografen mit einem geeigneten Studio vorziehen. Nur hier entstehen der Raum und die Ruhe, um exakte, brillante Sachaufnahmen zu produzieren.
  3. Werkzeugkoffer
    In diesem Punkt widerspreche ich den Ansichten meines Kollegen, der großes Augenmerk auf die Werkzeuge legt und verschiedenste Gadgets als Voraussetzung aufzählt. Fakt ist, dass ein Profi mit professionellem Werkzeug arbeiten muss, und zwar blindlings. Als Kunde dürfen und müssen Sie heutzutage technisch perfekte Ergebnisse erwarten. Ob diese mit Canon oder Nikon produziert werden, ist unwichtig. Noch wichtiger ist meines Erachtens aber die Authentizität und Aussage der Fotos, die mit technischen Spielereien nicht aufgewogen werden kann. Equipment kann problemlos geliehen werden – aus meiner Sicht also kein Entscheidungsgrund für oder gegen einen Fotografen. Ich plädiere ebenso dafür, sich bei der Betrachtung des Portfolios nicht von (beeindruckenden) Panorama-, HDR- oder Drohnenfotos blenden zu lassen. Sie alle haben ihre Berechtigung und repräsentieren möglicherweise die Spezialität des Fotografen. Wenn es genau das ist, was Sie suchen: wunderbar. Wenn (wie so oft) Computer-Technik einen Mangel an Ästhetik oder handwerklichen Grundkenntnissen kaschieren soll, seien Sie auf der Hut!
  4. Chimping
    Technisch stehen heute jedem Fotografen einige Möglichkeiten zur Verfügung, Ihnen noch vor Ort Bildergebnisse zu präsentieren. Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorn, wenn man sich überlegt, dass noch vor 15 Jahren mit viel Mühe das ein oder andere Polaroidbild gemacht wurde, um z.B. die Belichtung zu kontrollieren. Sie können sich also glücklich schätzen, wenn Sie nach dem Shooting gleich die ersten Ergebnisse ansehen können und einen ersten Eindruck erhalten. Die Euphorie meines Kollegen teile ich aber nicht. Es ist keine Arroganz, sondern Erfahrung, die mir sagt: Grade mit Kunden, von denen ich Portraits mache, wähle ich nicht während eines Shootings Bilder aus! Gerne im Anschluss, ja. Die gestalterische Erfahrung habe ja ich als Fotograf viel mehr als mein Kunde – deshalb wurde ich doch gebucht!
    Sie aber haben als Auftraggeber glücklicherweise die Wahl, ob Sie lieber jedes Bild sofort auf einem Breitwandmonitor sehen möchten – oder jemandem wie mir vertrauen wollen und im Anschluss das ein oder andere Preview genießen möchten. Wichtig ist, dass Sie sich zuvor darüber klar werden und dies mit Ihrem Fotografen-Favoriten besprechen.
  5. Was auf dem Deckel steht
    Hier kann ich den Worten meines Kollegen aus Berlin nur mit Unverständnis begegnen. Ich zitiere: „Was nützt Ihnen ein vermeintlich günstiges Angebot, wenn Sie am Ende nur jeweils ein oder zwei Fotos in einer bestimmten Größe erhalten und für den Einsatz zu Werbezwecken oder in anderen Bildgrößen extra zahlen müssen?! Es gibt auch Fotografen, die Nutzungsrechte zeitlich befristen oder auf die Nennung des Urhebers in allen Verwendungsformen bestehen. Das kann schnell lästig oder teuer werden.“ Ein günstiges Angebot, welches genau die von Ihnen benötigten Nutzungsrechte umfasst, nützt selbstverständlich Ihnen, lieber Kunde. Denn andernfalls würden Sie für Rechte bezahlen, die Sie gar nicht brauchen. Nämlich zu viel. Genau dasselbe gilt für eine zeitliche Befristung der Nutzung: Sie bezahlen womöglich deutlich zu viel für die unbefristete Nutzung eines Fotos, dass Sie möglicherweise nur einmalig verwenden. Im Übrigen ist die Nennung des Urhebers nichts, worauf dieser unverschämterweise „besteht“, sondern der Normalfall, geregelt durch geltendes Recht. Mir scheint, dass der zitierte Fotograf aus Berlin die Auseinandersetzung mit diesen Punkten selbst als „lästig“ erachtet. Über das Thema Nutzungsrechte und deren Vorzüge für Sie als Kunde habe ich auf meinem Blog schon häufig genug geschrieben. Sollten Sie anderer Ansicht sein, was vollkommen legitim ist, haben Sie Ihre Wahl des geeigneten Fotografen jetzt bereits eingegrenzt. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass das Angebot eines Fotografen offen die Kosten und Nutzungsrechte benennt, damit Sie später eben nicht in die Situation kommen, dass unerwartete Folgekosten entstehen.
  6. Pixel-Shampoo
    Ein sicherlich wichtiger Punkt bei der Wahl des Fotografen ist die Frage, ob und wie gut dieser die Fotos nachbearbeitet. Hier tun sich riesige Unterschiede im Können auf, die aber entscheidenden Einfluss auf die erzielte Werbewirkung haben können. Die besten Photoshop-Fails kennen Sie aus dem Netz. Sie möchten aber auch vermeiden, dass Ihnen Ihr Grafiker später sagt, die Daten seien nicht druckfähig. Oder noch besser: Sie bekommen die Fotos direkt aus der Kamera, so, wie der Prozessor die Welt sieht. Zu analogen Zeiten hätte es keinen Fotografen gegeben, der seinem Kunden einfach ein paar Negative in die Hand drückt. Wer nicht selbst nachbearbeitet, sollte dies zumindest für Sie handeln können und mit jemandem für die Post-Production zusammen arbeiten. Klären Sie dies besser im Vorhinein.
  7. Beziehungsweise
    Die Professionalität, die Verlässlichkeit und das Vertrauen zu Ihrem langjährigen Fotografen ist letztlich etwas, was man kaum mittels einer Checkliste prüfen kann, sondern etwas sehr persönliches, etwas, was sich entwickelt und wächst. Selbstverständlich entscheidet hier viel Bauchgefühl – und das ist auch gut. Tun Sie Sich und Ihrem Fotografen den Gefallen, offen miteinander umzugehen und kleine Missverständnisse auszuräumen. Der prädestinierte Kandidat dankt es mit kontinuierlich professioneller Arbeit, die nicht auf Zufallstreffern beruht. Bitte lesen Sie insbesondere zu diesem Punkt auch mein Plädoyer.

Diese Auflistung versteht sich zunächst nur als Antwort und Erweiterung eines Beitrags von „Capital Headshots“, den ich kürzlich las. Ich werde in Ihrem Interesse versuchen, weitere relevante Punkte zu ergänzen und freue mich selbstverständlich auch auf Ihren Input!

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Warum Fotografen nicht kostenlos für Ihr Unternehmen arbeiten sollten. Und einige es doch tun werden.

Vor Kurzem las ich zwei ausführliche und interessante Beiträge, die sich mit der Frage auseinandersetzten, ob man als Fotograf nicht-honorierte Aufträge annehmen sollte oder nicht. Ich muss zugeben, dass ich selbst noch von keinem Unternehmen mit der Bitte um kostenlose Fotos kontaktiert wurde – sehr wohl aber mit deutlichen und vollkommen unrealistischen Budgetvorstellungen. Es gibt darüber hinaus auch eine Vielzahl von Situationen, in denen von mir als Fotograf die Übernahme der Dokumentation von Ereignissen – teils unausgesprochen – erwartet wird. Mit diesen Zeilen möchte ich Ihnen als potenziellem Auftraggeber verständlich zu machen, warum ich kommerzielle Aufträge nicht honorarfrei übernehme.

Wer keine Geduld hat, weiter zu lesen: Es ist schlichtweg absurd. Niemand kann – weder privat, noch im geschäftlichen Umfeld – die Erbringung einer Leistung oder die Überlassung eines Produkts ohne Gegenleistung erwarten. Nicht von seinem Klempner, nicht im Supermarkt, nicht vom Flotten-Ausrüster, nicht von einem Fotografen. Ihre Geschäftspartner haben ihrerseits finanzielle Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssen, sie investieren ihrerseits in Werbung, Arbeitsmittel oder Fortbildung. Erbringen diese Geschäftspartner nicht-honorierte Leistungen, investieren sie darüber hinaus einen erheblichen Betrag in die alltäglichen Ausgaben – sprich, sie verzichten nicht nur auf ein Honorar, sondern bezahlen ihre Versicherungen, Mieten oder Kredite aus eigener Tasche obendrauf. Wenn Sie als Auftraggeber gerne mit Partnern zu tun haben, denen jegliches wirtschaftliches Denken abhanden gekommen ist und die nicht darauf angewiesen sind, von ihrer Arbeit zu leben, können Sie natürlich versuchen, einen kostenlos arbeitenden Fotografen zu finden. Ich würde jedoch davon abraten. Nicht nur, dass solche Personen wenig vertrauenswürdig erscheinen – Sie sollten sich auch darüber klar sein, dass ein solcher Dienstleister eben auch nichts zu verlieren hat, wenn er eine schlechte oder gar keine Leistung für Sie erbringt.

Gerne wird von Auftraggeberseite die öffentliche Exposition, die Erfahrungssammlung oder die gute Referenz durch kostenfrei ausgeführte Aufträge betont. Ich möchte entgegnen: Wer als Fotograf Übung braucht oder experimentieren will, findet dazu sehr einfach Möglichkeit, dies aus eigenem Antrieb heraus zu tun. Freie Arbeiten unterscheiden sich in Gestus und Wertschöpfung jedoch erheblich von kommerziellen Arbeiten. Auch die Darstellung in der Öffentlichkeit ist in der vernetzten Welt von Instagram und Twitter kein Problem mehr.

Diese in aller Kürze skizzierten Gründe schließen keineswegs ein „Sponsoring“ aus – wenn es einem gemeinsamen, guten Zweck dient. Daher arbeite ich beispielsweise seit Jahren mit und für den Lions-Club und habe wiederholt kostenlose Fotos produziert. Auch privat gibt es immer Personen, denen man einen Wunsch eben nicht abschlagen kann (allerdings bin ich auch hier eher zurückhaltend und biete ggf. einen Rabatt an, um den Wert meiner Arbeit kenntlich zu machen).

Sollten Sie Interesse haben, noch tiefer in das Thema einzusteigen, lesen Sie den Eingangsartikel Photography For Free, All The Cool Kids Are Doing It sowie die Erwiderung darauf, My Response To Free Work.

Von der Liebe zum Foto-Detail …

Üblicherweise finden Sie als interessierter Unternehmer auf Fotografen-Websites eine Auswahl der besten, tollsten und spektakulärsten Bilder jenes Künstlers/Anbieters. Da man sich nicht durch hunderte langweiliger Fotos klicken möchte, hat das seine Berechtigung. Ich möchte jedoch mit diesen Zeilen Ihr Augenmerk darauf lenken, wie viel fotografische Detail-Liebe auch in den vielen „normalen“ Gebrauchsfotos stecken kann und sollte. Das dürfen Sie nämlich von einem Profi erwarten. Wer mit Bildern sein Geld verdient, weiss, wie man auch die kleinen, dokumentarischen, unspektakulären Motive sauber umsetzt.

Ich möchte das anhand zweier Fotos zeigen, die vor kurzem auf einer Weinverkostung entstanden sind. Der Wunsch des Auftraggebers bestand in dieser Situation (vereinfacht gesagt), die Dame und den dekorierten Tisch abzulichten. Es verstand sich von selbst, dass sie dabei eine Aktivität zeigen sollte. Das erste Foto entstand dann „aus der Hüfte geschossen“ als Arbeitsgrundlage. Ich finde diese Methode sehr nützlich (und sie ist preiswerter als frühere Polaroid-Orgien – wenn auch weniger spektakulär). Wenn Sie das erste (unbearbeitete) Foto mit dem zweiten Motiv vergleichen, können Sie sehen, was ich verändert habe: Die Abgebildete trägt nun eine dunkle Strickjacke und ein Halstuch, weil die weiße Bluse zu dominant wirkte und den Blick von den Köstlichkeiten auf dem Tisch ablenkte. Sie schenkt das Öl nun mit der linken Hand ein, damit dieser Vorgang und die Flasche deutlicher zu sehen sind (zuvor verdeckte ihre Hand diese Szene weitgehend). Und das zusätzliche Licht im Hintergrund erzeugt räumliche Tiefe.

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Tipp: Time-Tracking

Wer noch immer einen Stundenzettel schreibt, ist ziemlich … naja, gestrig. Heute wird Arbeitszeit (wenn nicht sogar biometrisch) mindestens per Internet erfasst.

Da ich kürzlich in dieser Richtung recherchieren musste, gebe ich hier gerne meine Eindrücke in aller Kürze weiter: Die meisten Time-Tracker sind auf Freiberufler ausgelegt, die die für bestimmte Projekte verbrachte Arbeitszeit dokumentieren wollen. Oft genug bieten die Tools gleich auch eine Berechnung des Honorars. Anbieter dafür gibt es zuhauf, unzählige davon kostenlos. Mein Interesse ging allerdings mehr in die Richtung einer Arbeitszeitdokumentation für ein Team aus mehreren Mitarbeitern. Die allermeisten Anbieter verlangen für mehrere Teammitglieder, die an gleichen Projekten arbeiten (oder am selben Arbeitsplatz) Geld – in der Regel ca. 5,- € pro Monat pro Mitarbeiter. Wenige richten sich dabei an angestellte Mitarbeiter, bei denen zugleich Überstunden, Fehlzeiten, Krankheitstage oder Urlaub nachgehalten werden soll. Hier helfen Anbieter wie Clockodo, TimeTac oder TimeCard blue – alle gegen Bezahlung. Ohne diese angestelltenspezifischen Tools – dafür jedoch komplett kostenlos und für große Teams geeignet – ist Neunzeit. Und Togo bietet jede Menge Auswertungsmöglichkeiten, kostenfrei für bis zu 5 Mitarbeiter – mein Favorit.