Kleiner Test: Negative digitalisieren

Den Epson V700 Photo habe ich auch schon etliche Jahre – und ich habe mich an seine Macken gewöhnt. Als ich dieser Tage überlegte, ob man heutzutage noch analoge Businessportraits anbieten kann, konnte ich zum ersten mal digitale und analoge Qualität anhand gleicher Motive und Lichtverhältnisse vergleichen. Und war doch eher nicht so berauscht von der Detailschärfe meiner Negative. Gleichzeitig stellte ich aber die Behauptung auf, der Flachbettscanner mit Durchlichtdeckel produziere wahrscheinlich auch nicht grade besonders scharfe Ergebnisse. Da ich zudem kürzlich in der PhotoKlassik gelesen hatte, dass Scans der Emulsionsseite schärfer ausfallen würden, startete ich heute eine kleine Testreihe. Immer wieder liest man von begeisterten Hobbyisten, die statt zu scannen auf das reproduzieren schwören – daher nahm ich auch dies in meinen Vergleich auf. Weiterlesen

20-jahre-profi

Till Erdmenger – 20 Jahre professionelle Fotografie

Heimlich, still und leise kommt dieser Tage der Nikolaus den Kamin herunter. Mir ist aber noch was anderes aufgefallen: In diesem Jahr „feiere“ ich Jubiläum, denn meine fotografische Profession begann vor 20 Jahren. Dies soll kein großer Rückblick werden, so nostalgisch muss es nicht sein, und schließlich ist ja noch viel interessanter, was die Zukunft bringt. Vor 20 Jahren also, nach 3 Semestern Politikwissenschaften, stand für mich fest, dass nicht das Schreiben, sondern das Fotografieren mein Lebensinhalt sein soll. Während ich mir die Studios in Hannover und Umgebung anschaute und Bewerbungen schrieb, verbrachte ich damals ein paar interessante Wochen bei Georg Akrutat, der seinerzeit mit viel Detailverliebtheit ein kleines Studio am Schwarzen Bären betrieb. Kurz später begann meine Lehre bei Michel Eram in Langenhagen. Die konnte ich auf 2 Jahre verkürzen – und trotzdem als Innungsbester abschließen. Das geschenkte Jahr verbrachte ich mit einer Fortbildung zum Computer-Grafiker, was mir im Anschluß meinen ersten Job einbrachte, bei der Agentur Meier´s in Hannover. Nach einem guten halben Jahr zog es mich dann in die weite Welt, ich wollte in die Fotografen-Stadt Düsseldorf. Beinahe hätte sich der Plan nochmals geändert, als mir Frank Wartenberg eine Assistenzstelle in Hamburg anbot. Ich blieb aber am Rhein, wo ich als freier Assi bei verschiedenen Fotografen arbeitete und nebenher eigene Jobs produzierte. Später folgten dann meine Jahre in der Schweiz, wo ich faszinierende Erfahrungen mit Fotos während Operationen machte, viele Imagefotos produzierte und zugleich sehr oft Layouts entwarf. Seit meiner Rückkehr nach Deutschland 2007 arbeite ich wieder als selbstständiger Fotograf, zuerst in Hannover, dann in Essen und jetzt in Bergisch Gladbach.

Als Illustration für diesen Beitrag habe ich zwei alte Fotos gescannt, die ich während meiner Ausbildung produziert habe – der „Auftrag“ bestand in Imageaufnahmen eines „Firmenseniors“ in seinem Arbeitsumfeld. Realisiert auf Ilford Delta 100 mit der Nikon F90x und einem Nikkor 2,5/105mm – meine ersten Unternehmensfotos😉

Analoge Businessportraits – geht das Heute noch?

Dass ich vor knapp 2 Jahren meine alte, analoge Canon F1 wieder ausgepackt habe und seitdem wieder sehr gerne und regelmäßig mit diesem System fotografiere, dürfte der ein oder andere Leser dieses Blogs bereits gemerkt haben. Etliche Beiträge und Ergebnisse habe ich hier bereits veröffentlicht. Häufig habe ich seitdem meinen Kunden vorgeschlagen, geplante Produktionen wieder analog zu fotografieren, allerdings selten mit Erfolg. Verständlich dahingehend, als dass die Fotos weniger schnell zur Verfügung stehen, und der gesamte Prozeß doch erheblich komplizierter ist: Filme entwickeln, scannen und nachbearbeiten sind einfach ein paar Schritte mehr.

Vor kurzem habe ich beim Team-Fotoshoot in der MKG-Praxis Dr. Terhorst in Bensberg die Portraits parallel digital und analog fotografiert, um für mich selbst einfach einen Vergleich zwischen Aufwand und Ergebnis zu haben. Ich bin ernüchtert. Wer noch fotografieren gelernt hat, kann selbstverständlich auch tolle Fotos auf Film belichten. Das ganze manuell und scharfgestellt. Die Aufnahmen waren daher – für mich – problemlos zu realisieren. Ich hatte eine Canon New F1 mit dem FD 2,8/100mm Breechlock von 1977 dabei. Während die EOS 5D III auf ISO50 belichtet wurde, hatte ich einen Kodak Gold 200 aus dem Drogeriemarkt eingelegt. In Ermangelung von Fachlaboren wurde der Film dann auch dort entwickelt. Gescannt habe ich mit meinem Epson V700 Photo – dabei testweise neben der mitgelieferten Software auch mit den Trialversionen von Vuescan und Silverfast.

Farblich gute Scan-Ergebnisse hinzubekommen, die dem digital produzierten Foto gleichen, ist schon mal eine Wissenschaft für sich. Ob es das Ziel sein muss, ist natürlich eine andere Frage. Ich hatte jedoch meine Mühe, die Farben in Lightroom so zu bearbeiten, bis sie mir gefielen. Das war mit dem Silverfast-Scan noch am einfachsten hinzubekommen. Beim Zoom auf 1:1 fällt die deutlich geringere Schärfe- und Detailleistung gegenüber dem digitalen File auf: Die Digitalkamera arbeitet einfach knackiger und mit mehr Feinheiten. Hier sei anzumerken, dass der V700 sicherlich auch nicht das Maximum an Schärfe liefert und es bessere Scanner gibt. Ich habe die unterschiedlichen Ergebnisse unten mal zum Vergleich eingefügt.

Was ist aber nun das Resümee? Für die üblichen Foto-Produktionen lohnt sich nach meinem Eindruck der Aufwand analoger Fotos nicht – zumindest bei Farbfotos. Anders sehe ich das bei Schwarz-Weiß-Bildern: Diese kann man zwar sehr ordentlich am Computer aus normalen Farbfotos erzeugen, die Charakteristik eines echten Films aber doch nur schwer nachempfinden. Zudem bietet die S/W-Fotografie mit den unterschiedlichsten Entwicklern und Pull/Push-Entwicklungen ein derart weites Spielfeld, dass im Hinblick auf authentische, echte Fotos kaum Grenzen gesetzt sind. Ein spezieller Look eben, der vielleicht zum Trend wird. Ich gebe die Hoffnung nicht auf …

20161108_drterhorstteam_0131

Das digital fotografierte Portrait, Canon EOS 5D III

20161203_unbenannt_0060-3

Das analog fotografierte Portrait, Scan mit der Epson-Scan-Sotware

20161205_unbenannt_0060

Analoges Portrait, gescannt mit Vuescan

20161206_unbenannt_0060

Analoges Portrait, gescannt mit Silverfast

Die AO-Kurse in Davos verfolgen mich …

… sogar bis in den Schlaf. Nachdem ich gestern von der Eröffnung der diesjährigen Kurswochen gelesen hatte, träumte ich natürlich heute nacht sofort von meinem Foto-Einsatz bei diesem Spektakel. Bin echt müde heute morgen😉

Während meiner Zeit in der Schweiz, von 2003—2007, dokumentierte ich jedes Jahr die Fortbildungskurse für Mediziner, die von der AO Foundation in Davos ausgerichtet werden. Im Jahr 2011 bin ich nochmals in die Schweiz geflogen, um das Spektakel zu fotografieren. Diese 2 Wochen sind eine unglaublich spannende, aufregende, weltoffene und wahnsinnig ermüdende Zeit – und ich wünsche allen Mitarbeitern und Helfern vor Ort viel Kraft und Ausdauer! Anbei eine kleine Erinnerung an viele schöne Jahre bei den AO-Courses:

20161204_unbenannt_0062

Frostige Sonntags-Morgens-Grüße

Moin! Barfuß in die Stiefel, Winterjacke über den Schlafanzug und raus – mit Kamera und Stativ, um die wunderschöne Lichtstimmung zu konservieren. Viele herzliche Grüße zum 2. Advent!

20161204_unbenannt_0064

Construction of the ‘Graf Zeppelin’, Zeppelin Werke, Friedrichshafen, Germany, 1928

Ausstellung-Tipp: Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret

Die „Photografische Sammlung der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn“ zeigt im kommenden Jahr eine spannende Ausstellung, die sich mit der Industrialisierung und den daraus resultierenden Konsequenzen für den Menschen, die Landschaft sowie den damit aufkommenden neuen bildnerischen Formen auseinandersetzt.

Wer nach diesen Bandwurmsätzen jetzt noch weiterliest, darf sich auf die faszinierenden Industriefotos von Emil Otto Hoppé freuen, eines deutschen Fotografen, der bereits im Jahr 1900 nach London übersiedelt war und dort schon bald sein erstes Atelier eröffnete. Die Beschäftigung Hoppés mit dem Thema der Industrie im frühen 20. Jahrhundert dokumentiert sich in seinen weltweit in vielen unterschiedlichen Betrieben entstandenen Aufnahmen. Daneben war Hoppé, der 1972 im Alter von 94 Jahren starb, vor allem als Reise- und Portraitfotograf bekannt.

Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret
Ausstellung kuratiert und organisiert von Fondazione MAST, Bologna und der E. O. Hoppé Estate Collection/Curatorial Assistance, California
6. April – 30. Juli 2017

Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7, 50670 Köln
Telefon: 0049-(0)221-88895 300, Fax: 0049-(0)221-88895 301
photographie@sk-kultur.de, www.photographie-sk-kultur.de

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Täglich von 14 bis 19 Uhr, mittwochs geschlossen, an jedem ersten Montag im Monat Eintritt frei.

Abbildungen: Emil Otto Hoppé © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection, mit freundlicher Genehmigung der SK Stiftung Kultur.

Sydney Harbour Bridge from the North Side, Australia, 1930

Emil Otto Hoppé: The Sydney Harbour Bridge Under Construction, Sydney from North Sydney, 1930 © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection

Bridge and Carriage, Philadelphia, USA, 1926

Emil Otto Hoppé: Delaware Bridge, Philadelphia, Pennsylvania, 1926 © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection

20161130_unbenannt_0060-2

Herbst, analog

Anfang des Monats war ich für ein paar Tage an der Müritz. Lausiges Herbstwetter, unfreundliche Menschen. Dazu passen die trashigen, analog aufgenommenen Fotos. Technik: Canon New F1 mit offenbar nicht funktionierendem Winder (Bilder werden übereinander belichtet), Canon FDn 2,0/28mm, Fuji Superia 400 (abgelaufen vor ca. 20 Jahren, belichtet auf 200ASA).