© Till Erdmenger – Businessfotos

Ausstellung: Wenders-Fotos in Düsseldorf

Wim Wenders, der Regisseur, ist vielen bekannt. Dass er „Fotografie als Auszeit“ ansieht und diesem Hobby nachgeht, versteht sich fast von selbst – das machen alle Stars und Promis, weil es so viel Spaß macht. Bei Wenders meine ich das nicht einmal ironisch, denn er ist als Filmemacher ein Ästhet, ein Augenmensch. Und das er als solcher Augenblicke, Licht, Szenen im Vorübergehen festhalten möchte, kann ich sehr gut nachvollziehen. Nun widmet der Düsseldorfer Kunstpalast dem gebürtigen Düsseldorfer eine Ausstellung mit großformatigen Fotografien aus aller Welt. Informationen und ein Interview finden Sie dazu auf den Seiten der WAZ. Da die Website des Kunstpalasts derzeit nicht erreichbar ist, illustriere ich den Artikel mit einem eigenen Landschaftsfoto, das ich spontan ausgesucht habe. Es stammt aus Rügen.

IMG_5612

Berlin-Tipp: Salgado im Gespräch

„Genesis“, das aktuelle Projekt und Buch des brasilianisch-französischen Fotografen Sebastiao Salgado, war ein tolles Geburtstagsgeschenk anfangs des Jahres. „Das Salz der Erde“ ein vielversprechender Wenders-Film, den ich leider noch nicht sehen konnte. Am 18. April wird er bei „c/o Berlin“ im Berliner Amerikahaus vorgeführt – im Anschluss findet ein Gespräch zwischen dem Fotografen und dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung statt. Infos und Karten gibt es hier.

Canon F1n © Till Erdmenger – Businessfotos

Zum Träumen: Nostalgische Profi-Klassiker

Aus Anlass einer Neuauflage der Second-Hand-Kamera-Preisliste hat das FotoMagazin eine kleine Kollektion von Traumkameras aus der analogen Ära zusammengestellt – darunter natürlich Leica und Hasselblad wie auch Nikon und Canon. Ich war überrascht, wie viele dieser damals hochgeschätzten, professionellen Kameras ich selbst benutzt habe. Inzwischen findet man diese Klassiker teils preiswert, zum Teil werden aber auch astronomische Sammlerpreise aufgerufen. Ich habe jedenfalls mal wieder ein paar Filme (ja, diese analogen Zelluloidstreifen!) bestellt und mir vorgenommen, ein paar Rollen durch die Canon F1n und die Hasselblad zu jagen …

Quick-Test: Fantastical 2 für Mac

fantastical-icon-bigIn meiner Mini-Beitrags-Serie über Selbstorganisation war ich bereits auf Kalender-Software eingegangen – damals hauptsächlich bezogen auf das iPhone. Am Mac war ich lange Zeit unglücklich mit der mitgelieferten Software, seit OS X 10.9 hat der Apple-Kalender meines Erachtens aber große Fortschritte gemacht. Dennoch fiel mein Auge jetzt auf das brandneue Fantastical 2 für Mac, schließlich benutze ich deren iOS-Version als Standard-App auf meinem iPhone. Das Mac-Pendant habe ich heute nach wenigen Tagen aber wieder gelöscht: Meines Erachtens bietet das Programm zuwenig, um den Preis von knapp 40,- € zu rechtfertigen. Alle, die unbedingt ihre Aufgaben im Kalenderprogramm sehen und bearbeiten wollen, werden auf diese App nicht verzichten möchten, ansonsten habe ich nichts für mich weltbewegend wichtiges gefunden. Geärgert habe ich mich darüber, dass die Benachrichtigungen auf dem Schreibtisch nicht – wie gewohnt – oben rechts auftauchen, sondern teilweise nach unten verschoben, bis hin zum unteren Bildschirmrand. Außerdem konnte ich Einladungen zu Terminen, die mir bereits das iCal-Symbol im Dock signalisierte, in Fantastical leider nirgendwo ausfindig machen – gerne hätte ich diese Einladungen in der neuen App prominent sichtbar, so wie in der iOS-Version. Schade. Und eine eingebaute Wettervorhersage wie der große Konkurrent BusyCal bietet die App auch nicht …

Schadensersatz: Fair bleiben!

Über Gerichte und Urteile kann man manchmal nur den Kopf schütteln. Ich will hier nicht in die schmuddelige Edathy-Schublade greifen, auch in anderen Fällen gibt es ähnlich unbegreifliche Urteile zu bestaunen. Kürzlich wurden zwei Musiker zur Zahlung von über 7 Millionen Dollar verurteilt, weil Ihr Song zu sehr von einem anderen „inspiriert“ war. Jetzt lese ich von einem Fotografen, dessen Foto über Jahre von einem Verlag in verschiedenen Büchern und auf mehreren Internetseiten missbräuchlich verwendet wurde. In Deutschland. In Österreich. Und in der Schweiz. Ein deutsches Gericht hat dem polnischen Fotografen Schadensersatz in Höhe von 5.580 € zugesprochen. Die vom Fotografen üblicherweise veranschlagten Honorare hätten zu Lizenzkosten i.H.v. gut 16.000 € geführt – das wurde aber vom Gericht nicht anerkannt. Nicht so sehr der Punkt, ob die Herkunft des Fotografen eine Rolle gespielt hat, interessiert hier. Vielmehr frage ich mich, wie ein Gericht die üblicherweise verwendeten Honorare eines Freiberuflers missachten (die sicherlich mithilfe anderer Rechnung hätten belegt werden können) und weit niedrigere Vergütungen nach eigenem Ermessen ansetzen kann. Und noch mehr frage ich mich, inwieweit dieses Urteil Signalwirkung für andere Foto-Missbraucher hat: „Sind mir die Kosten des Fotografen zu teuer, verwende ich die Fotos einfach ohne Lizenz. Mit etwas Glück zahle ich nichts, und wenn man mich erwischt, regelt das Gericht den Preis herunter.“ Pardon – um Straftaten (nichts anderes ist die Verletzung von Urheberrechten) zu verhindern, muss doch eine Strafe härter treffen, als den legalen Weg zu beschreiten, oder sehe ich das falsch? Was meinen Sie dazu? Ich bin gespannt auf die Interpretation meiner Leser!

Sonnenfinsternis © Till Erdmenger – Businessfotos

Sonnenfinsternis 2015

In einigen Tagen ist es soweit: Am 20.03. wird über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis eintreten. Obwohl solche astronomischen Schauspiele selten sind – und wir bis zum nächsten vergleichbaren Ereignis wieder etliche Jahre warten müssen – kann ich mich noch sehr gut an die totale Sonnenfinsternis von 1999 erinnern. Damals war ich mit Kameras, Stativen und Filtern beladen nach Süddeutschland gefahren, weil dort die Beobachtungs-Chancen am höchsten sein sollten. Und ich hatte Glück: Das Wetter passte und ich habe einige schöne Fotos mit nach Hause genommen (siehe oben). Leider habe ich die Filterfolie, die ich damals verwendete, noch nicht wiedergefunden. Jetzt muss ich sehen, wo ich im Laufe der Woche so etwas noch schnell besorgen kann. Anleitungen für die richtigen Belichtungszeit- und Blenden-Einstellungen finden sich ja zuhauf im Internet …

Chicago © Till Erdmenger – Businessfotos

Ganz ehrliche Manipulation

Anlässlich der jüngsten Diskussionen um Sparten-Sieger des World-Press-Photo-Contests (Szenen sollen gestellt und andernorts fotografiert worden sein) kramt das fotoMagazin eine Kolumne von Manfred Zollner aus der Zeit hervor, als vor 2 Jahren schon einmal (und nicht das erste mal) die Authentizität eines prämierten Pressefotos angezweifelt wurde. Man kann ihm nur beipflichten: Mittels Bildausschnitt, Perspektive und Technik „manipuliert“ jeder Fotograf seine Fotos – üblicherweise wird das allerdings als künstlerischer (oder zumindest kreativer) Schöpfungsprozess angesehen und vom Bildschaffenden auch so erwartet. Es ist der unmittelbare Grund dafür, dass Fotos gefallen, fesseln und eine Situation transportieren können.

Man kann die wieder aufgeflammte Debatte über unehrliche Reportagefotos in der „Lügenpresse“ aber noch anders deuten: Als Suche nach Orientierung, ein bisschen Ehrlichkeit, nach dem Echten, Originalen in dieser Welt voller Täuschungen und falschen Versprechen. Das klingt romantisch, verwundert aber nicht. Es steckt mehr dahinter als die Sensationslust an unretouchierten Fotos einer faltigen Cindy Crawford. Kunden möchten einfach nicht beschissen werden. Auch Ihre nicht – und aus diesem Grund empfehle ich ganz eindeutig authentische Unternehmensfotos, die tatsächlich Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter zeigen. Das ist meine ganz ehrliche Art, Ihre Marketingentscheidung zu manipulieren ;-)