Grischa News vom 01.08.2005

Entgegen meiner erst kürzlich geäußerten Vermutung, die Schweiz könnte der christlich-demokratischen Union beitreten, scheinen die jüngsten Entwicklungen eher für eine feindliche Übernahme durch die deutsche Industrie zu sprechen. So gehört die schweizerische Luftflotte “Swiss” nun der Lufthansa, womit das Kompetenzgerangel um Anflugschneisen am Züricher Flughafen geklärt sein dürfte. Der kleine Formel-1-Rennstall “Sauber” wurde von BMW übernommen und ist damit vom Joch befreit, die alten Ferrari-Motoren aus dem Vorjahr aufzutragen. Und die schweizerische Bundesbahn SBB scheint mir nach dem erst wenige Wochen zurückliegenden, landesweiten Totalausfall hervorragend ins Portfolio der Deutschen Bahn zu passen! Also aufgepasst, Herr Mehdorn, und zugegriffen, solange sich die Kantonsgenossen im Taumel der Bundesfeier zum 1. August befinden! Diesem National-Ereignis verdanke ich den heutigen freien Montag, den ich als treuer Wahl-Schweizer dem Gedenken an den Rütlischwur von 1291 widme. Damals sollen Gesandte der Ur-Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden die Eidgenossenschaft als Verteidigungsbündnis gegen die Habsburger besiegelt haben. Diese Unternehmung konnte sich zwar in geografischer Hinsicht bis zum heutigen Tage halten, letzlich aber gegen den post-habsburgerischen Manager-Adel deutscher Provenienz, wie weiter oben erwähnt, keine Defensivkraft entfalten.
Ganz allgemein möchte ich an dieser Stelle mal für alle, die es noch nicht bemerkt haben, darauf hinweisen, daß es sich in diesem Jahr um einen sommerlochfreien Sommer zu handeln scheint (mal abgesehen von weniger schönen Löchern in Londoner U-Bahnen und den Köpfen unschuldiger Brasilianer!). Statt Krokodilen in Baggerseen beherrschen weit weltbewegendere Themen die Schlagzeilen: Sollen Krankheitstage vom Urlaub abgezogen und das Azubi-Gehalt halbiert werden, sollen sich Schröder und Merkel trotz Zeitmangels (es herrscht ja Wahlkampf!) zu einem zweiten Fernsehduell treffen, soll man Lafontaines Linkspartei oder lieber Stoibers Elefantenrunde ernst nehmen, auf Helgoland ein europäisches Guantanamo errichten, die äntgültik in kraft Getretene Rächtschraibrefoarm boykottieren, dem neuen Passat einen Gutschein für einen gemeinsamen Puffbesuch mit Dr. Hartz beilegen, amerikanische Raumfähren demnächst vorher beim TÜV vorbeischicken, Bush´s UNO-Hardliner Bolton mittels G4-Veto an den Katzentisch verweisen oder bayrisches Bier subventionieren, weil es in Zukunft nur noch von undekolletierten Kellnerinnen serviert werden darf (wie eine europäische Sonnenschutz-Direktive fordert)?

Ich komme für eine Überleitung zu etwas völlig anderem noch einmal kurz auf den “sauberen” bayuvarischen Flitzerverein zurück, der nämlich in Hinwil residiert. Wer da nicht hin will, für den liste ich gerne ein paar hübsche Reiseziele in helvetischen Gefilden auf: Wer trotz weiter oben erwähnter Warnung gerne Bahn fährt, der könnte mit dem Zug nach “Zug” fahren. Jurastudenten sei ein Ausflug nach “Richterswil” empfohlen; wem die Wirtschaftslage die Laune vermiest hat, bitte Urlaub in “Lachen” reservieren. Allen Sportbegeisterten, die hier nach landläufiger Meinung “säckeln” statt zu joggen, schlage ich die schöne Strecke von “Säckingen” nach “Laufenburg” vor, denn nach “Laufen” zu laufen, wäre zu weit. Den bösen Jungs, die Fans amerikanischen Sprech-Gesangs zu stampfenden Bässen sind, rate ich einen Abstecher nach “Rapperswil” an. Bettlegerige oder frisch Verliebte brauchen gar nicht aus den Federn zu kriechen, wenn sie ein paar Tage in “Interlaken” verbringen. Ganz in der Nähe können die weniger Lendenlahmen in 4158m Höhe die “Jungfrau” besteigen. Romanciers kehren gegen Abend erwartungsvoll in “Küssnacht” ein. Gourmets seien gewarnt: In “Thun” gibt es nicht nur frischen Fisch! Übles sagt man auch den Hotelfenstern in “Schlieren” nach! Freunden alter Opel-Popel-Schleudern wird es in “Ascona” gefallen, während Nonnen und Mönche “Klosters” bevorzugen werden. Fans der Synchrongymnastik werden sich hingegen in “Solothurn” weniger heimisch fühlen. Und wer nicht grade nordisch-by-nature oder sturmfest-erdverwachsen ist, meidet “Windisch”. Wen es nach dieser Rundreise durch Zufall nach Liechtenstein verschlägt, wird “vaduz´t” sein, daß dieses Fürstentum das einzige Land der Welt ist, dessen Name von einem Adelsgeschlecht stammt.

Abschließend ein kleiner Rat an die anonymen Legastheniker unter den Postkartenschreibern: Den “Rheinfall von Schaffhausen” schreibt man trotz diametraler Erkenntnisse mit “h” und das in der nord-westlichen Schweiz gelegene “Fricktal” entgegen jeder Populationseuphorie mit “r”!

Grüße von “Davos irgendwie immer ein bißchen wie im Urlaub ist”, Till

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Schweiz am von .

Über Till Erdmenger – Businessfotos

Till Erdmenger ist seit 1996 als Profifotograf tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich Businessfotos – unter anderem für Kunden wie ISS Facility Services, Merck Serono, Kaufhof, Porsche, Volkswagen oder den Marburger Bund. Die Kompetenz von Till Erdmenger liegt in der Unternehmensfotografie, zu der neben professionellen Businessportraits vor allem Imagefotos für die Unternehmenskommunikation und die Dokumentation von Firmenveranstaltungen zählen. Till Erdmenger bietet seine Businessfotos neben kleinen und mittelständischen Unternehmen gezielt auch Kliniken, Ärzten und Zahnärzten an.

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