World Press Photo: Die Hintergrund-Story (Teil 2)

Die Geschichte hinter dem Gewinnerfoto des World Press Photo Awards zieht weitere Kreise: Nach dem SPIEGEL berichtet inzwischen auch DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe über Bissan Maroun und ihre Freunde. Der Reporter Gert van Langendonck hat die Abgebildeten in Beirut getroffen.

Auch die jungen Libanesen fragen sich, warum ausgerechnet Platts Bild für die angesehene Auszeichnung ausgewählt wurde, »und nicht zum Beispiel das Bild von dem toten Jungen, der nach einem israelischen Bombenangriff von einem Schutthaufen in Qana geborgen wird«. Könnte es sein, fragt Lana, »dass das Foto des toten Jungen die Wirklichkeit des Krieges zeigt? Und dass sich die Menschen im Westen bei so einem Anblick unwohl fühlen?« Aus diesem Grund glaube sie, dass Platts Foto auch gefährlich sei: »Es lenkt von der harten Realität des Krieges ab. Es bestätigt das, was viele Menschen im Westen jetzt schon glauben: Krieg passiert nur denjenigen, die nicht so aussehen wie sie.« Noch einen Schritt weiter geht Bissan Marouns Freund, Wissam Awad, 32: »Wenn das Foto des toten Jungen den Preis gewonnen hätte, dann wäre dadurch die Reputation Israels in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei Platts Bild ist das nicht so. Im Gegenteil, es suggeriert, dass Christen nichts mit dem Krieg zu tun hatten, dass alle gegen Hisbollah waren und auf der Seite Israels. Aber das ist einfach nicht wahr.«

Quelle: ZEIT online

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