Etwas Kunst am Sonntag…

Für manche Dinge hat man ja nur am Wochenende Zeit, und je nach Geschmack zählt vielleicht auch Kunst & Kultur dazu. Ein paar Themen, die mir bei der sonntäglichen Zeitungs- und Internet-Lektüre aufgefallen sind, hier in der Zusammenfassung:

In der vergangenen Woche verstarb Jörg Immendorf, einer der bedeutenden deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Bekannt war er auch bei Kunstbanausen für Kokainpartys, seine ihn lähmende Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und das erst im Januar vorgestellte Altkanzlerportrait Gerhard Schröders.

immendorf
© Reuters

Nachrufe finden sich im Internet zuhauf, etwa beim Spiegel (hier gleich zweifach), bei der FAZ oder auch in der Süddeutschen.

Ein weiterer bekannter Künstler, der im Augenblick Schlagzeilen macht, ist Wolfgang Tillmanns. Der Wahl-Londoner bekam nicht nur „Atelier-Besuch“ des wiederbelebten Zeit-Leben-Magazins (leider ist der aktuelle Bericht nicht online, lediglich ein älterer Artikel findet sich dort), er durfte sogar das komplette Feuilleton der aktuellen Ausgabe der Zeit gestalten. Auch der Spiegel interessiert sich momentan für den Fotokünstler und bringt ein Interview, in dem sich der Turner-Preisträger unter anderem über die Zusammenarbeit mit der Zeit äußert.

tillmanns
© Wolfgang Tillmanns

Die Tillmanns-Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft Hannover haben wir jetzt leider verpaßt, dennoch möchte ich auf die kulturellen Vorzüge meiner alten und neuen Heimatstadt eingehen. Erstmals haben sich die Kestner-Gesellschaft, das rennomierte Sprengel-Museum und der Kunstverein zusammengetan, um ein gemeinsames Ausstellungsprojekt auf die Beine zu stellen: Made in Germany zeigt bis Ende August über 80 Werke von 52 jungen Künstlern, die in Deutschland arbeiten. Weitere Infos finden sich z.B. beim NDR oder der ARD.

made in germany
© NDR

Ganz andere Wege geht die Staatliche Kunstsammlung Dresden, die ihre Schätze nun auch einem virtuellen Publikum im immer noch übertrieben gehypten „Second Life“ präsentiert. Auch die Netzeitung berichtet darüber. Warum dieses privatwirtschaftliche Millionengrab für gehirnamputierte Singles ohne soziales Umfeld dermaßen viel Zuspruch von öffentlicher und medialer Seite bekommt, fragt sich offensichtlich nur ein kleiner Kreis der intellektuellen Elite. Aussteigern aus dieser künstlichen – nicht künstlerischen – Welt, die so wenig mit „Leben“ zu tun hat, sei der wie gewohnt kurze und leichtverdauliche Focus-Artikel empfohlen. Wie Neal Stephenson so schön sagt: Es gibt besseres, als auf seinem Arsch zu sitzen und Pixel anzustarren!

second life
© Staatliche Kunstsammlung Dresden

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