Lesetipp: Über die heitere Apokalypse & LOHAS

vanity fair

Die Produzenten der schönen Dinge wissen um den materiellen Wert des guten Gewissens, und sie wissen vor allem, dass es genau ihre Kunden sind – die 30- bis 50-jährigen Besserverdienenden -, die vom Weltschmerz erfasst sind, aber dabei niemals die Ästhetisierung ihres Alltags vergessen würden. So übernehmen sie nicht nur die ästhetische, sondern auch die moralische Erziehung ihrer Kunden.

Solche irrwitzig wahren und zugleich komischen Sätze schreibt Susanne Beyer im Spiegel-Artikel Heitere Apokalypse. Und weil in ihrem ausführlichen Artikel noch mehr solcher Alltagsweisheiten stecken, möchte ich ihn an dieser Stelle zur Lektüre empfehlen – es lohnt sich! Auch wenn berechtigterweise die Frage aufgeworfen werden muß: War nun das Huhn oder das Ei zuerst da? Ist der öko-korrekte Anstrich einer modernen Yuppie-Welt Ergebnis einer Selbsttäuschung oder subversive Marketing-Strategie? War das zottelige Jesus-Outfit der frühen „Ökos“ bzw. „Müslis“ tatsächlich selbstgewählte Stigmatisierung oder nur Faulheit? Und half es der Umwelt? Wie schön, daß wir nun sagen können: Endlich hat das alles mal jemand verstanden und auf den Punkt gebracht! Auch ich will saubere, ästhetische, unverdorbene Ökoware kaufen – glauben die Betreiber von Biomärkten denn wirklich, halb verfaultes Obst wirke authentischer? 😉

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