Wie Schein und Sein sich persiflieren

Sex sells – das hat sich wohl auch Alex Sandwell Kliszynski, ansonsten eher durchschnittlich begabter Fotograf aus England, gedacht, als er sich ans Werk machte. Seine Idee: Ins Pornographische tendierende Fotos durch Wegretouchieren der Genitalien salonfähig zu machen. Die hier gezeigte Abbildung macht es deutlich: Es soll der Eindruck vermittelt werden, es handle sich um Puppen. In bester Barbie-Manier ist die weibliche Anatomie vereinfacht und durch rudimentäre Plastikgelenke ersetzt worden.

Diese Art der Bildbearbeitung wird gerne benutzt, z.B. auch bei den Celebrity Dolls von Worth1000.com. Ironischerweise läuft sie aber vollkommen konträr zum Bestreben, tatsächliche Puppen immer naturgetreuer zu gestalten. Über eine Fotoreportage von Marion Üdema wurde ich auf die Real Dolls aufmerksam, lebensgrosse Gummipuppen für einsame Menschen. Die Firma bewirbt die teuren Sexspielzeuge nicht nur als lebensnah und realistisch, sondern stellt auch die Genügsamkeit („stressfreie Partnerschaft“) heraus. Wie auf dem Produktfoto (das tatsächlich eine Puppe zeigt!) unten zu sehen, ist die Anatomie sehr detailliert nachgebildet. Witzig, wie sich auf diese Weise Schein und Sein in Stereotypen verlieren und sich schliesslich gegenseitig persiflieren.

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