Schönheits-Automatik

Intensive Retouche von Portraits bedarf einiger Übung und kostet viel Zeit – mit dieser Einschätzung will die Software Portrait Professional 8 aufräumen. Das Programm soll Portraitfotos derart aufmöbeln, das sie mit Magazintiteln mithalten können. Erstmals liegt nun eine Mac-Version der digitalen OP-Software vor, die ich kurz angetestet habe. Die grösste Enttäuschung und ein Ausschlusskriterium für den professionellen Einsatz finde ich gleich zu Beginn: Das Programm ignoriert das eingebettete Farbprofil und interpretiert die Farben dementsprechend falsch. Lediglich Bilder im sRGB-Modus können einigermassen verbindlich verarbeitet werden. Ich habe trotzdem einige Beispiele „bearbeitet“ – und erstaunlicherweise richtig Spass dabei gehabt. Zu Beginn wird halbautomatisch das Gesicht vermessen, anschliessend können diverse Optimierungen per Schieberegler justiert werden. Faszinierend, wie das Programm die Gesichter verflüssigt und Proportionen verschiebt. Besser und subtiler sind allerdings die Optionen zum Aufhellen der Augen oder Nachpudern der Haut. Da grundsätzlich nur der Grad der Optimierung gesteuert werden kann, diese aber einem immergleichen Schema folgt, läuft man jedoch schnell Gefahr, Einheitsgesichter zu produzieren. Das eingangs erwähnte Versprechen löst die Software ein – schnell und einfach Portraits verschönern zu können. Ob das dem eigenen Anspruch genügt, liegt im Auge des Betrachters.

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