Winzige Schießereien

Ein „neues Konzept“ mag man bei den Microshootings vielleicht nicht erkennen – einen neuen Trend in jedem Fall. Die Seite möchte eine Datenbank für Fotoaufträge werden und bietet Bildsuchenden die Möglichkeit, Briefings einzustellen. Bis zu 5 Fotografen können sich pro Ausschreibung beteiligen und passende Bilder einsenden. Das klingt alles erstmal nett und vernünftig, wenn auch nicht atemberaubend neu: Viele Fotoplattformen wie foto.studio, dasauge oder neuekoepfe zeigen aktuelle Briefings. Microshootings will als Marktplatz aber die komplette Rechnungs-Abwicklung und Lizensierung übernehmen und wird vom Auftraggeber mit 20% des Fotografenhonorars provisioniert (wie Microshootings mit zahlungsunwilligen Auftraggebern umgehen will, konnte ich auf die Schnelle nicht aus den AGB herauslesen). „Fotografen finden den richtigen Auftrag, um kurzfristige Auftragslücken zu schließen – und das ohne zusätzliche Kosten oder Verwaltungsaufwand“, schreibt die PhotoPresse reichlich euphemistisch, und übersieht dabei, dass selbst winzige Shootings Zeit und Geld kosten. Wer keinen Zuschlag seitens des Auftraggebers erhält, bekommt auch nichts. Ausserdem muss sich der Fotograf darüber klar sein, dass seine Fotos ausschliesslich als „Royalty Free“ verkauft werden. Detaillierte Lizenzmodelle sind nicht möglich; sämtliche Nebenkosten/Spesen sind mit dem Honorar abgegolten. Ob Profis angesichts der Bedingungen und angebotenen Honorare wirklich Foto-Shootings organisieren, oder auf lieber auf Material aus ihrem Archiv zurückgreifen, bleibt allerdings offen.

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