Weegee: Der Prototyp der Paparazzi

Der New Yorker Sensations-Reporter Weegee wurde 1899 als Arthur H. Fellig in Österreich geboren. Seine Familie wanderte 1910 nach New York aus, wo sie in ärmlichen Verhältnissen an der Lower East Side wohnte. Nachdem er die High-School abgebrochen hatte, schlug sich Arthur Fellig als Gehilfe eines Straßenphotographen, später als selbständiger Passbildphotograph durch.
1924 beginnt seine Arbeit als Photolaborant für “Acme Newspictures”, bei der er gelegentlich als Pressephotograph einspringt. In dieser Zeit entdeckt er sein Faible für das Sensationelle: Mord, Feuer, Prostitution und die High Society. Um freiberuflich als Pressephotograph arbeiten zu können, quittiert er Mitte der Dreißiger Jahre den Dienst bei “Acme”. Er entwickelt eine große Affinität zur New Yorker Polizei, die ihm schließlich als erster Privatperson erlaubt, ein Polizeifunkgerät in seinem Auto zu installieren. Somit ist Fellig, der sich inzwischen nach einem Wahrsagespiel “Weegee” nennt, stets als erster zur Stelle, wenn etwas Aufsehen erregendes passiert. “Herald Tribune”, “Daily News” und “Sun” gehören zu seinen Kunden. Mitte der Vierziger Jahre stellt das “Museum of Modern Art” seine Arbeiten aus. Weegee lebt inzwischen in Hollywood, wo er bei einigen Film-Produktionen mitwirkt. 1952 kehrt er nach New York zurück, wo er mit selbstgebauten Zerrlinsen Prominente portraitiert. Die entstellten Ergebnisse sorgen für Furore. Weegee stirbt am 26. Dezember 1968 in New York.

Weegee´s Werk ist vor allem der Großstadt und ihren Bewohnern gewidmet. New York bot ihm dafür die ideale Kulisse. In seinen Photos spiegeln sich sowohl die ausgelassene Stimmung der “Oberen Zehntausend” als auch die Schattenseiten der Großstadt stets im schrillsten Licht wider. Dabei standen für Arthur Fellig immer die Menschen im Vordergrund: Die Feuerwehrmänner, die einen Brand bekämpfen; die Leichen in ihrer eigenen Blutlache; die schockierten Zuschauer, die verstörten Opfer. Ganz im Stil des Photoreporters war er immer ganz vorne, am Ort des Geschehens, und sorgte mit seinen hart geblitzten Schwarz-Weiß-Aufnahmen für eine dramatische Stimmung. Weegee sagt in seiner Autobiographie über “einige seiner besten Mordfotos”: “Manchmal liess ich Licht von der Seite einfallen wie auf einem Gemälde von Rembrandt, sodass man nicht allzu viel Blut sah. So wirkte die Leiche fast lebendig, als ob der Tote nur schlafen würde”.
Seine direkte Art, mit der er jede noch so kleine Sensation einfing, macht Weegee quasi zu einem Vorläufer der Paparazzi.
Die “Zweite Schaffensperiode” in Weegee´s Photographenleben war gekennzeichnet von seiner Entdeckung, Prominente mit Hilfe einer selbstgebauten Zerrlinse auf die Schippe zu nehmen. Die Ergebnisse erinnern stark an die vor einigen Jahren angesagten Zerrbilder, die mit dem Computerprogramm “GOO” erstellt werden. Auch hier erwies sich also Weegees Arbeit richtungsweisend.

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Über Till Erdmenger – Businessfotos

Till Erdmenger ist seit 1996 als Profifotograf tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich Businessfotos – unter anderem für Kunden wie ISS Facility Services, Merck Serono, Kaufhof, Porsche, Volkswagen oder den Marburger Bund. Die Kompetenz von Till Erdmenger liegt in der Unternehmensfotografie, zu der neben professionellen Businessportraits vor allem Imagefotos für die Unternehmenskommunikation und die Dokumentation von Firmenveranstaltungen zählen. Till Erdmenger bietet seine Businessfotos neben kleinen und mittelständischen Unternehmen gezielt auch Kliniken, Ärzten und Zahnärzten an.

3 Gedanken zu „Weegee: Der Prototyp der Paparazzi

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