Test Online-Speicher, Teil 2

Vor ein paar Wochen schrieb ich über kostenlosen Online-Speicher, und erhielt zahlreiche Reaktionen darauf: Viele Leser nannten mir eigene Erfahrungen oder weitere Anbieter von Speicherlösungen im Internet. Euphorisch machte ich mich an die Arbeit, mich zu informieren, Features zu vergleichen und mich überall anzumelden. Bis mir auffiel, dass sich die nicht immer kostenlosen Angebote in reine Backup-Lösungen und sogenannte Online-Festplatten aufteilen lassen.

Während die einen Daten verschlüsselt und komprimiert auf ihren Servern ablegen (manche sogar auf den Festplatten ihrer User! Autsch), sind die Daten bei anderen Anbietern zwar ebenfalls verschlüsselt, jedoch online oder per iPhone-App zugänglich. Die einen haben solche iPhone-Apps, die anderen nicht. Bei manchen können Sie Dateien mit Freunden oder Kunden teilen, bei wenigen auch passwortgeschützt, andere bieten keine Sharing-Funktionen. Eine Übersicht über die einzelnen Anbieter ist nicht leicht zu erhalten, auch ich werde mich nicht daran versuchen, zumal ich vorerst keine der angebotenen Services nutzen möchte.

Ganz einfach, weil im Falle eines Falles ein BackUp meiner Daten möglichst schnell wieder auf meinem Rechner landen muss. Und da ist der große Haken der Online-Speicher: Die Internetverbindungen sind einfach nicht schnell genug, um riesige Datenmengen, die vor allem durch Fotos verursacht werden, zeitnah hin oder her zu schicken. Meine Datenleitung lässt keine höheren Geschwindigkeiten als DSL 6000 zu – einer der Anbieter schätzte die Zeitdauer für das erste, komplette Backup meiner Festplatte dann auch auf stolze 117 Tage! Auch wenn bekannterweise bei ADSL der Download schneller funktioniert, scheint mir ein BackUp sinnlos, das wochenlang auf sich warten lässt. In diesem Falle müsste man seine Daten auf DVD oder Festplatte anfordern: Ein kostspieliges Unterfangen (eine einzelne DVD kostet z.B. schon mal 99,- €, eine Festplatte mit maximal 400GB Daten vergleichsweise „günstige“ 189,- €). Mein bisheriges Vorgehen, kontinuierliche BackUps auf eine externe Festplatte zu schreiben (dank Apples Time-Machine inkrementiell und mit zahlreichen Versionen zur Wiederherstellung), ist wesentlich schneller, und eine solche Festplatte kann man leicht an einem sicheren Ort deponieren, um z.B. während längerer Abwesenheit höhere Sicherheit zu erlangen.

Meine Erfahrungen mit verschiedenen Anbietern fallen unterschiedlich aus. Das von einem Freund empfohlene Mozy wollte erst gar kein BackUp starten, Fehler unbekannt. Schade, denn Mozy ist einer der wenigen Anbieter von unlimitiertem Onlinespeicher zum Festpreis von 4,99 €/Monat. Backblaze bietet dies sogar noch günstiger an ($3,96/Monat). Der Preishit mit nur $3,00/Monat für unlimitierten Speicherplatz ist Crashplan. Von den genannten Unternehmen bietet nur Mozy eine App, die unterwegs bequemen Zugriff auf die eigenen Dateien bietet – testen konnte ich sie leider nicht, weil es mir nicht gelang, ein Backup zu initiieren. Anders verhält es sich mit dem Anbieter SugarSync, den ich neulich schon bei Twitter erwähnte. Bis zu 6GB freien Speicherplatz erhält derjenige, der sich durch die ersten Schritte klickt. Weiterer Speicherplatz ist vergleichsweise teuer (für 4,99 €/Monat erhält man z.B. 30GB). Dafür bietet SugarSync tatsächlich eine Synchronisation von Dateien über mehrere Rechner an, die iApp bietet Zugriff auf die hinterlegten Dateien (und diese lassen sich nicht nur per Vorschau auf dem iPhone anschauen, sondern auch z.B. an die mobile „Pages“-App weiterleiten), und es gibt (eingeschränkte) Sharing-Funktionen. Ich werde diesen Service vorerst behalten, um mobilen Zugriff auf meine Dokumente zu haben. Mal schauen, was im Herbst Apples iCloud leisten wird! Wer nach weiteren Anbietern Ausschau hält, findet hier eine interessante Übersicht, und hier weitere aktuelle Erfahrungen mit Onlinespeicherlösungen.

Fazit: Ich bin vom Hölzchen auf´s Stöckchen gekommen: Ursprünglich suchte ich einen kostenlosen Onlinespeicher, um Kundendaten einigermassen sicher zur Verfügung zu stellen. Dafür scheint mir nach wie vor das Telekom Mediencenter eine adäquate Lösung zu sein. Um Dokumente auch mobil immer parat zu haben, ist SugarSync eine interessante Variante (denn das Mediencenter bietet keine wirkliche Synchronisationsmöglichkeit und die iApp stellt zwar Dokumente als Vorschau dar, übergibt sie aber nicht an andere iApps). Wer seine Daten zusätzlich zu einem lokalen BackUp im Internet speichern will, fährt sicherlich gut mit den oben genannten, unlimitierten Services.

2 Antworten auf “Test Online-Speicher, Teil 2”

  1. Eine kleine Nachlese, ein knappes Jahr später: iCloud ist phantastisch zur täglichen Datensynchronisierung zwischen Mac, iPad und iPhone. Zum Speichern und Freigeben von Dokumenten oder Fotos ist es nicht gemacht. Microsoft (!) bietet seinen SkyDrive nun auch OSX und iOS Nutzern an, schmälert aber die früheren 25GB Platz auf nur noch 7GB. Dropbox bekommt demnächst von der Google-Cloud Konkurrenz und bietet nun endlich Freigaben für Menschen, die selbst nicht Dropbox nutzen. Ich verteile meine Fotos noch immer am liebsten über das kostenlose 25GB-Telekom Mediencenter, weil es Freigaben mit Passwortschutz unterstützt. Hat jemand noch weitere Alternativen?

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