Die gute, alte Zeit – digital erzeugt

Ist es ein Zeichen der nahenden Midlife-Crisis? Rund herum finden Leute Sachen cool, weil sie alt sind. „Retro“ und „Vintage“ sind chic, obwohl wir selbst uns nur zu gut daran erinnern, wie peinlich uns das alles später war. Das ganze funktioniert scheinbar nur, wenn man selbst jene Epoche, jene Dinge nicht selber (bewusst) miterlebt hat – nur dann kann man sie modisch versüßen, überhöhen und zelebrieren. Die „gute, alte Zeit“ erzeugt sich die Jugend von heute digital, ganz ohne Risiko. Dank „Apfel-Z“ oder „Undo“ holt man sich keine blutigen Knie.

Es ist wirklich noch nicht lange her, da flogen die Scans alter Dias reihenweise aus den Online-Bilddatenbanken, weil angeblich die Kunden keine analoge Körnung haben wollten. Analogfotografie war nicht mehr zeitgemäss und nicht vermarktbar. Jetzt, nur wenige Monate später, müssen sich die Art-Directoren dieser Welt für einige Hundert Euro Programme kauften, um den plötzlich viel zu cleanen Digitalfotos Fehler hinzuzufügen: Fussel, Kratzer, Staub, Spuren undichter Kamerarückdeckel, Fehlentwicklungen und vieles mehr. Ach, wie schön ist diese verrückte, verkehrte Welt!

Dieses Thema beschäftigte mich mehrfach, wie Sie in meinen Beiträgen Retro-Chic und Pimp my Fotos nachlesen können.

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