Alle Jahre wieder: Warum Nutzungsrechte?

Die Frage, warum ein Kunde begrenzte Nutzungsrechte erhält oder für uneingeschränkte mehr bezahlen muss, taucht so regelmässig auf, wie die U-Boot-Christen in den Kirchen an Feiertagen. Und in der Tat scheint diese Thematik so schwer zu verstehen, dass selbst gestandene Kommunikationsmanager Probleme damit haben, diese zu akzeptieren.

Dabei gibt es eine Handvoll einfacher Gründe, die für die Vergabe von Nutzungsrechten sprechen:

  1. Es entspricht geltendem Recht (das Urhebergesetz sieht die Vergabe von Nutzungsrechten vor)
  2. Es sorgt für transparente und nachvollziehbare Honorare
  3. Es sorgt für Gerechtigkeit (werden die Fotos nur eingeschränkt genutzt, kostet dies auch weniger)
  4. Es sorgt für Rechtssicherheit (der Nutzer kann die Rechtmässigkeit seiner Nutzung jederzeit nachweisen)

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu weit ausholen, denn über die Besonderheiten des Urheberrechts kann man sich schnell und umfangreich informieren. Und obwohl Analogien oft schwer herzustellen sind, möchte ich ein paar wenige Beispiele nennen, die mir in den Sinn kommen: Denken Sie an Ihren letzten Einkauf im iTunes-Store – selbstverständlich akzeptieren Sie, hier lediglich eine Lizenz zu erwerben. Glauben sie, Sie dürften den Song nun in Ihrem Firmenvideo verwenden? Haben Sie schon einmal versucht, ein Buch zu erwerben, zu kopieren und diese Kopien weiter zu verkaufen? Filmen Sie im Kino den neuesten Thriller und stellen ihn auf Ihren Firmenblog? Überall begegnen uns Lizenzen, die genau regeln, was ein Benutzer darf und was nicht.

In der Realität eines Kreativen, ob es nun ein Grafiker, Texter oder Fotograf ist, wird hingegen gerne allzu naiv erklärt, Nutzungsrechte seien viel zu kompliziert, Konkurrenten würden das einfacher handhaben, Kollegen in der PR-Abteilung könnten nicht wissen, dass ein Bild in der Nutzung beschränkt sei und man möchte gerne den E-Klasse-Kombi in Vollausttattung mit V8-Motor zum Preis des Smart (ist doch beides Mercedes). Nö, liebe Kunden, das geht nicht! Trotzdem schöne Weihnachten Ihnen allen und denken Sie zwischen den Tagen oder auf der harten Kirchenbestuhlung während der Weihnachtsmesse mal über die Sache mit den Nutzungsrechten nach …

2 Gedanken zu „Alle Jahre wieder: Warum Nutzungsrechte?

  1. Till Erdmenger Autor

    Ein Freund und Mitstreiter aus Hamburg, den ich hier bereits als Gastautor präsentieren durfte, schrieb mir per E-Mail ein paar Ergänzungen, die ich hier sinngemäß wiedergeben möchte:

    – Rechtlich betrachtet, ist der Nutzer in der Pflicht, seine Berechtigung zur Nutzung im Zweifel beweisen zu können. Eine detaillierte Beschreibung der eingeräumten und bezahlten Nutzungsrechte gerät dem Kunden hierbei zum Vorteil.
    – Dies ist ebenfalls sinnvoll, wenn Dritte die entstandenen Fotos zu unrecht nutzen. Nicht Fotografen allein, die ihr Portfolio im Internet veröffentlichen, sind vom Bilderklau betroffen, ebenso kann es jedem Unternehmen mit den eigens angefertigten Businessfotos gehen. Ein juristisches Vorgehen in einem solchen Fall bedarf des Beweises, welche (exklusiven) Rechte dem Auftraggeber übertragen wurden.
    – Auch wenn es dick aufgetragen klingt: Das Urheberrechtsgesetz ist Teil des BGB, und eine Verletzung oder Nichtbeachtung des UrhRG stellt eine Straftat dar.

    Antwort
  2. Pingback: Rechtsprechung für Foto-Nutzer | Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

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