Wichtig: August-Sander-Ausstellung in Köln

August Sander: Am Bohrwerk bei Otto Junker, Lammersdorf/Eifel, 1938 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

August Sander: Am Bohrwerk bei Otto Junker, Lammersdorf/Eifel, 1938 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

Das Werk August Sanders ist geprägt von den Menschen und Typen, die er portraitierte. Die „Menschen des 20. Jahrhunderts“ schreien beinahe nach Wiederholung, gut 100 Jahre später. Das besondere dieser Fotos ist die revolutionär andere Sichtweise auf die Menschen und ihre Arbeit, die Würde inmitten von Schweiß und Dreck. So gänzlich anders, als die vielen stattlichen Portraits vor bemalter Tapete und im Sonntagsanzug, die damals gang und gäbe waren (natürlich zurecht, denn diese waren ja von den Portraitierten so beauftragt). In gewisser Weise findet sich hier ein Vorläufer der modernen Unternehmensfotografie – jedoch mit viel stärker dokumentarisch ausgerichtetem Auge. Aus historischer, fotografischer und kultureller Hinsicht eine Ausstellung, die man nicht verpassen sollte! Hier der Pressetext dazu …

August Sander (1876—1964) gilt als einer der wichtigsten Photographen des 20. Jahrhunderts. Er zählt zu den Wegbereitern der dokumentarisch-sachlichen Photographie und sein Einfluss auf das Werk international bekannter Künstler ist weltweit unumstritten. Anlässlich seines 50. Todestages widmet Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln dem Künstler eine große Jubiläumsausstellung mit über 350 originalen Exponaten. Gezeigt wird eine kaleidoskopische Sicht auf mehrere Themenbereiche, die Sander in einem Zeitraum von fünf Jahrzehnten bearbeitete. Die Ausstellung bietet einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf das Schaffen von August Sander. Sie stellt bekannte Themen in neue Kontexte und macht damit bis dahin unbekannte Zusammenhänge sichtbar. Freie künstlerische Arbeiten werden neben Auftragsarbeiten, bekannte neben unbekannten Motiven gezeigt. Die unterschiedlichen Ausarbeitungen, vom Kontaktabzug über das gerahmte Bild für den Auftraggeber bis hin zum Abdruck im Buch, lassen die Wirkungsweisen von Bildern nachvollziehen. Viele der Arbeiten sind weltweit das erste Mal zu sehen.

Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur: „Durch unsere Arbeit an der Ausstellung und am umfangreichen Katalog konnten wir den Forschungsstand erheblich erweitern. Wir präsentieren Sanders dokumentarisches und visionäres Werk, das über den Gegenstand hinaus einen Zeitabschnitt verdeutlicht. Es zeigt uns eine sich wandelnde Welt, die verletzlich, doch beständig ist. August Sander lässt uns im besten Sinne des Wortes zwei Mal hinschauen – auf die Welt und auf das Bild von ihr.“

Die Photographien und Archivalien repräsentieren anschaulich ein in großen Teilen konzeptuell angelegtes Werk, das die professionelle Photographie in ihrer Zeit erneuerte, Anschluss an die bildende Kunst fand und bis heute bedeutende Maßstäbe setzt.
Insbesondere in den USA wird Sanders Werk begierig wahrgenommen, nicht zuletzt bereits 1931 von dem berühmten Photographen Walker Evans, der jenseits des Ozeans die künstlerische Kraft des Dokumentarischen auf den Punkt brachte.

Portraits, die im Rahmen des Projektes Menschen des 20. Jahrhunderts entstanden sind zeigen, wie eng in Sanders Werk Auftragsarbeit und freies Schaffen verknüpft sind. Auch Photographien, die in Verbindung mit Sanders Heimatort Herdorf im Westerwald stehen oder seiner frühen und langjährigen Wirkungsstätte im österreichischen Linz an der Donau, sind Teil der Ausstellung. Eine Werkgruppe mit Aufnahmen aus seiner Wohnung und seiner Werkstatt in Köln-Lindenthal vermittelt darüber hinaus einen fast privaten Blick in Sanders Arbeits- und Lebensumfeld. Dieser Eindruck wird durch einige erhaltene, originale Gegenstände und Einrichtungsstücke verstärkt. Wie sehr Sander seiner Wahlheimat Köln verbunden war, kommt in seinen Stadtbildern der Rheinmetropole, die auch das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Köln zeigen zum Ausdruck. Landschaftsbilder, vorwiegend aus verschiedenen deutschen Regionen, aber auch aus Sardinien und botanische Studien betonen zudem Sanders natur- und kulturgeschichtlich geschulten Blick. Schließlich vermitteln Photographien aus dem Bereich des Handwerks und der Industrie eine Idee seiner vielfältigen Auftragsarbeit, die auch in Künstler- und Architektenkreisen gefragt war. Dies dokumentieren von Sander angefertigte Reproduktionen von insbesondere Gemälden bedeutender Künstler aus dem Umfeld der Kölner Progressiven.

Der Katalog erscheint im Sommer 2014.
Gefördert von der Kunststiftung NRW und der Sparkasse KölnBonn
Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln
Ausstellung geöffnet täglich außer mittwochs, 14 -19 Uhr, Eintritt: 4,50 € (ermäßigt 2 €), Montags freier Eintritt. Karfreitag, 18. April bleibt die Ausstellung geschlossen.

 

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