iOS 8 – Apples neue Foto-Taktik

Bildschirmfoto 2014-06-03 um 09.45.22

Seit gestern Abend wissen wir, welche Neuerungen die kommenden Betriebssysteme von Apple auf den Mac und das iPhone bringen werden. Die neue iOS-Kamera-App und die Fotoverwaltung sind dabei natürlich besonders interessant. Kurz gesagt: Das neue Foto-Programm auf dem iPhone wird mehr Möglichkeiten zur Bearbeitung der Bilder und darüber hinaus eine Schnittstelle für Foto-Filter anderer Hersteller anbieten. Und wir können in Zukunft alle Fotos in voller Auflösung in iCloud speichern.

Die umfangreichere Bildbearbeitung ist sicherlich keine große Sache und in erster Linie der Versuch, Benutzern eine Alternative zu den zahlreichen Foto-Apps zu liefern, die sich im iTunes App Store finden. Aufschlussreicher ist da schon eher Apples Abkehr vom „Foto-Stream“, jener Technik, die die letzten 1.000 Fotos in niedriger Auflösung systemweit auf dem Mac oder iPad cloudbasiert bereitstellte. Bislang erhielt jeder iCloud-Nutzer ein Kontingent von 5GB zur freien Verfügung, um beispielsweise Dokumente von unterwegs aufrufen und bearbeiten zu können oder ein Backup seines Smartphones online zu speichern. Dabei wurde das Datenvolumen von installierten Apps, ggf. Musik (iTunes in the cloud) und eben der Fotostream nicht eingerechnet – diese Daten durfte man also kostenfrei zusätzlich speichern. Das ändert sich nun. Wer zukünftig seine Fotos komplett in der Wolke speichert, wird schnell die verfügbaren 5GB füllen und den Speicherplatz für seine Backups, Dokumente oder Kalenderdaten schrumpfen sehen. Das führt unweigerlich zu der Notwendigkeit, mehr Speicherplatz von Apple kaufen zu müssen. Die Kosten dafür wurden zwar gesenkt und man bekommt beispielsweise 20GB für rund 1 Dollar pro Monat – aber man hat eben auch keine Alternative dazu. Und letztlich werden für die Speicherung und das Abrufen der eigenen Fotos notwendigerweise (mehr) Kosten in Form mobiler Datennutzung anfallen.

Sicherlich ist meine Argumentation gegen die Speicherung aller originalen Fotodaten in der Cloud spezifisch – und nicht repräsentativ. Ich möchte aber meine Originaldaten selbst „besitzen“, nicht nur um Missbrauch oder Spionage vorzubeugen. Im Zweifelsfall muss ich schnell und störungsfrei an sämtliche Daten herankommen können – ohne dabei von DSL-Übertragungsraten abhängig zu sein. Mein Bilderordner auf dem iMac hat derzeit über 400GB Größe, die ich ungern über das Internet herunterladen möchte …

Bei aller Begeisterung für den Apple-Kosmos und die innovativen Optionen, die die jeweils neuesten Versionen von OS X und iOs bringen, empfinde ich diese Taktik als Rückschritt und hoffe, das es eine Option geben wird, die Fotos wie bisher auf dem iPhone speichern zu können und zuhause auf den iMac zu synchronisieren. Weitere Infos finden Sie übrigens bei Macnews, Macwelt oder bei Apple direkt.

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