Wie entwickelt sich der Bildermarkt der Zukunft?

Der professionelle Bildermarkt kann nur abheben, wenn er mehr Wert auf Qualität und Inhalt legt © Till Erdmenger – Businessfotos

Der professionelle Bildermarkt kann nur abheben, wenn er mehr Wert auf Qualität und Inhalt legt © Till Erdmenger – Businessfotos

Ein anschaulicher – wenngleich etwas wehmütig und nostalgisch angehauchter – Beitrag von ProPhoto Online blickt zurück auf die Entwicklung des Bildermarktes in den vergangenen Jahren. Dabei steht vor allem der Umbruch von der analogen zur digitalen Speicherung und Verbreitung von Fotos im Vordergrund. Der hier gegebene Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Marktes für Bilder erscheint mir aber ein wenig dünn. Laut ProPhoto wird sich das Interesse zunehmend auf Bewegtbilder, sprich Videos, konzentrieren und möglicherweise um Techniken wie die 3D-Fotografie ergänzt.

Ich möchte diesem Standpunkt entgegenhalten: Die bloße Nutzung spezieller technischer Verfahren kann einen Trend ausmachen. Sie kann aber nicht die Zukunft der Fotografie bestimmen. Was haben wir seit dem Durchbruch der Digitalfotografie alles erlebt: Es fing mit Bildmontagen an, führte zu vollkommen abstrus über-retouchierten Magazin-Covern, zu Retro-Filtern wie Instragram, zu quitschbunten HDR-Bildchen, zu Panoramen, zu „Bürgerreportern“ und letztlich zu Selfies. Diese Techniken haben ihren Platz als Ausdrucksmittel, wie Ölfarbe und Kartoffeldruck – sagen aber noch nichts über die Inhalte aus. Die im oben genannten Artikel erwähnten Zukunftstechniken Video und 3D sind ebensowenig neu, wie sie einer bestimmten Klientel vorbehalten wären. Jedermann kann sie anfertigen. Es ist ein Irrtum zu vermuten, die professionelle Fotografie könne sich über einen technischen Vorsprung von der Masse der Knipser absetzen. Und billige Amateurfotografie gibt es spätestens seit der Kodak Box. Der technologische Wissens- und Fähigkeitsvorsprung ist mit dem Ende von chemischen Fotolaboren und dem Sieg der Digitalkameras nochmals geschrumpft. Nach meinem Ermessen kann sich die professionelle Fotografie nur über die Qualität und den Inhalt, das Dargestellte, definieren. Talent und künstlerisches Sehen können nicht durch Technik substituiert werden. Es wird Zeit, diese Nachricht selbstbewusst in den Markt zu tragen, statt sich als Profi Ampelrennen mit Hobby-Fotografen zu liefern …

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