Test: Das Fotobuch als Marketingwerkzeug für Unternehmen

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Fotobücher sind im Privatbereich ein äußerst begehrtes Produkt, wie das Handelsblatt kürzlich konstatierte. Millionenfach werden jedes Jahr diese modernen Fotoalben produziert – und bewahren wenigstens einen kleinen Teil der unzähligen Digitalfotos vor den Unwägbarkeiten der digitalen Speicherung. Ich stellte mir die Frage, inwieweit ich als professioneller Fotograf Nutzen aus diesem Trend ziehen kann. Zum einen ist ein hochwertiges Echtfotobuch sicherlich eine edle und haptisch ansprechende Art der Portfolio-Präsentation. Auch wenn heute die Termine zur Vorstellung der eigenen Mappe immer weiter abnehmen und in erster Linie durch die Bildershow auf der Website (oder durch eine Präsentation auf dem iPad) ersetzt worden sind – ein echtes Foto im üppigen Format macht einfach einen tollen Eindruck. Vor einiger Zeit hatte ich bereits über die teilweise sehr exquisiten und teuren Anbieter solcher Unikate geschrieben. Und damit bin ich bei der anderen Verwendung von Fotobüchern im Profibereich: Es ist eine schöne Idee, seinem Kunden nach einer umfangreichen Foto-Produktion die entstandenen Aufnahmen als Buch zum Schmökern, als „Coffee-table-book“ aufzubereiten. Das ist nicht nur eine nette Geste (wobei über eine mögliche Abrechnung der Kosten ja verhandelt werden darf), sondern führt beim Kunden dazu, dass die Fotos einfach öfters angesehen oder herumgezeigt werden. Vielleicht beauftragt eine Firma ihren Fotografen mit der Anfertigung eines besonders schönen, opulenten oder großformatigen Fotobuchs für den Wartebereich am Empfang. Oder die Mitarbeiter, die für die Imagefotos posiert haben, erhalten ein kleines Fotobuch als Dank. Besonders spendable Unternehmer geben vielleicht ein schön gestaltetes Fotobuch als Geschenk für Ihre eigenen Kunden in Auftrag, oder … Ja, es gibt sicherlich einige Ideen, wie man ein Fotobuch im geschäftlichen Umfeld produktiv einsetzen kann!

Aufgrund eines sehr netten Kontakts zum Fotolabor Saal Digital hatte ich jetzt die Möglichkeit, kostenlos ein Premium-Fotobuch zum Test produzieren zu lassen. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle! Meine Erfahrungen mit diesem Anbieter lesen Sie in den folgenden Absätzen …Wie jeder andere Fotobuch-Anbieter hat auch Saal Digital eine eigene Software zur Gestaltung der Bücher. Wer als Profi lieber mit InDesign oder Photoshop arbeitet, kann alternativ PDF-Dateien in seinem Lieblingsprogramm erzeugen und bei Saal hochladen. Das Labor informiert Profis umfassend auf seiner Website über die nötigen Einstellungen. Die Saal-Software ist jedoch schnell geladen und leicht verständlich, sodass es nicht schwierig ist, damit ansprechende Designs zu erzeugen. Ein kleiner Wermutstropfen bei der Gestaltung bleibt: Obwohl die Fotobücher als Ausbelichtungen auf echtem Fotopapier hergestellt werden, können Bilddaten lediglich im relativ begrenzten sRGB-Farbraum verarbeitet werden. Dem fertigen Produkt sieht man diese Einschränkung allerdings mit bloßem Auge nicht an. Die Fotobuch-App bietet neben den Amateur-Vorlagen auch die Möglichkeit, ein völlig freies Layout zu kreieren. Dabei sind mir folgende Punkte aufgefallen: Hilfslinien sind vorhanden, aber nicht exakt über die Eingabe eines Wertes positionierbar. Das Verschieben des Bildinhaltes (wenn Fotos beschnitten dargestellt werden) funktioniert nicht immer – manchmal werden stattdessen andere Bilder markiert. Das gleichmäßige Verteilen mehrerer Fotos über die Doppelseite funktioniert nicht, wenn die Bilder unterschiedliche Masse haben. Es werden leider nur die Bildmitten gleichmässig verteilt, sodass sich Fotos anschließend möglicherweise überlappen. Diese kleinen Programmfehler lassen sich sicherlich in einer der kommenden Versionen ausbessern. Der Bestellprozess ist kinderleicht und die Datenübertragung an den Labor-Server geht abenteuerlich schnell. Mein komplettes Fotobuch war automatisch auf rund 30MB komprimiert worden. Meine Befürchtungen hinsichtlich sichtbarer Artefakte und Kompressionsverlusten bewahrheiteten sich jedoch nicht. Freitags Abends bestellt, erhielt ich Montag Mittag die Versandbenachrichtigung – das Fotobuch wurde tatsächlich übers Wochenende produziert. Heute kam der Postbote mit dem gut verpackten Fotobuch – und ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der „Geschenkkarton“ ist eine stabile Hülle für das Fotobuch, welches in einem sehr schönen Format ähnlich einer Langspielplatten-Hülle daher kommt und mit guter Verarbeitung, festen, dicken Seiten und toller Bildqualität überzeugt. Was mir noch nicht so richtig gut gefällt, ist der Einband. Das Hardcover macht einen hochwertigen Eindruck, keine Frage. Aber statt der glänzenden Oberfläche fände ich es stilvoll, den Einband beispielsweise in Leinen einschlagen lassen zu können. Manche der eingangs genannten Super-Premium-Produzenten bieten allerlei Oberflächenveredelungen an, die hiesige Anbieter wie Saal Digital gerne in ihr Programm aufnehmen dürften. Für den Anfang werde ich bei der nächsten Bestellung den Einband probeweise in matter Ausführung bestellen – vielleicht hilft das schon.

Verehrte Unternehmer und Marketing-Verantwortlichen: Ich hoffe, Sie für das Fotobuch als Marketingtool begeistern zu können. Es ist relativ leicht zu produzieren, wenn Sie bereits professionelle Fotos haben oder sowieso in Auftrag geben. Es ist verhältnismäßig kostengünstig, weil es in kleinsten Auflagen produziert werden kann. Es sieht einfach schön aus und bringt die besten Unternehmensfotos besser zur Geltung als ein Laptop. Und Ihr Profi-Fotograf wird die Gestaltung und Produktion gerne für Sie abwickeln!

2 Gedanken zu „Test: Das Fotobuch als Marketingwerkzeug für Unternehmen

  1. Stefan

    Ich plan auch demnächst mir mal ein kleines Fotobuch zu drucken einfach um meine unzähligen Fotografien auch mal in der Hand halten zu können und nicht immer nur am PC anschauen zu müssen;)

    Antwort
  2. Pingback: Im Test: Fotobuch von „Bind it“ | Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

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