Recht: Stillschweigendes Einverständnis vs. Lizenz

Es mag kleinkariert und penibel klingen, aber: Je genauer die vereinbarten und bezahlten Nutzungsrechte zwischen Fotograf und Kunde geklärt sind, desto weniger Grund für Streit besteht. Im Fall eines Pressefotografen, dessen Bilder die Zeitung nicht nur in ihrer Printausgabe, sondern auch Online verwendete, kann dieses Vorgehen nicht eindeutig nachvollzogen werden. Das OLG Zweibrücken befand, der Fotograf habe sein stillschweigendes Einverständnis gegeben, weil er dieser branchenüblichen Zweitnutzung weder widersprochen, noch ein separates Honorar gefordert habe. Vor dem Hintergrund der spärlichen Informationen zu diesem Fall kann schlecht eingeschätzt werden, ob der Fotograf ein explizites Nutzungsrecht für die Printausgabe schriftlich formuliert hatte (dann wäre die Lesart einer darüber hinausgehenden, stillschweigenden Zustimmung frech) oder nicht. Auch bleibt unbekannt, ob er von dieser zusätzlichen Nutzung wusste, oder erst später davon erfuhr. Selbst wenn das Urheberrecht grundsätzlich davon ausgeht, dass stillschweigend nur jene Nutzungsrechte übertragen werden, die der Erfüllung des Vertragszwecks dienen (siehe detaillierte Fallbeschreibung auf rechtambild.de), hat das OLG hier anders entschieden.

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