© Till Erdmenger – Businessfotos

… und ewig lockt das Geld. Wie man von verschenkter Arbeit nicht leben kann.

Wer bezahlt Fotografen? Diese Frage stellt ein Tumblr-Blog und ruft Profis weltweit dazu auf, anonym über Kunden/Auftraggeber und deren Zahlungswilligkeit zu berichten. Im Grunde ein legitimer, basisdemokratischer Ansatz. Er hat allerdings einen immanenten Nachteil: Kein Profi wird hier über Kunden berichten, die außergewöhnlich hohe Preise bezahlen. Zu groß wäre die Verlockung für jeden anderen Fotografen, genau dort zu akquirieren. Man muss die Liste also als Pranger lesen, um einen Nutzen zu finden. Und es ist tatsächlich haarsträubend, was man allein unter den Einträgen zu deutschen Auftraggebern lesen muss: Eine Tageszeitung, die ein Foto mit 10,- € honoriert; ein bekanntes Magazin, das angeforderte Fotos ohne Zahlung eines Honorars oder einer Nennung des Urhebers abdruckt; eine Werbeagentur, die für Auftragsfotografie 100,- € als Tagessatz bezahlt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet muss man jene „schwarze Liste“ zukünftig bei Anfragen eines neuen Kunden konsultieren, um adäquat anbieten zu können: Ist der Auftraggeber etwa bekannt dafür, unfaire Honorare zu zahlen?

Als Inspiration für angemessene Honorare sollte ein Profi-Fotograf andere Quellen heranziehen: Ein guter Ausgangspunkt ist die Seite Berufsfotografen.com, die auch einen Honorarrechner anbietet. Dieser hilft mühelos bei der Erkenntnis, wie wenig vom Geld übrigbleibt, wenn man erst einmal alle Ausgaben für Equipment, Auto, Versicherung und Rücklagen subtrahiert hat. Kurz gesagt: Von 100,- € Tagesgage kann man nicht leben. Ein nützliches Tool für unterwegs ist die App DesignFee, mit der man sehr schnell einen Anhaltspunkt für den Aufwand einer Produktion ermitteln kann. Einen eigenen Stundensatz kann man hinterlegen, um schnell eine „Hausnummer“ zurufen zu können (leider aber keine eigenen Faktoren für die Ermittlung der Lizenzgebühren). Und Michael O. Kirchner hat grade ein Video-Tutorial veröffentlicht, dass die Preisgestaltung für Fotografen zum Thema hat (ich kenne dies allerdings noch nicht).

Liebe Kollegen: Es gibt also Hilfe auf dem Weg zu nachhaltigen Honoraren! Es gibt viele Gründe, seine Arbeit wertzuschätzen statt sie zu verschenken! Und es gibt keinen Anlass, selbst an der Preisspirale kräftig mitzudrehen und einen Markt zu zerstören!

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