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Tipp: Schöne E-Mail-Signatur, Version 2017

Über die Möglichkeit, eine professionelle E-Mail-Signatur mittels HTML und CSS zu gestalten, habe ich hier schon mehrfach berichtet. Nach wie vor finde ich es äußerst wichtig, seine E-Mails mit einer professionellen Signatur zu versehen.

Leider war es in den ersten Version von iOS 10 nicht möglich, zuverlässig HTML-Signaturen zu integrieren. Glücklicherweise scheinen diese Probleme inzwischen behoben worden zu sein. Ich habe hier deswegen eine aktualisierte Version meines Tipps zusammengestellt:

Vorweg: CSS kann ganz schön tricky sein – das habe ich beim Erstellen meiner Signatur mal wieder gemerkt! Ich meine aber, dass sich die Mühe lohnt! Bei meiner neuen Signatur habe ich auf das Verlinken des Logos aus dem Internet verzichtet und das Logo in den HTML-Code integriert. Dies erleichtert die Anzeige des Logos in E-Mail-Programmen,  die das Laden von Bildern aus dem Internet unterbinden. Dazu habe ich eine spezielle Version meines Logos mit 300 Pixel Breite erstellt und als .png gespeichert. Diese Datei ist nur 9 kB groß. Die HTML-Datei habe ich im freien Editor SeaMonkey erstellt. Wenn man das Logo auf das Editorfenster zieht, wird das Bild als Base64 in den Code integriert. Außerdem habe ich mich diesmal ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt und meine Corporate-Schrift, einen Google Font, per Inline-CSS in die Signatur geladen.

Signatur in macOS integrieren: Es ist ein altbekannter Trick, innerhalb von Mail eine Platzhaltersignatur zu erstellen, die man dann im Finder relativ leicht anhand des Datums identifizieren kann. Die Signaturen werden im Ordner „Signaturen“ innerhalb des Ordners „Mail“ gespeichert. Diesen finden Sie in der eigenen Library (ALT-Klick auf „Gehe zu“). Sie müssen Mail beenden, bevor Sie die Platzhalter-Signatur bearbeiten. Öffnen Sie sie anschließend mit TextEdit. Die ersten Zeilen müssen erhalten bleiben, den Platzhaltertext ersetzen Sie dann mit dem kompletten HTML/CSS-Konstrukt, dass sie zuvor kopiert haben. Schließen Sie die Datei, und öffnen Sie im Finder das Informationsfenster zu der Datei (Apfel-i). Hier sollten Sie das Häckchen bei „Geschützt“ ankreuzen, damit Mail ihren Code nicht eigenmächtig umschreibt.

Signatur in iOS: Schicken Sie sich die HTML-Datei als Anhang einer E-Mail selbst. Nun öffnen Sie diesen Anhang auf dem iPhone oder iPad und lassen sich die Signatur anzeigen. Hier können Sie in den Text tippen, um alles auszuwählen und zu kopieren. Wechseln Sie jetzt in die Voreinstellungen, und dort zur Rubrik „Mail“. Hier finden Sie auch den Eintrag „Signaturen“. Möglicherweise steht hier noch der altbekannte Satz „von meinem iPhone gesendet“. Löschen Sie die vorhandene Signatur und fügen Sie den kopierten Code ein. Anschließend müssen Sie das iPhone schütteln, um die automatische Korrektur des HTML-Codes zu widerrufen (Drücken Sie im Pop-up-Fenster auf „Widerrufen“).

Viel Erfolg! Sollten Sie Fragen oder Probleme haben, hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar. Meine aktuelle Signatur sieht jetzt so aus:

Bildschirmfoto 2017-03-01 um 13.25.30.png

Clash of Rechtsverständnis: Befassen Sie sich mit den Vorteilen, die Ihnen Nutzungsrechte bringen!

Ich sehe mich immer wieder damit konfrontiert, dass potentielle Kunden keinerlei Erfahrung mit dem Thema Nutzungsrecht haben. Solange dies nicht mit einem Widerwillen gegen das Kennenlernen von Neuem einhergeht, lässt sich über die Vorteile perfekt zugeschnittener Nutzungsrechte sehr nett plaudern. Manchmal herrscht zu meinem Bedauern aber auch ein realitätsfernes Rechtsverständnis in den Marketingabteilungen vor, wie sich aus diesem Zitat ablesen lässt: „[…] aber wir lassen uns nicht auf unsere eigenen Fotos Lizenzgebühren aufschlagen und auch noch zeitlich begrenzen.“ Bei allem Respekt – Sie als Kunde können niemals „Eigentum“ an meinen Fotos erwerben. Ich kann nur empfehlen, sich einmal mit dem deutschen Urheberrechtsgesetz auseinanderzusetzen. Ein Auftraggeber erwirbt gegen Zahlung einer Lizenzgebühr die nötigen Rechte zur Nutzung der Fotos. Er „leiht“ sie, wenn man so will.

Es scheint eine weit verbreitete (allerdings nicht zutreffende) Ansicht zu sein, mit dem Bezahlen des Honorars ginge das Eigentum an Fotos auf den Auftraggeber über. Das Honorar dient jedoch lediglich der Herstellung der Fotos. Anders als bei handwerklichen Leistungen, sagen wir der Herstellung eines Küchentischs, geht anschließend jedoch nicht das Eigentum an den Fotos auf den Auftraggeber über. Hierin unterscheidet sich der Künstler vom Klempner. Sein Werk ist urheberrechtlich geschützt.

Das Urheberrecht ist unveräußerlich. Es sieht beispielsweise vor, dass der Urheber das ausschließliche Recht zur Verwertung besitzt. Will er einem Kunden die (kommerzielle) Nutzung seiner Fotos ermöglichen, muss er zwangsläufig diesem Kunden ein spezifisches Nutzungsrecht einräumen. In aller Regel geht man davon aus, dass dies gegen Bezahlung geschieht. Ich warne vor der Vorstellung, man würde Fotos vollumfänglich und mit allen Freiheiten zur Verwertung erwerben, nur weil ein naiver Fotograf keine Lizenzgebühr fordert oder nichts von Nutzungsrechten in sein Angebot schreibt. Damit kann der Kunde gewaltig auf die Nase fallen. Bittere Rechtsstreitigkeiten sind häufig die Folge, und genau davor möchte ich Sie mit der penetranten Wiederholung von Artikeln über Nutzungsrechte bewahren. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Unter den Stichworten „Nutzungsrecht“ und „Lizenz“ finden Sie auf diesem Blog jede Menge Lesematerial für die stillen Tage zwischen den Jahren!

Das ist neu in meinen AGB

Auch wenn ich nicht berufsbegleitend Jura studiere, versuche ich doch, diesbezüglich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Lektüre von „Recht am Bild“ steht zwar noch aus, aber etliche Kleinigkeiten habe ich nun im Zuge der Neugestaltung meiner Website auch gleich in den AGB geändert. Darauf möchte ich kurz eingehen:

  1. Selbstverständlich nutzt heutzutage jedes Unternehmen die Social Media Kanäle für seine Unternehmenskommunikation. Und möchte dort auch meine Businessfotos zeigen. Diese Nutzung wird zukünftig mit einer Einschränkung möglich sein: Da Firmen wie Facebook sich mit dem Upload von Fotos sehr weitreichende Nutzungsrechte daran einräumen lassen, werden Kunden in Zukunft dort nur noch solche Dateien hochladen dürfen, die einen im Bild sichtbaren Urheberhinweis enthalten und eine Kantenlänge von maximal 2048px aufweisen. Die entsprechenden Dateien stelle ich gerne zur Verfügung.
  2. Ich werde bei künftigen Aufträgen noch penibler darauf achten, von jedem einzelnen abgebildeten Mitarbeiter eine Freigabeerklärung zu erhalten. Das funktioniert problemlos vor Ort auf dem iPad. Keine Freigabe = kein Foto. Dies gilt im übrigen in Ihrem eigenen Interesse, denn Sie möchten wegen dieser rechtlichen Kleinigkeit sicherlich nicht die frischgedruckten Imagebroschüren einstampfen lassen, oder?
  3. Nach langem Überlegen werde ich ab sofort für die ganze Fahrerei nicht nur eine km-Pauschale berechnen, sondern auch die – leider unproduktive – Zeitdauer berechnen. Nicht mit dem vollen, aber mit dem halben Stundensatz.

Die kompletten Geschäftsbedingungen können Sie hier nachlesen und herunterladen, sie liegen außerdem jedem Angebot und jeder Rechnung bei. Ich danke für Ihr Verständnis!

Mein meist-geklautes Foto

Natürlich verfolge ich Urheberrechtsverletzungen. Das ist nicht mal eine Frage der Ehre, sondern eine Selbstverständlichkeit, auch wenn es vielen Internet-Nutzern (und auch Kollegen) völlig natürlich erscheint, sich ungefragt bei anderen zu bedienen. Über die Notwendigkeit von Nutzungsrechten habe ich mir hier schon die Finger wund geschrieben, ebenso über verschiedene Möglichkeiten, den Missbrauch zu verfolgen. In einem umfangreichen Selbstversuch habe ich im Sommer etliche meiner Fotos bei Copytrack hochgeladen, einem jungen deutschen Unternehmen, dass verspricht, sich um die Nachlizenzierung zu kümmern. Es dauerte nicht lange, bis ich zahlreiche mißbräuchliche Verwendungen meiner Fotos aufgelistet fand. In Copytrack kann der Urheber illegale Verwendungen markieren und um Nachverfolgung seitens des Anbieters bitten. Im Falle einer Auszahlung erhält Copytrack einen Anteil. Als Zwischenfazit kann ich folgendes vermerken: Gegen russische und ostasiatische Bilderklauer ohne Impressum kann auch ein professioneller Anbieter kaum etwas ausrichten. Und manche – meines Wissens nach – mißbräuchlichen Verwendungen entpuppten sich als Weitergabe der Bilddaten seitens meiner Kunden an Dritte – bis vor einigen Jahren hatte ich selbst beim Thema Lizenzen geschludert und kann nun leider gegen diese Zusatz-Verwertung nichts mehr unternehmen. Etliche andere, eindeutige Fälle werden aktuell weiter verfolgt, hier tut sich aber derzeit wenig – was immer das über die Motivation des Anbieters aussagen mag. Nebenbei habe ich festgestellt, dass das oben abgebildete Foto wohl das am häufigsten geklaute meiner Bilder sein dürfte.

Ein persönlicher Photokina-Rückblick

Es ist ein paar Jahre her, seit ich das letzte mal auf der Photokina war. Dieses Jahr hatte ich jedoch keine Ausrede mehr – bei nur noch 17 Minuten Anreise. Ja, es war sehr interessant, es war eine tolle Messe! Und ich möchte ein paar ganz persönliche Eindrücke mit Ihnen teilen:

  • Ich habe einige tolle Fach-Vorträge gehört, z.B. vom Rechtsanwalt Deubelli oder der Fotografen-Beraterin Fr. Güldner. Deren Gedanken boten ein paar bemerkenswerte Anregungen zu Themen wie Lizenzierung für Social Media, Nachverfolgung von Urheberrechtsmißbräuchen oder Nutzungsrechten im Alltag.
  • Es waren unglaublich viele asiatische Firmen auf der Messe vertreten, die Blitzlicht und Dauerlicht anboten. Von vielen dieser Marken hatte ich noch nie gehört – entsprechend schwierig war für mich die Qualität dieser Produkte einzuschätzen. Zu allem Unglück gesellten sich noch sprachliche wie fachliche Barrieren hinzu, schade („What is Aperture?“).
  • Seit etlicher Zeit hatte sich bei mir der Wunsch nach einer spiegellosen Systemkamera eingestellt, man nennt es auch „gear acquisition syndrom“. Nachdem ich nun erstmals Fujis XPro2 und Sonys Alphas in die Hand nehmen konnte, stellte ich erleichtert fest: Das sind bestimmt tolle Werkzeuge, aber sie sind auch ganz schöne Klopper. Längst nicht so klein und kompakt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Schon gar nicht mit professionellen Objektiven vorne dran.
  • Die Entwicklung immer besserer Profi-Kameras finde ich dennoch höchst erfreulich: Geräte wie die Hasselblad XD1 oder die Fuji GFX mit „Mittelformat“-Sensoren sind spannend und werden es Profis schon bald ermöglichen, auch jenseits der Studiofotografie ungeahnte Qualität liefern zu können (obwohl ich angesichts der Sensor-Maße von rund 32x43mm den Vergleich zum Mittelformat, klassisch ab 4,5×6 bzw. 6×6, schon vollmundig finde 😉
  • Von den ausgestellten Fotos beeindruckten die UNICEF-Bilder des Jahres am meisten. Da mußte ich schon schlucken und stellte mal wieder fest, dass es eine der wichtigsten und ehrenvollsten Aufgaben der Fotografie ist, auf die Missstände dieser Welt aufmerksam zu machen.
  • Die analoge Fotografie lebt. Das erkennt man nicht nur an Magazinen wie „PhotoKlassik“ und Enthusiasten wie der Firma Adox mit ihren faszinierenden Schwarzweißfilmen, sondern auch an den hochprofessionellen Foto-Finishern. Sei es Ilford mit speziellen Papieren, WhiteWall oder Saal Digital mit erstklassigen Vergrößerungen und innovativen Oberflächen (z.B. gebürstetes Alu): Der Spaß an Bildern, die man in die Hand nehmen kann, ist spürbar vorhanden. Schön!

Warum Fotografen nicht kostenlos für Ihr Unternehmen arbeiten sollten. Und einige es doch tun werden.

Vor Kurzem las ich zwei ausführliche und interessante Beiträge, die sich mit der Frage auseinandersetzten, ob man als Fotograf nicht-honorierte Aufträge annehmen sollte oder nicht. Ich muss zugeben, dass ich selbst noch von keinem Unternehmen mit der Bitte um kostenlose Fotos kontaktiert wurde – sehr wohl aber mit deutlichen und vollkommen unrealistischen Budgetvorstellungen. Es gibt darüber hinaus auch eine Vielzahl von Situationen, in denen von mir als Fotograf die Übernahme der Dokumentation von Ereignissen – teils unausgesprochen – erwartet wird. Mit diesen Zeilen möchte ich Ihnen als potenziellem Auftraggeber verständlich zu machen, warum ich kommerzielle Aufträge nicht honorarfrei übernehme.

Wer keine Geduld hat, weiter zu lesen: Es ist schlichtweg absurd. Niemand kann – weder privat, noch im geschäftlichen Umfeld – die Erbringung einer Leistung oder die Überlassung eines Produkts ohne Gegenleistung erwarten. Nicht von seinem Klempner, nicht im Supermarkt, nicht vom Flotten-Ausrüster, nicht von einem Fotografen. Ihre Geschäftspartner haben ihrerseits finanzielle Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssen, sie investieren ihrerseits in Werbung, Arbeitsmittel oder Fortbildung. Erbringen diese Geschäftspartner nicht-honorierte Leistungen, investieren sie darüber hinaus einen erheblichen Betrag in die alltäglichen Ausgaben – sprich, sie verzichten nicht nur auf ein Honorar, sondern bezahlen ihre Versicherungen, Mieten oder Kredite aus eigener Tasche obendrauf. Wenn Sie als Auftraggeber gerne mit Partnern zu tun haben, denen jegliches wirtschaftliches Denken abhanden gekommen ist und die nicht darauf angewiesen sind, von ihrer Arbeit zu leben, können Sie natürlich versuchen, einen kostenlos arbeitenden Fotografen zu finden. Ich würde jedoch davon abraten. Nicht nur, dass solche Personen wenig vertrauenswürdig erscheinen – Sie sollten sich auch darüber klar sein, dass ein solcher Dienstleister eben auch nichts zu verlieren hat, wenn er eine schlechte oder gar keine Leistung für Sie erbringt.

Gerne wird von Auftraggeberseite die öffentliche Exposition, die Erfahrungssammlung oder die gute Referenz durch kostenfrei ausgeführte Aufträge betont. Ich möchte entgegnen: Wer als Fotograf Übung braucht oder experimentieren will, findet dazu sehr einfach Möglichkeit, dies aus eigenem Antrieb heraus zu tun. Freie Arbeiten unterscheiden sich in Gestus und Wertschöpfung jedoch erheblich von kommerziellen Arbeiten. Auch die Darstellung in der Öffentlichkeit ist in der vernetzten Welt von Instagram und Twitter kein Problem mehr.

Diese in aller Kürze skizzierten Gründe schließen keineswegs ein „Sponsoring“ aus – wenn es einem gemeinsamen, guten Zweck dient. Daher arbeite ich beispielsweise seit Jahren mit und für den Lions-Club und habe wiederholt kostenlose Fotos produziert. Auch privat gibt es immer Personen, denen man einen Wunsch eben nicht abschlagen kann (allerdings bin ich auch hier eher zurückhaltend und biete ggf. einen Rabatt an, um den Wert meiner Arbeit kenntlich zu machen).

Sollten Sie Interesse haben, noch tiefer in das Thema einzusteigen, lesen Sie den Eingangsartikel Photography For Free, All The Cool Kids Are Doing It sowie die Erwiderung darauf, My Response To Free Work.

Die besten Beiträge des Jahres 2015

Wie jedes Jahr, möchte ich Ihnen hier die beliebtesten Beiträge auf meinem Blog vorstellen. Sicherlich ein guter Weg, hier die interessantesten Perlen aus über 850 Artikeln aufzuspüren. Schauen Sie mal rein:

Für die bevorstehende Weihnachtszeit wünsche ich Ihnen viel Ruhe und Muße, sich mit den Dingen beschäftigen zu können, die Ihnen Spaß machen!