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Shabby Chic

In der ZEIT vom 4. Mai fand sich ein bemerkenswerter Artikel mit dem Titel „Abgewetzt und schön verschrammt“, in dem es um die Beobachtung geht, dass echte Antiquitäten einen rasanten Preisverfall erleben, während es gleichzeitig zum bohemian Lifestyle zählt, sich im „shabby Chic“ einzurichten. Diese neue Art des Historismus, der hier als Kontemporismus bezeichnet wird, zeichne sich vor allem durch den Drang nach unvorbelasteter, geschichtsloser Selbstbestimmtheit aus.

In dieser durchaus philosophischen Betrachtung unserer Epoche finde ich einige Details, die mir aus der Fotowelt bekannt vorkommen. Authentizität, Liebe zum Detail, das (auch in zeitlicher Hinsicht) Schwelgen in handwerklicher Raffinesse – all das, was man vereinfacht mit der „guten alten Zeit“ verbindet, findet sich heute eben nicht mehr. Es zählt nichts mehr, weil es zu aufwändig, zu zeitintensiv, zu aufmerksamkeitsfordernd, zu mühevoll und zu teuer ist. Es würde bedeuten, Geduld zu haben. Geduld, Kompetenz und Zeitautonomie – das scheint unzeitgemäß geworden zu sein und deshalb verkaufen sich die „ready-made“ Möbel genauso gut wie Instagram-Filter. Mich wundert das überhaupt nicht, denn wir führen ein derart digitalisiertes Leben, das optimiert, gestreamlined und clean ist, dass es gradezu notwendig erscheint, hier und da ein wenig abgeblätterte Farbe anzubringen. Und wenn man die schon fix und fertig kaufen kann, Bitteschön. Die Realität ist ja vielfach auch zu schrecklich, um sich mit ihr abgeben zu wollen. Authentizität in Form von Terrorismus, Populismus und Migranten wollen wir lieber nicht in echt erleben. Es ist viel schmerzfreier, ein wenig Patina aufzupinseln. Leider verstellt das gehörig den Blick. Dass das Leben Mühe bereitet, blenden wir auf diese Weise sauber aus und verlieren leicht die Einsicht, dass Engagement und Einsatz notwendig und lohnend sind und Respekt verdienen. Sei es in sozialer, politischer oder ganz banal in fotografischer, gestalterischer Hinsicht.

Die Foto-Trends 2017

Zum wiederholten Mal spürt Getty Images den aktuellen Bildertrends nach und prognostiziert, was uns im kommenden Jahr inhaltlich und ästhetisch in der Bildsprache erwarten wird. Von Virtualität ist da zu lesen, die in der Normalität ankommt, von ungefilterten, authentischen Reportagen, die Unternehmen für ihr Storytelling einsetzen wollen, und auch von der Globalität im Sinne des nachbarschaftlichen Alltags. Spannende Themen, die nun aufgegriffen werden müssen. Auch an anderer Stelle entdeckt man Voraussagungen zu den visuellen Trends des kommenden Jahres – auch hier steht Authentizität an oberster Stelle. Das gefällt mir. Auch die Nennung von Themen aus der analogen Welt: Bücher, Pflanzen, analoge Fotografie, Alltag, die neben dem „Menschen und der Technik“ die fotografische Darstellung prägen werden. Ich finde es nebenbei sehr beruhigend, dass hier nicht mehr von technischen Spielereien und Eintagsfliegen die Rede ist, die in früheren Jahren als Trends gehyped wurden. Copter-Fotos oder Instagram-Filter sind modische Merkmale von Fotos, machen aus meiner Sicht aber keine fundierte Aussage über die Themen, die gezeigt werden und berühren sollen.

Continuity

Kontinuität, das Anknüpfen an Bewährtes, das Vermeiden von Folgefehlern dürfte im Business vielen als wichtig erscheinen. Schön, wenn Kunden also auch nach Jahren wiederkommen und gemeinsame Erfolge fortführen wollen. Anbei ein kleines Beispiel meines Kunden „Wein-Cabinet Briem“ in Bonn – die Continuity scheint mir gegeben 😉

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Unternehmensfoto für das Wein-Cabinet Briem 2012

blog.erdmenger.de

Unternehmensfoto für das Wein-Cabinet Briem 2015

Chicago © Till Erdmenger – Businessfotos

Ganz ehrliche Manipulation

Anlässlich der jüngsten Diskussionen um Sparten-Sieger des World-Press-Photo-Contests (Szenen sollen gestellt und andernorts fotografiert worden sein) kramt das fotoMagazin eine Kolumne von Manfred Zollner aus der Zeit hervor, als vor 2 Jahren schon einmal (und nicht das erste mal) die Authentizität eines prämierten Pressefotos angezweifelt wurde. Man kann ihm nur beipflichten: Mittels Bildausschnitt, Perspektive und Technik „manipuliert“ jeder Fotograf seine Fotos – üblicherweise wird das allerdings als künstlerischer (oder zumindest kreativer) Schöpfungsprozess angesehen und vom Bildschaffenden auch so erwartet. Es ist der unmittelbare Grund dafür, dass Fotos gefallen, fesseln und eine Situation transportieren können.

Man kann die wieder aufgeflammte Debatte über unehrliche Reportagefotos in der „Lügenpresse“ aber noch anders deuten: Als Suche nach Orientierung, ein bisschen Ehrlichkeit, nach dem Echten, Originalen in dieser Welt voller Täuschungen und falschen Versprechen. Das klingt romantisch, verwundert aber nicht. Es steckt mehr dahinter als die Sensationslust an unretouchierten Fotos einer faltigen Cindy Crawford. Kunden möchten einfach nicht beschissen werden. Auch Ihre nicht – und aus diesem Grund empfehle ich ganz eindeutig authentische Unternehmensfotos, die tatsächlich Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter zeigen. Das ist meine ganz ehrliche Art, Ihre Marketingentscheidung zu manipulieren 😉

Original vs. Ideal: Die unbewusste Diskrepanz

IMG_4438Ein Projekt des Fotografen und studierten Psychologen Scott Chasserot sorgt derzeit für Aufmerksamkeit – „Original Ideal“. Dahinter steckt der Gedanke, die unbewusste Selbstwahrnehmung des Menschen sichtbar zu machen. Seine Alltags-Models wurden zunächst portraitiert, anschließend dutzendfach am Computer manipuliert. Schließlich sahen die Probanden ihre Diashow, während sie an einen Hirnscanner angeschlossen waren. Dieser sollte die Reaktion auf die „verschönerten“ Versionen messen und so aufzeigen, welche Idealvorstellung die Teilnehmer von sich selbst haben. Die im übrigen sehr schön gemachte Website zu diesem Projekt zeigt etliche Originalfotos in der Gegenüberstellung mit dem vermeintlichen Ideal.

Leider konnte ich keine Anhaltspunkte finden, nach welchen (genormten?) Kriterien die Portraits manipuliert wurden. Im Ergebnis fällt auf, dass vielfach eine deutlich symmetrische Variante bevorzugt wurde, bei einigen Personen sind auffällige Veränderungen der Augenfarbe zu beobachten, bei anderen wurden die Gesichtsproportionen stark verändert. Dass die Ergebnisse individuell – ja sogar unterbewusst – gewählt wurden besagt noch nichts über die zur Auswahl gestellten Versionen. Hier wäre weitere Information wünschenswert, die der Fotograf auch im Interview nicht preisgibt.

Dennoch unterstützt dieses Projekt die Erkenntnis jeden Profifotografen, dass Portraitierte nicht selten Kritik an den Ergebnissen äußern, weil sie sich „schlecht getroffen“ fühlen. Kein Wunder, wenn die Selbstwahrnehmung teils so frappant von der Realität abweicht!

Plädoyer für Professionalität

Dokumentation einer Firmenveranstaltung © Till Erdmenger – Business Photographie

Selbst Gestricktes kann so schön sein! Zu recht darf jeder stolz auf seine Leistungen sein, vor allem, wenn er damit auch noch ordentlich gespart hat. Das gilt für das Billy-Regal im Keller oder den verkohlten Kuchen zum Muttertag genauso wie für das schief aufgehängte Bild im Wohnzimmer. Aber gilt es auch für die Art und Weise, wie Sie Ihr Unternehmen präsentieren? Für Ihr Firmenlogo, Ihre Imagebroschüre oder Ihre Website? Überall, wo es um die Darstellung Ihres Unternehmens geht, wirken visuelle Reize am schnellsten. Kunden und Interessenten lesen nicht zuerst den Text, sondern schauen sich zuerst die verwendeten Bilder an. Aus diesem Grund sollten Sie sich sehr genau überlegen, ob selbst-geknipste Fotos das Mittel der Wahl sind, wenn es um die Kommunikation Ihres Geschäfts mit (potenziellen) Kunden geht.
Der große Vorteil selbst produzierter Businessfotos ist, das Sie meist kostenfrei und nebenbei daran kommen und so vermeintlich unkompliziert Material für die Firmenkommunikation erhalten. Jeder Laie und Hobbyfotograf kann heute mit überschaubarem finanziellem Aufwand Kameras, Objektive, Blitzgeräte, Computer und Software anschaffen, die dem Equipment eines Profis ebenbürtig sind. Sie werden in Ihrem Unternehmen also garantiert einen ambitionierten und technikbegeisterten Mitarbeiter finden, der eine semiprofessionelle DSLR-Kamera besitzt, die noch bessere Bilder macht, als Ihr neuestes Business-Smartphone mit 12 Megapixeln. Und diesen Mitarbeiter werden Sie sehr leicht motivieren können, für Ihre Firma ein paar Fotos zu schiessen.
Das klingt derart verlockend, dass selbst Unternehmen, die sich einen professionellen Fotografen leisten könnten, es erst einmal selbst versuchen. Wenn sie dann doch nicht mehr weiter kommen, findet sich bestimmt irgendjemand, der die Suppe auslöffelt. Im Zweifel ist es dann einer jener Allround-Fotografen, die sich besonders gut damit auskennen (schauen Sie mal, wie viele kleine Fotostudios neben „Passbildern“, „Hochzeitsreportagen“ und „Akt/Erotik“ auch „Businessfotos“ anbieten – wollen Sie Ihr Geschäft von solchen Fotografen ablichten lassen?). Dabei gehen wichtige Details oft unter – und das beschädigt Ihr Firmenimage schneller, als Ihnen lieb ist. Die Leistungen Ihres Unternehmens sind selbstverständlich hochwertig und jeden Cent ihres Preises wert – wie wollen Sie das Ihren Kunden mit selbst-gebastelten Businessfotos klarmachen?

Profi-Vorteil: Klare Bildsprache
Nicht durchdachte Motive und unprofessionell umgesetzte Fotos wirken stilistisch schnell uneinheitlich und haben keine stringente Bildsprache. Langweilige, nicht eindeutig erkennbare Bildmotive oder Fotos mit technischen Mängeln, wie sie tausendfach im Netz zu finden sind, helfen aber nicht dabei, sich von Marktbegleitern abzuheben und die Einzigartigkeit Ihrer Marke zu betonen. Ein Profifotograf kann Ihnen im Gegensatz dazu Bilder mit klarer Aussage und hohem Wiedererkennungswert liefern.

Profi-Vorteil: Individuelle Businessfotos
Insbesondere vorgefertigte Businessfotos, wie Sie sie für einstellige Euro-Beträge bei Online-Bildagenturen kaufen können, begegnen dem potenziellen Interessenten überall – auch bei der Konkurrenz. Das wirkt natürlich wenig hochwertig. Nicht nur die dargestellten Posen („Sekretärin mit Telefonhörer in der Hand“) sind ausgelutscht, oftmals passen die abgebildeten Personen in Bezug auf Bildhintergrund, Kleidung, Alter oder ethnische Zugehörigkeit nicht zu Ihrem Unternehmen – es fehlt die Authentizität. Ein Profi erstellt für Sie individuelle Fotos, die Ihrer Firma eine unverwechselbare Identität verleihen.

Profi-Vorteil: Gestalterische Souveränität
Schöne Fotos kann auch Ihr Mitarbeiter mit seiner tollen, neuen Kamera machen. Vielleicht. Ihre Firma ins richtige Licht zu rücken, erfordert aber nicht nur umfangreiches Werkzeug, sondern auch jahrelange Erfahrung im Umgang damit. Es erfordert Expertise in der Bildgestaltung, der Lichtführung, dem Umgang mit Menschen, der Post-Production und Druckaufbereitung und nicht zuletzt der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Weitere Details sind z.B. die passende Licht- und Farbstimmung, die sich idealerweise Ihrem Corporate Design annähert. Diese Anforderungen kann nur jemand erfüllen, der sich professionell mit Fotografie auseinander setzt.

Profi-Vorteil: Klar definierte Nutzungsrechte
Wenn Sie sich für professionelle Businessfotos entscheiden, erhalten Sie nicht nur erstklassige Bilder, sondern auch detaillierte Rechte zur Nutzung dieser Fotos. Sie erhalten Rechtssicherheit, denn die erworbene Lizenz garantiert Ihnen Legalität bei der Verwendung der Motive. Grade bei selbstgeschossenen Bildern wird auf solche Details gerne verzichtet. Der motivierte Mitarbeiter mit seiner oben erwähnten DSLR-Kamera bekommt vielleicht einen Bonus oder eine Beförderung in Aussicht gestellt, wenn er „mal eben“ die Firmenfotos macht. Eine Rechnung wird er nicht stellen können/dürfen. Eine nachvollziehbare Vereinbarung über die Nutzungsrechte zu treffen ist für ihn nicht Alltagsgeschäft, sondern Kauderwelsch. Stellen Sie sich bitte vor, dieser aufstrebende Mitarbeiter wird kurze Zeit später von der Konkurrenz abgeworben und ändert seine Meinung über die weitere Verwendung seiner Lichtbildwerke für Ihr Unternehmen. Im Zweifelsfall kann er gegen Sie klagen und Sie müssen die in zigfacher Auflage gedruckte Firmenbroschüre mit seinen Fotos einstampfen. Solche aus kurzsichtigen Beweggründen eingegangenen Risiken können sich sehr schnell zu Ihrem Nachteil entwickeln.

Gerne werde ich auch für Ihr Unternehmen tätig und helfe Ihnen mit meinen Fotos, Ihre visuelle Kommunikation zu professionalisieren. Ihre Firma gewinnt dadurch an Identität und Image. Rufen Sie mich an unter 0171-5224659, oder schreiben Sie mir an photos@erdmenger.de