Schlagwort-Archive: Businessfotografie

Ein seltenes Fachgebiet: Medizinfotografie

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Medizinfotografie im Operations-Saal © Till Erdmenger – Businessfotos

Wenn ich erzähle, dass ich mich mit meiner Unternehmensfotografie vor allem an Kliniken und Ärzte bzw. Zahnärzte wende, meine ich damit heute vor allem Imagefotos – Bilder, die einen werblichen Charakter haben. Ich habe eine Zeit lang aber auch faszinierende Erfahrungen im Bereich der (wissenschaftlichen) Medizinfotografie gesammelt, die mir heute noch zugute kommen. Damit meine ich Fotos, die live während echter Operationen entstanden. Keine leichten Arbeitsbedingungen: Eingepackt in einen OP-Kittel, penibler Abstand von allen sterilen Bereichen, teilweise extreme Nahaufnahmen vom blutigen Operationsfeld, von der Leiter aus über die Schulter des Chirurgen fotografieren – direkt unterhalb der extrem heißen OP-Lampen. Meine Affinität zur Businessfotografie für Kliniken, Arztpraxen und Krankenhäuser liegt in diesen Erfahrungen begründet – und ich fotografiere noch heute gerne „minimal-invasiv“. Die Seite Fstoppers hat aktuell übrigens einen interessanten Artikel über den Medizinfotografen Eneil Simpson veröffentlicht und inspirierte mich zu diesem Artikel 😉

Ausstellungstipp: „Industrie als Motiv“ in Köln

Über die kommende Ausstellung von Fotografien von E.O. Hoppé hatte ich hier bereits berichtet. Der wiederentdeckte Porträt- und Industriefotograf hat u.a. einige Jahrzehnte vor mir den berühmten „Coat Hanger“, die Sydney Harbour Bridge, fotografiert – damals noch im Bau befindlich.

Zeitgleich findet in der „Photographischen Sammlung“ der SK Stiftung Kultur (Im Mediapark 7, 50670 Köln) die Ausstellung „Industrie als Motiv“ statt und lockt mit Aufnahmen von Bernd und Hilla Becher, Albert Renger-Patzsch und August Sander. Der Veranstalter schreibt dazu:

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August Sander: Hohenzollernbrücke, Köln, 1927 © Rheinisches Bildarchiv Köln, 2017

Der Industriedarstellung kommt im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur eine wichtige Bedeutung zu. In der Gruppenausstellung wird eine Auswahl an Werkgruppen zum Thema vorgestellt, die die Zeitspanne seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er-Jahre reflektiert. Entsprechend des technischen Fortschritts und den Entwicklungen auf künstlerisch-photographischem Gebiet werden vielfältige Momente veranschaulicht.

Während sich der aus dem Westerwald stammende Peter Weller am Ende des 19. Jahrhunderts unter landschaftlich-architektonischen Aspekten den Hüttenwerken des Siegerlandes näherte, dokumentierte Ruth Hallensleben in vielen ihrer Auftragsarbeiten für die Schwerindustrie zentrale Betriebe, eingeschlossen sozialer Einrichtungen. August Sanders wenig bekannte Mappe „Mensch und Maschine“ erweitert seine typologisch ausgerichtete Portraitkunst um einen reportagehaften Blickwinkel. In den 1950er- und 1960er-Jahren werden industrielle Motive zunehmend auch von Vertretern der „subjektiven fotografie“ in ihre experimentellen Bildstudien einbezogen.

Ein photographischer Ansatz, der für Bernd und Hilla Becher von maßgeblicher Bedeutung war und exemplifiziert wird, ist die sachlich konzeptuelle Dokumentation einer gesamten Anlage, hier etwa eines Bergwerks. Claudia Fährenkempers Bildreihe über den Aufbau eines Schaufelradbaggers im Braunkohletagebau Hambach schließt sich hier stilistisch gut an. Nicht zuletzt zeigen Joachim Brohms Photographien aus der Serie „Industriezeit“ von 1990 Spuren und Verweise einer zu Ende gegangenen Ära im Ruhrgebiet, die 100 Jahre zuvor noch fest verankert und zukunftsweisend erschien.

Pressepreview: Dienstag, 4. April um 11 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 5. April um 19 Uhr
Ausstellung: 6. April bis 30. Juli 2017

Ausstellungen geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr.
Karfreitag, 14. April, geschlossen, alle weiteren Feiertage geöffnet!

Eintritt: 5,50 € (ermäßigt 3 €), erster Montag im Monat freier Eintritt!
Kombiticket mit dem Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln: 7 € (ermäßigt 4 €)
Regelmäßige Führung: Jeden Sonntag um 15 Uhr, Kosten: regulärer Eintritt + 2 € Führungsgebühr

Till Erdmenger – 20 Jahre professionelle Fotografie

Heimlich, still und leise kommt dieser Tage der Nikolaus den Kamin herunter. Mir ist aber noch was anderes aufgefallen: In diesem Jahr „feiere“ ich Jubiläum, denn meine fotografische Profession begann vor 20 Jahren. Dies soll kein großer Rückblick werden, so nostalgisch muss es nicht sein, und schließlich ist ja noch viel interessanter, was die Zukunft bringt. Vor 20 Jahren also, nach 3 Semestern Politikwissenschaften, stand für mich fest, dass nicht das Schreiben, sondern das Fotografieren mein Lebensinhalt sein soll. Während ich mir die Studios in Hannover und Umgebung anschaute und Bewerbungen schrieb, verbrachte ich damals ein paar interessante Wochen bei Georg Akrutat, der seinerzeit mit viel Detailverliebtheit ein kleines Studio am Schwarzen Bären betrieb. Kurz später begann meine Lehre bei Michel Eram in Langenhagen. Die konnte ich auf 2 Jahre verkürzen – und trotzdem als Innungsbester abschließen. Das geschenkte Jahr verbrachte ich mit einer Fortbildung zum Computer-Grafiker, was mir im Anschluß meinen ersten Job einbrachte, bei der Agentur Meier´s in Hannover. Nach einem guten halben Jahr zog es mich dann in die weite Welt, ich wollte in die Fotografen-Stadt Düsseldorf. Beinahe hätte sich der Plan nochmals geändert, als mir Frank Wartenberg eine Assistenzstelle in Hamburg anbot. Ich blieb aber am Rhein, wo ich als freier Assi bei verschiedenen Fotografen arbeitete und nebenher eigene Jobs produzierte. Später folgten dann meine Jahre in der Schweiz, wo ich faszinierende Erfahrungen mit Fotos während Operationen machte, viele Imagefotos produzierte und zugleich sehr oft Layouts entwarf. Seit meiner Rückkehr nach Deutschland 2007 arbeite ich wieder als selbstständiger Fotograf, zuerst in Hannover, dann in Essen und jetzt in Bergisch Gladbach.

Als Illustration für diesen Beitrag habe ich zwei alte Fotos gescannt, die ich während meiner Ausbildung produziert habe – der „Auftrag“ bestand in Imageaufnahmen eines „Firmenseniors“ in seinem Arbeitsumfeld. Realisiert auf Ilford Delta 100 mit der Nikon F90x und einem Nikkor 2,5/105mm – meine ersten Unternehmensfotos 😉

Joblog: Unternehmensfotos in der Druckerei der Bergischen Kartonagenfabrik

Ein Auftrag brachte mich neulich wieder zu einem Kunden, für den ich bereits in den letzten Jahren mehrfach fotografiert hatte. Diesmal standen Aufnahmen in der Druckerei im Vordergrund. Realisiert habe ich diese Motive mit Ambient Light und langer Verschlusszeit von 1/10sec, um die Dynamik der Szene einzufangen.

Tipp: Wie man den richtigen Fotografen findet

LIFE CoverVor Kurzem fand ich einen Beitrag eines Berliner Kollegen, der einige interessante Punkte zusammenträgt, wie ein Unternehmen zur optimalen Fotografen-Auswahl gelangt. In einigen Punkten stimme ich zu, in anderen möchte ich widersprechen. Am Ende dieses Beitrags verlinke auf die (bezahlte) Pressemeldung von „Capital Headshots Berlin“.

  1. Gemischtwarenhändler
    Denken Sie mal an die ganz großen Konzerne und bekannten Marken: Bei Apple, Mercedes oder Coca-Cola besteht keinerlei Zweifel an deren Kernkompetenz. Demgegenüber gibt es bei Aldi allerlei günstige Nahrungsmittel sowie verschiedenste Angebote wie Gartenstühle oder Kinderkleidung. Noch besser: Der Kiosk, bei dem man Süssigkeiten wie auch Zigaretten, Bier, Zeitschriften oder Lottoscheine findet.
    Machen Sie sich im Vorfeld klar, welche Art von Fotos Sie benötigen. Und suchen Sie dementsprechend zielgerichtet nach einem Spezialisten auf diesem Gebiet, nach jemandem, dessen Kompetenz z.B. im Bereich Businessportrait, Veranstaltungsfotografie oder Automotive liegt. Aller Erwartung nach werden Sie hier geeignetere Spezialisten finden, als wenn Sie sich leutselig an die Passbildbude um die Ecke wenden.
  2. Studio to go
    Seit vielen Jahren erkläre ich meinen Kunden den entscheidenden Vorteil meines mobilen Studios: Das nämlich Weg- und Zeitaufwand verringert wird. Und dennoch konsistente, professionelle Fotos entstehen. Oft genug portraitiere ich Mitglieder eines Vorstands oder Gremiums während einer ihrer Sitzungen – d.h. jeder einzelne hat einen Zeitaufwand von nur wenigen Minuten, während denen er die Sitzung verlässt und fotografiert wird. Außerdem erhalten Sie als Unternehmer so eine Foto-Serie „aus einem Guss“ – die Porträts gleichen sich also in Lichtführung und Hintergrundgestaltung.
    Wenn Sie hingegen Produktfotos benötigen, sollten Sie einen Fotografen mit einem geeigneten Studio vorziehen. Nur hier entstehen der Raum und die Ruhe, um exakte, brillante Sachaufnahmen zu produzieren.
  3. Werkzeugkoffer
    In diesem Punkt widerspreche ich den Ansichten meines Kollegen, der großes Augenmerk auf die Werkzeuge legt und verschiedenste Gadgets als Voraussetzung aufzählt. Fakt ist, dass ein Profi mit professionellem Werkzeug arbeiten muss, und zwar blindlings. Als Kunde dürfen und müssen Sie heutzutage technisch perfekte Ergebnisse erwarten. Ob diese mit Canon oder Nikon produziert werden, ist unwichtig. Noch wichtiger ist meines Erachtens aber die Authentizität und Aussage der Fotos, die mit technischen Spielereien nicht aufgewogen werden kann. Equipment kann problemlos geliehen werden – aus meiner Sicht also kein Entscheidungsgrund für oder gegen einen Fotografen. Ich plädiere ebenso dafür, sich bei der Betrachtung des Portfolios nicht von (beeindruckenden) Panorama-, HDR- oder Drohnenfotos blenden zu lassen. Sie alle haben ihre Berechtigung und repräsentieren möglicherweise die Spezialität des Fotografen. Wenn es genau das ist, was Sie suchen: wunderbar. Wenn (wie so oft) Computer-Technik einen Mangel an Ästhetik oder handwerklichen Grundkenntnissen kaschieren soll, seien Sie auf der Hut!
  4. Chimping
    Technisch stehen heute jedem Fotografen einige Möglichkeiten zur Verfügung, Ihnen noch vor Ort Bildergebnisse zu präsentieren. Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorn, wenn man sich überlegt, dass noch vor 15 Jahren mit viel Mühe das ein oder andere Polaroidbild gemacht wurde, um z.B. die Belichtung zu kontrollieren. Sie können sich also glücklich schätzen, wenn Sie nach dem Shooting gleich die ersten Ergebnisse ansehen können und einen ersten Eindruck erhalten. Die Euphorie meines Kollegen teile ich aber nicht. Es ist keine Arroganz, sondern Erfahrung, die mir sagt: Grade mit Kunden, von denen ich Portraits mache, wähle ich nicht während eines Shootings Bilder aus! Gerne im Anschluss, ja. Die gestalterische Erfahrung habe ja ich als Fotograf viel mehr als mein Kunde – deshalb wurde ich doch gebucht!
    Sie aber haben als Auftraggeber glücklicherweise die Wahl, ob Sie lieber jedes Bild sofort auf einem Breitwandmonitor sehen möchten – oder jemandem wie mir vertrauen wollen und im Anschluss das ein oder andere Preview genießen möchten. Wichtig ist, dass Sie sich zuvor darüber klar werden und dies mit Ihrem Fotografen-Favoriten besprechen.
  5. Was auf dem Deckel steht
    Hier kann ich den Worten meines Kollegen aus Berlin nur mit Unverständnis begegnen. Ich zitiere: „Was nützt Ihnen ein vermeintlich günstiges Angebot, wenn Sie am Ende nur jeweils ein oder zwei Fotos in einer bestimmten Größe erhalten und für den Einsatz zu Werbezwecken oder in anderen Bildgrößen extra zahlen müssen?! Es gibt auch Fotografen, die Nutzungsrechte zeitlich befristen oder auf die Nennung des Urhebers in allen Verwendungsformen bestehen. Das kann schnell lästig oder teuer werden.“ Ein günstiges Angebot, welches genau die von Ihnen benötigten Nutzungsrechte umfasst, nützt selbstverständlich Ihnen, lieber Kunde. Denn andernfalls würden Sie für Rechte bezahlen, die Sie gar nicht brauchen. Nämlich zu viel. Genau dasselbe gilt für eine zeitliche Befristung der Nutzung: Sie bezahlen womöglich deutlich zu viel für die unbefristete Nutzung eines Fotos, dass Sie möglicherweise nur einmalig verwenden. Im Übrigen ist die Nennung des Urhebers nichts, worauf dieser unverschämterweise „besteht“, sondern der Normalfall, geregelt durch geltendes Recht. Mir scheint, dass der zitierte Fotograf aus Berlin die Auseinandersetzung mit diesen Punkten selbst als „lästig“ erachtet. Über das Thema Nutzungsrechte und deren Vorzüge für Sie als Kunde habe ich auf meinem Blog schon häufig genug geschrieben. Sollten Sie anderer Ansicht sein, was vollkommen legitim ist, haben Sie Ihre Wahl des geeigneten Fotografen jetzt bereits eingegrenzt. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass das Angebot eines Fotografen offen die Kosten und Nutzungsrechte benennt, damit Sie später eben nicht in die Situation kommen, dass unerwartete Folgekosten entstehen.
  6. Pixel-Shampoo
    Ein sicherlich wichtiger Punkt bei der Wahl des Fotografen ist die Frage, ob und wie gut dieser die Fotos nachbearbeitet. Hier tun sich riesige Unterschiede im Können auf, die aber entscheidenden Einfluss auf die erzielte Werbewirkung haben können. Die besten Photoshop-Fails kennen Sie aus dem Netz. Sie möchten aber auch vermeiden, dass Ihnen Ihr Grafiker später sagt, die Daten seien nicht druckfähig. Oder noch besser: Sie bekommen die Fotos direkt aus der Kamera, so, wie der Prozessor die Welt sieht. Zu analogen Zeiten hätte es keinen Fotografen gegeben, der seinem Kunden einfach ein paar Negative in die Hand drückt. Wer nicht selbst nachbearbeitet, sollte dies zumindest für Sie handeln können und mit jemandem für die Post-Production zusammen arbeiten. Klären Sie dies besser im Vorhinein.
  7. Beziehungsweise
    Die Professionalität, die Verlässlichkeit und das Vertrauen zu Ihrem langjährigen Fotografen ist letztlich etwas, was man kaum mittels einer Checkliste prüfen kann, sondern etwas sehr persönliches, etwas, was sich entwickelt und wächst. Selbstverständlich entscheidet hier viel Bauchgefühl – und das ist auch gut. Tun Sie Sich und Ihrem Fotografen den Gefallen, offen miteinander umzugehen und kleine Missverständnisse auszuräumen. Der prädestinierte Kandidat dankt es mit kontinuierlich professioneller Arbeit, die nicht auf Zufallstreffern beruht. Bitte lesen Sie insbesondere zu diesem Punkt auch mein Plädoyer.

Diese Auflistung versteht sich zunächst nur als Antwort und Erweiterung eines Beitrags von „Capital Headshots“, den ich kürzlich las. Ich werde in Ihrem Interesse versuchen, weitere relevante Punkte zu ergänzen und freue mich selbstverständlich auch auf Ihren Input!

Joblog: Imagefotos für das Wein Cabinet Briem

Das Wein Cabinet Briem zählt zu den besten Weingeschäften Deutschlands. Und läuft so gut, dass jetzt eine Filiale eröffnet wurde. Nach dem ersten Shooting vor 3 Jahren wurde ich erneut beauftragt, Imagefotos für Website, Flyer und Broschüren zu produzieren. Ich wünsche der Familie Briem und dem Team ganz viel Erfolg!

Lesetipp: Authentische Gesichter im Focus

Che-TillDas Magazin „Rhein Wupper Manager“ berichtet anlässlich meines Umzugs aktuell über Till Erdmenger – Businessfotos. In einem lesenswerten Artikel werden die Ansprüche, die ich an die Produktion authentischer Unternehmensfotos lege, dargestellt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Artikel bei Gefallen auch an Geschäftspartner, Kollegen und Freunde weiterleiten und mich damit beim Neustart in Bergisch Gladbach unterstützten! Vielen Dank!

Sie können den Magazin-Artikel hier als PDF herunterladen.