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Ausstellungstipp: „Industrie als Motiv“ in Köln

Über die kommende Ausstellung von Fotografien von E.O. Hoppé hatte ich hier bereits berichtet. Der wiederentdeckte Porträt- und Industriefotograf hat u.a. einige Jahrzehnte vor mir den berühmten „Coat Hanger“, die Sydney Harbour Bridge, fotografiert – damals noch im Bau befindlich.

Zeitgleich findet in der „Photographischen Sammlung“ der SK Stiftung Kultur (Im Mediapark 7, 50670 Köln) die Ausstellung „Industrie als Motiv“ statt und lockt mit Aufnahmen von Bernd und Hilla Becher, Albert Renger-Patzsch und August Sander. Der Veranstalter schreibt dazu:

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August Sander: Hohenzollernbrücke, Köln, 1927 © Rheinisches Bildarchiv Köln, 2017

Der Industriedarstellung kommt im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur eine wichtige Bedeutung zu. In der Gruppenausstellung wird eine Auswahl an Werkgruppen zum Thema vorgestellt, die die Zeitspanne seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er-Jahre reflektiert. Entsprechend des technischen Fortschritts und den Entwicklungen auf künstlerisch-photographischem Gebiet werden vielfältige Momente veranschaulicht.

Während sich der aus dem Westerwald stammende Peter Weller am Ende des 19. Jahrhunderts unter landschaftlich-architektonischen Aspekten den Hüttenwerken des Siegerlandes näherte, dokumentierte Ruth Hallensleben in vielen ihrer Auftragsarbeiten für die Schwerindustrie zentrale Betriebe, eingeschlossen sozialer Einrichtungen. August Sanders wenig bekannte Mappe „Mensch und Maschine“ erweitert seine typologisch ausgerichtete Portraitkunst um einen reportagehaften Blickwinkel. In den 1950er- und 1960er-Jahren werden industrielle Motive zunehmend auch von Vertretern der „subjektiven fotografie“ in ihre experimentellen Bildstudien einbezogen.

Ein photographischer Ansatz, der für Bernd und Hilla Becher von maßgeblicher Bedeutung war und exemplifiziert wird, ist die sachlich konzeptuelle Dokumentation einer gesamten Anlage, hier etwa eines Bergwerks. Claudia Fährenkempers Bildreihe über den Aufbau eines Schaufelradbaggers im Braunkohletagebau Hambach schließt sich hier stilistisch gut an. Nicht zuletzt zeigen Joachim Brohms Photographien aus der Serie „Industriezeit“ von 1990 Spuren und Verweise einer zu Ende gegangenen Ära im Ruhrgebiet, die 100 Jahre zuvor noch fest verankert und zukunftsweisend erschien.

Pressepreview: Dienstag, 4. April um 11 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 5. April um 19 Uhr
Ausstellung: 6. April bis 30. Juli 2017

Ausstellungen geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr.
Karfreitag, 14. April, geschlossen, alle weiteren Feiertage geöffnet!

Eintritt: 5,50 € (ermäßigt 3 €), erster Montag im Monat freier Eintritt!
Kombiticket mit dem Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln: 7 € (ermäßigt 4 €)
Regelmäßige Führung: Jeden Sonntag um 15 Uhr, Kosten: regulärer Eintritt + 2 € Führungsgebühr

Ausstellung-Tipp: Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret

Die „Photografische Sammlung der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn“ zeigt im kommenden Jahr eine spannende Ausstellung, die sich mit der Industrialisierung und den daraus resultierenden Konsequenzen für den Menschen, die Landschaft sowie den damit aufkommenden neuen bildnerischen Formen auseinandersetzt.

Wer nach diesen Bandwurmsätzen jetzt noch weiterliest, darf sich auf die faszinierenden Industriefotos von Emil Otto Hoppé freuen, eines deutschen Fotografen, der bereits im Jahr 1900 nach London übersiedelt war und dort schon bald sein erstes Atelier eröffnete. Die Beschäftigung Hoppés mit dem Thema der Industrie im frühen 20. Jahrhundert dokumentiert sich in seinen weltweit in vielen unterschiedlichen Betrieben entstandenen Aufnahmen. Daneben war Hoppé, der 1972 im Alter von 94 Jahren starb, vor allem als Reise- und Portraitfotograf bekannt.

Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret
Ausstellung kuratiert und organisiert von Fondazione MAST, Bologna und der E. O. Hoppé Estate Collection/Curatorial Assistance, California
6. April – 30. Juli 2017

Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7, 50670 Köln
Telefon: 0049-(0)221-88895 300, Fax: 0049-(0)221-88895 301
photographie@sk-kultur.de, www.photographie-sk-kultur.de

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Täglich von 14 bis 19 Uhr, mittwochs geschlossen, an jedem ersten Montag im Monat Eintritt frei.

Abbildungen: Emil Otto Hoppé © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection, mit freundlicher Genehmigung der SK Stiftung Kultur.

Sydney Harbour Bridge from the North Side, Australia, 1930

Emil Otto Hoppé: The Sydney Harbour Bridge Under Construction, Sydney from North Sydney, 1930 © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection

Bridge and Carriage, Philadelphia, USA, 1926

Emil Otto Hoppé: Delaware Bridge, Philadelphia, Pennsylvania, 1926 © 2017 Curatorial Assistance, Inc. / E.O. Hoppé Estate Collection

Ausstellungstipp: Mit anderen Augen. Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie

Die SK Stiftung Kultur zeigt im kommenden Jahr etliche interessante Foto-Ausstellungen und beginnt Ende Februar mit einem Blick auf  zeitgenössische Portraits:

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Jerry L. Thompson, Williamsburg, Music Hall Stage Door, 06.05.2013; © Jerry L. Thompson. Mit freundlicher Genehmigung der SK Stiftung Kultur.

In der aktuellen Kunst – und hier vor allem in der Photographie – zählt das Porträt zu den wichtigen und sich immer wieder neu formulierenden bildnerischen Inhalten. Ästhetische Ansätze reichen vom Dokumentarischen bis zur Inszenierung, von der Reflexion ikonografischer Bildtraditionen bis hin zur künstlerischen Beschäftigung mit Aspekten der Amateurfotografie oder der Abstraktion als formale Auseinandersetzung mit dem Thema. Sich der Vielschichtigkeit, der Geschichte und Aktualität des Themas anzunähern, ist das Anliegen der geplanten Ausstellungskooperation.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler im Kölner Ausstellungsteil (Raum 1):
Hiroh Kikai (Japan), Charles Fréger (Frankreich), Jerry L. Thompson (USA), Albrecht Tübke (Deutschland/Italien), Mette Tronvoll (Norwegen), Pepa Hristova (Bulgarien/Deutschland), Pieter Hugo (Südafrika), Mark Neville (Großbritannien), Joerg Lipskoch (Deutschland)
Parallel wird eine Auswahl aus der hauseigenen Sammlung gezeigt (Raum 2):
Diane Arbus, Jim Dine, Francesco Neri, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Judith Joy Ross, Thomas Ruff, August Sander, Oliver Sieber, Rosalind Solomon, Albrecht Tübke.

Das Projekt wird begleitet von einem umfangreichen Katalogbuch, erscheint im Snoeck Verlag Köln. Mehrere Veranstaltungen finden während der Laufzeit in beiden Häusern statt.

Im Laufe des Jahres folgen diese Ausstellungen: Der typologische Blick – Ausstellung für Hilla Becher (13. Juni – 3. Juli 2016), Max Regenberg. URBAN DECORATIONS – die dekorierte Stadt (15. Juli – 16. Oktober 2016) und Hans Eijkelboom, photographische Konzepte 1970er-Jahre bis heute
(3. November 2016 – 19. März 2017).

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, Tel.: 0221/888 95 300, www.photographie-sk-kultur.de
Ausstellung öffnet täglich außer mittwochs, 14 -19 Uhr, Eintritt: 4,50 € (ermäßigt 2 €), montags freier Eintritt (Öffentliche Führungen jeden Sonntag um 15 Uhr – Teilnahmegebühr 2 € plus Eintritt)

Lesetipp: Authentische Gesichter im Focus

Che-TillDas Magazin „Rhein Wupper Manager“ berichtet anlässlich meines Umzugs aktuell über Till Erdmenger – Businessfotos. In einem lesenswerten Artikel werden die Ansprüche, die ich an die Produktion authentischer Unternehmensfotos lege, dargestellt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Artikel bei Gefallen auch an Geschäftspartner, Kollegen und Freunde weiterleiten und mich damit beim Neustart in Bergisch Gladbach unterstützten! Vielen Dank!

Sie können den Magazin-Artikel hier als PDF herunterladen.

Ausstellung: Elliott Erwitt – KOLOR

Che Guevara © Elliott Erwitt 1964. Mit freundlicher Genehmigung der in focus Galerie, Köln

Che Guevara © Elliott Erwitt 1964. Mit freundlicher Genehmigung der in focus Galerie, Köln

Die in focus Galerie begeht im Januar 2015 ihr 25-jähriges Galeriejubiläum. In Deutschland gibt es nur wenige Galerien, die über 25 Jahre in einer kontinuierlichen Arbeit ausschließlich Fotografien präsentiert haben. In den vergangenen 25 Jahren wurden in über 140 Ausstellungen neben berühmten Fotografen wie z.B. Lucien Clergue, Bruce Davidson, Elliott Erwitt, Franco Fontana, Greg Gorman, F.C. Gundlach, Thomas Hoepker, Susan Meiselas, Marc Riboud, Willy Ronis, Jan Saudek oder Jeanloup Sieff auch viele neue Talente wie Peikwen Cheng, Thomas Kellner, Vadim Gushchin, Arno Rafael Minkkinen, Hans Jürgen Raabe, William Ropp oder Susan Dobson zum Teil erstmals in Deutschland vorgestellt.

Die Jubiläumsausstellung im Januar 2015 wird als weltweite Premiere Fotografien eines der berühmtesten Fotografen der Welt zeigen. Es sind Fotografien eines erfüllten Arbeitslebens, die bis heute im Archiv des Künstlers nur darauf gewartet haben, in dieser Ausstellung gezeigt zu werden.

ELLIOTT ERWITT – „KOLOR“

In dieser Ausstellung wird eine vom Galeristen Burkhard Arnold und vom Fotografen Elliott Erwitt gemeinsam zusammengestellte Auswahl von 45 bedeutenden Farbarbeiten präsentiert. Noch nie wurden diese Fotografien des durch seine ironisch-intelligenten Straßen- und Hundefotografien berühmt gewordenen Fotografen gezeigt.

„Farbe ist beschreibend. Schwarz-Weiß ist interpretierend.“, so der Fotograf in seinen eigenen Worten. Elliott Erwitt arbeitet zweigleisig. Zum einen arbeitet er, vornehmlich in Farbe, in der Auftragsfotografie und der Werbung und zum anderen widmet er sich in seiner Freizeit seinem Hobby, dem zwanglosen Umherstreifen mit seiner Leica. Die so entstandenen Schwarz-Weiß-Arbeiten sind die, für die er heute am bekanntesten ist. Weltweit erstmalig werden nun die farbigen Arbeiten in der Kölner in focus Galerie präsentiert. Die Ausstellung trägt den Titel des gleichnamigen Buches: KOLOR, herausgegeben vom teNeues Verlag, 2014. Als Hommage und subtile Anspielung an George Eastman, den Mitbegründer der Firma Kodak, gedacht, werden Erwitts nie zuvor in Buchform publizierten Farbarbeiten gezeigt. Die 45 ausgewählten Arbeiten der Ausstellung präsentieren die Essenz seines umfangreichen Archivs, von denen viele Arbeiten beinahe in Vergessenheit geraten wären. „Ganz egal, ob es sich um Weltenlenker, Hollywoodstars, ganz normale Menschen oder kesse Showgirls handelt – die Motive bringen die Erwitt eigene, trockene und eklektische Sensibilität zum Ausdruck. Von Marktplätzen bis zu Militärlagern, Las Vegas bis Venedig – es ist eine vielseitige Mischung aus sorgsam beobachteten öffentlichen und privaten Kuriositäten.“ (Christoph Schroeter für rp-online.de).

Eröffnung am Samstag, den 10.01.2015 von 18 – 21 Uhr
Prof. Klaus Honnef spricht zur Eröffnung.

Öffnungszeiten:
bis 11.02.2015: Di. – Fr. 16 – 19 Uhr, Sa. 11 – 18 Uhr
bis zum 25. März gerne nach Vereinbarung

Pressemitteilung der Galerie

Zum Glück erkennt das Gericht, wie wenig ein Urhebernachweis im Bild zu suchen hat …

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Im Rückgriff auf meinen Beitrag Gericht klärt: Sichtbarer Urheberhinweis ist nötig sei an dieser Stelle die aktuelle Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Köln ergänzt: Die Möglichkeit, ein Bild losgelöst von der Website über seine ureigene URL anzuzeigen, ist eine technische Begleiterscheinung der Bild-Nutzung im Internet, keine abgabenpflichtige Zweitverwertung. Das ist nicht nur korrekt, es ist auch beruhigend, die manchmal abstrusen Auswüchse der Rechtsprechung zurecht zu stutzen.

August-Sander-Feiertag in Köln

August Sander: Das Brühler Schlossquartet, um 1922 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur –  August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

August Sander: Das Brühler Schlossquartet, um 1922
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur –
August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

Der 18. Mai wird von der „SK Stiftung Kultur“ zum August-Sander-Feiertag ernannt – denn nach dem bedeutenden Fotografen aus Köln wird ein Park in der Stadt benannt. Über die derzeit laufende Ausstellung hatte ich kürzlich berichtet. Am 18.05. findet eine öffentliche Führung durch die Asstellung statt. Außerdem wird es Vorträge und ein Konzert geben. Hier der Pressetext zum 18. Mai:

August Sander (1876-1964) zählt zu den Wegbereitern der sachlich-dokumentarischen Photographie. Er führte ein Atelier in Köln-Lindenthal, bis er aufgrund der Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs die Stadt verlassen musste und in den Westerwald umzog. Sein mehrere Hundert Portraitphotographien umfassendes Kulturwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ machte ihn weltberühmt. Darin enthaltene Motive wie die „Jungbauern, 1914“ gehören zu den Klassikern der Photographiegeschichte.

Anlässlich des 50. Todestages des bedeutenden Photographen begeht die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur am Sonntag, 18. Mai den „Feiertag für August Sander“ zeitgleich mit dem Internationalen Museumstag und im Rahmen der laufenden Jubiläumsausstellung:

August Sander – Meisterwerke und Entdeckungen

Die Schau mit rund 350 originalen Exponaten gibt eine kaleidoskopische Sicht auf mehrere Themenbereiche, die Sander in einem Zeitraum von fünf Jahrzehnten bearbeitete. Sie bietet einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf das Schaffen von August Sander. Die Ausstellung, die noch bis zum 3. August diesen Jahres zu sehen ist, stellt bekannte Themen in einen Gesamtkontext und macht damit bis dahin unbekannte Zusammenhänge sichtbar. Freie künstlerische Arbeiten werden neben Auftragsarbeiten, bekannte neben unbekannten Motiven gezeigt. Die unterschiedlichen Ausarbeitungen, vom Kontaktabzug über das gerahmte Bild für den Auftraggeber bis hin zum Abdruck im Buch, lassen die Wirkungsweisen von Bildern nachvollziehen. Viele der Arbeiten sind weltweit das erste Mal zu sehen.

Das Programm zum „Feiertag für August Sander“ startet um 12 Uhr mit der Einweihung des August-Sander-Parks auf der Grünfläche hinter dem Gebäude Im Mediapark 7. Daran schließt sich um 13.30 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung an. Um 15 Uhr findet der Vortrag: „Zur Werkgenese von August Sander“ von Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, statt. Um 16.30 Uhr wird eine Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Rajka Knipper angeboten. Zu allen vorgenannten Veranstaltungen ist der Eintritt anlässlich des Museumstags frei. Den „Feiertag für August Sander“ schließt ein Konzert um 19 Uhr (Einführung um 18 Uhr) ab, das in Erinnerung an Komponisten, die August Sander porträtiert hat, konzipiert wurde. Der Eintritt in das Konzert beträgt 10 Euro.

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