Schlagwort-Archive: Kunst

Schmöker-Tipp: Die surrealen, gemäldeartigen Fotos des Gregory Crewdson

Die melancholischen, traurig-realen Vorstadt-Gemälde von Edward Hopper sind mir seit frühester Kindheit vertraut und ich mag sie sehr. Vermutlich deshalb gefallen mir die Fotografien von Gregory Crewdson so gut – diesen kannte ich bis vor Kurzem noch nicht. Wer grade nichts anderes zu tun hat, kann ein bisschen Schmökern und nach den diversen Fundstellen zu diesem amerikanischen Fotografen suchen … viel Spaß!

Das oben gezeigte Foto stammt im übrigen von mir, ich habe es einst in den USA auf Dia-Film belichtet.

Das ist neu: Der Businessfoto-Shop

Till Erdmenger – Businessfotos hat jetzt einen Shop! Das ist ganz neu. Wieso, weshalb, warum das so ist, beschreibe ich hier. Und wie es sich bewährt, werden wir sehen.

Als Profi kann man heute nicht mehr Bilder auf CDs oder USB-Sticks verschicken, erst Recht nicht an Businesskunden. Fotos werden heute online ausliefert. Dazu verwende ich seit vielen Jahren OneDrive oder Box – und es funktioniert. Jetzt habe ich mich allerdings auch mal mit den verschiedenen Fotografen-Shop-Anbietern auseinandergesetzt.

Bislang hatte ich gedacht, wenn ich mal mehr Komfort brauche, eröffne ich einen Account bei PicDrop. Nach wie vor scheint mir dieses System sehr gut auf professionelle Bedürfnisse abgestimmt zu sein. Allerdings gibt es auch immer wieder Kunden, die wirklich noch analoge Vergrößerungen von ihren Fotos haben möchten. Ich finde diesen Anachronismus sehr charmant und bin der Meinung, es werden heutzutage viel zu wenig Fotos vergrößert. Das haptische Erlebnis, die Freude über ein schönes Foto in einem Bilderrahmen und nicht zuletzt die viel sichere Archivierbarkeit von Abzügen – das alles verschenkt man mit den vielen ungesehenen Digitalbildern auf den Festplatten dieser Welt. Da der vorgenannte Anbieter keine Anbindung an ein Fotolabor bietet, musste ich mich umsehen. „Fotograf.de“ ist ein solcher Shop-Betreiber, bei dem man echte Poster von seinen Fotos verkaufen kann. Die bieten jede Menge Features, konnten mich allerdings aus einem simplen Grund nicht überzeugen: Nirgends fand ich Hinweise auf die Laufzeiten des Vertrags, den ich als Fotograf mit Fotograf.de eingehen würde. Ich bin jetzt bei dem Anbieter Pictrs.com gelandet und fühle mich dort gut aufgehoben.

Wieso brauche ich als Businessfotograf also einen Online-Shop? Wie erwähnt gibt es Kunden, die meine Fotos so gut finden, dass sie sich Vergrößerungen davon an die Wand hängen. Manche Kunden kaufen möglicherweise in erster Linie Abzüge statt Daten, beispielsweise bei der Dokumentation von (Firmen-)Veranstaltungen. Und zu allem Überfluss habe ich jetzt auch mehrere Galerien eingerichtet, in denen ich Fotos aus meinen freien Projekten zeige und zum Kauf anbiete. Wünschen Sie mir Glück und Erfolg damit und erzählen Sie es weiter! Die Adresse lautet shop.erdmenger.de!

Clash of Rechtsverständnis: Befassen Sie sich mit den Vorteilen, die Ihnen Nutzungsrechte bringen!

Ich sehe mich immer wieder damit konfrontiert, dass potentielle Kunden keinerlei Erfahrung mit dem Thema Nutzungsrecht haben. Solange dies nicht mit einem Widerwillen gegen das Kennenlernen von Neuem einhergeht, lässt sich über die Vorteile perfekt zugeschnittener Nutzungsrechte sehr nett plaudern. Manchmal herrscht zu meinem Bedauern aber auch ein realitätsfernes Rechtsverständnis in den Marketingabteilungen vor, wie sich aus diesem Zitat ablesen lässt: „[…] aber wir lassen uns nicht auf unsere eigenen Fotos Lizenzgebühren aufschlagen und auch noch zeitlich begrenzen.“ Bei allem Respekt – Sie als Kunde können niemals „Eigentum“ an meinen Fotos erwerben. Ich kann nur empfehlen, sich einmal mit dem deutschen Urheberrechtsgesetz auseinanderzusetzen. Ein Auftraggeber erwirbt gegen Zahlung einer Lizenzgebühr die nötigen Rechte zur Nutzung der Fotos. Er „leiht“ sie, wenn man so will.

Es scheint eine weit verbreitete (allerdings nicht zutreffende) Ansicht zu sein, mit dem Bezahlen des Honorars ginge das Eigentum an Fotos auf den Auftraggeber über. Das Honorar dient jedoch lediglich der Herstellung der Fotos. Anders als bei handwerklichen Leistungen, sagen wir der Herstellung eines Küchentischs, geht anschließend jedoch nicht das Eigentum an den Fotos auf den Auftraggeber über. Hierin unterscheidet sich der Künstler vom Klempner. Sein Werk ist urheberrechtlich geschützt.

Das Urheberrecht ist unveräußerlich. Es sieht beispielsweise vor, dass der Urheber das ausschließliche Recht zur Verwertung besitzt. Will er einem Kunden die (kommerzielle) Nutzung seiner Fotos ermöglichen, muss er zwangsläufig diesem Kunden ein spezifisches Nutzungsrecht einräumen. In aller Regel geht man davon aus, dass dies gegen Bezahlung geschieht. Ich warne vor der Vorstellung, man würde Fotos vollumfänglich und mit allen Freiheiten zur Verwertung erwerben, nur weil ein naiver Fotograf keine Lizenzgebühr fordert oder nichts von Nutzungsrechten in sein Angebot schreibt. Damit kann der Kunde gewaltig auf die Nase fallen. Bittere Rechtsstreitigkeiten sind häufig die Folge, und genau davor möchte ich Sie mit der penetranten Wiederholung von Artikeln über Nutzungsrechte bewahren. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Unter den Stichworten „Nutzungsrecht“ und „Lizenz“ finden Sie auf diesem Blog jede Menge Lesematerial für die stillen Tage zwischen den Jahren!

Dada – und das seit 100 Jahren …

Dieser Tage jährt sich die Gründung des „Cabaret Voltaire“ zum 100. Mal – und damit die Geburtsstunde von „Dada“, jener Nonsens-Kunst, die vielmehr als „Anti-Kunst“ intendiert war. Gegen überkommene Traditionen und festgefahrene Gesellschaftsstrukturen schnippelten die Künstler unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg und bis in die 30er Jahre hinein Collagen aus Fotos und Zeitungsausschnitten, dichteten „Gedünne“ und komponierten Ursonaten. Als Kind Hannovers bin ich also gradezu genetisch verpflichtet, auf dieses Jubiläum hinzuweisen, denn Kurt Schwitters, ebenfalls Hannoveraner, war sicher einer der bekanntesten Vertreter dieser Kunstrichtung, der treffend feststellte, dass Anna von vorne wie von hinten immer Anna bliebe und Hunde in Hannover an die Leine zu führen seien. Mehr über Dada lesen Sie z.B. auf Spiegel online. Das Deutschlandradio sendet am kommenden Freitag, 5.02., den ganzen Tag über Dada. Und das Quatschgedicht oben stammt von meinem Vater, selbst Künstler und großer Fan dieser Kunst, der es vermutlich in den 60ern persönlich aufschrieb.

© Till Erdmenger – Businessfotos

Ausstellung: Wenders-Fotos in Düsseldorf

Wim Wenders, der Regisseur, ist vielen bekannt. Dass er „Fotografie als Auszeit“ ansieht und diesem Hobby nachgeht, versteht sich fast von selbst – das machen alle Stars und Promis, weil es so viel Spaß macht. Bei Wenders meine ich das nicht einmal ironisch, denn er ist als Filmemacher ein Ästhet, ein Augenmensch. Und das er als solcher Augenblicke, Licht, Szenen im Vorübergehen festhalten möchte, kann ich sehr gut nachvollziehen. Nun widmet der Düsseldorfer Kunstpalast dem gebürtigen Düsseldorfer eine Ausstellung mit großformatigen Fotografien aus aller Welt. Informationen und ein Interview finden Sie dazu auf den Seiten der WAZ. Da die Website des Kunstpalasts derzeit nicht erreichbar ist, illustriere ich den Artikel mit einem eigenen Landschaftsfoto, das ich spontan ausgesucht habe. Es stammt aus Rügen.

© Till Erdmenger – Businessfotos

Fotostil: Für die Masse oder für die Seele?

In unnachahmlicher Gleichzeitigkeit sind derzeit zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die (Landschafts-)Fotografie zu lesen. Die eine repräsentiert den analytischen und pragmatischen Blickwinkel: Die PhotoPresse zitiert Ergebnisse von Shutterstock, nach denen in diesem Jahr vor allem unscharfe Hintergrundmotive gefragt sein werden. Bokeh muss sein. Ungewöhnliche Perspektiven – vor allem die Draufsicht. Florales, pastelliges, sanftes. Dies werden die meistgesuchten und bestverkauften Bilder 2015 sein. Den Gegenentwurf hält PetaPixel bereit mit der Frage, wo in diesem aufpolierten, dem selbstdefinierten Massengeschmack entsprechenden Ästhetizismus denn eigentlich die Seele des Schaffenden, die Kunst stecke? Ich glaube, diese Positionen machen „unser“ Fach, die Fotografie, so ambivalent und interessant. Als Künstler geht es mir darum, meine Seele nicht verkaufen zu müssen, als Geschäftsmann muss ich aber gewissen Strömungen, die auch Kundenwünsche formen, nachkommen. Sich darin nicht zu verlieren und seine eigene Handschrift sichtbar zu machen, ist  eine fantastische Herausforderung! Und obendrein schöner Lesestoff für einen verschneiten Nachmittag 😉

Ausstellung: Elliott Erwitt – KOLOR

Che Guevara © Elliott Erwitt 1964. Mit freundlicher Genehmigung der in focus Galerie, Köln

Che Guevara © Elliott Erwitt 1964. Mit freundlicher Genehmigung der in focus Galerie, Köln

Die in focus Galerie begeht im Januar 2015 ihr 25-jähriges Galeriejubiläum. In Deutschland gibt es nur wenige Galerien, die über 25 Jahre in einer kontinuierlichen Arbeit ausschließlich Fotografien präsentiert haben. In den vergangenen 25 Jahren wurden in über 140 Ausstellungen neben berühmten Fotografen wie z.B. Lucien Clergue, Bruce Davidson, Elliott Erwitt, Franco Fontana, Greg Gorman, F.C. Gundlach, Thomas Hoepker, Susan Meiselas, Marc Riboud, Willy Ronis, Jan Saudek oder Jeanloup Sieff auch viele neue Talente wie Peikwen Cheng, Thomas Kellner, Vadim Gushchin, Arno Rafael Minkkinen, Hans Jürgen Raabe, William Ropp oder Susan Dobson zum Teil erstmals in Deutschland vorgestellt.

Die Jubiläumsausstellung im Januar 2015 wird als weltweite Premiere Fotografien eines der berühmtesten Fotografen der Welt zeigen. Es sind Fotografien eines erfüllten Arbeitslebens, die bis heute im Archiv des Künstlers nur darauf gewartet haben, in dieser Ausstellung gezeigt zu werden.

ELLIOTT ERWITT – „KOLOR“

In dieser Ausstellung wird eine vom Galeristen Burkhard Arnold und vom Fotografen Elliott Erwitt gemeinsam zusammengestellte Auswahl von 45 bedeutenden Farbarbeiten präsentiert. Noch nie wurden diese Fotografien des durch seine ironisch-intelligenten Straßen- und Hundefotografien berühmt gewordenen Fotografen gezeigt.

„Farbe ist beschreibend. Schwarz-Weiß ist interpretierend.“, so der Fotograf in seinen eigenen Worten. Elliott Erwitt arbeitet zweigleisig. Zum einen arbeitet er, vornehmlich in Farbe, in der Auftragsfotografie und der Werbung und zum anderen widmet er sich in seiner Freizeit seinem Hobby, dem zwanglosen Umherstreifen mit seiner Leica. Die so entstandenen Schwarz-Weiß-Arbeiten sind die, für die er heute am bekanntesten ist. Weltweit erstmalig werden nun die farbigen Arbeiten in der Kölner in focus Galerie präsentiert. Die Ausstellung trägt den Titel des gleichnamigen Buches: KOLOR, herausgegeben vom teNeues Verlag, 2014. Als Hommage und subtile Anspielung an George Eastman, den Mitbegründer der Firma Kodak, gedacht, werden Erwitts nie zuvor in Buchform publizierten Farbarbeiten gezeigt. Die 45 ausgewählten Arbeiten der Ausstellung präsentieren die Essenz seines umfangreichen Archivs, von denen viele Arbeiten beinahe in Vergessenheit geraten wären. „Ganz egal, ob es sich um Weltenlenker, Hollywoodstars, ganz normale Menschen oder kesse Showgirls handelt – die Motive bringen die Erwitt eigene, trockene und eklektische Sensibilität zum Ausdruck. Von Marktplätzen bis zu Militärlagern, Las Vegas bis Venedig – es ist eine vielseitige Mischung aus sorgsam beobachteten öffentlichen und privaten Kuriositäten.“ (Christoph Schroeter für rp-online.de).

Eröffnung am Samstag, den 10.01.2015 von 18 – 21 Uhr
Prof. Klaus Honnef spricht zur Eröffnung.

Öffnungszeiten:
bis 11.02.2015: Di. – Fr. 16 – 19 Uhr, Sa. 11 – 18 Uhr
bis zum 25. März gerne nach Vereinbarung

Pressemitteilung der Galerie