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Kleine Erinnerung: Namensnennung ist Urheberrecht, nicht Werbung!

Aus leider mal wieder gegebenem Anlass eine kleine Erinnerung an alle Geschäftspartner, Kollegen und Leser: Die Nennung des Fotografen bei – lizenzierter – Veröffentlichung professionell angefertigter Fotos ist kein frommer Wunsch des Fotografen und keine freiwillige Werbung des Bild-Nutzers, der sich damit von der Verpflichtung zur Zahlung einer angemessenen Vergütung freikauft. Sondern geltendes Recht – Urheberpersönlichkeitsrecht. Übrigens in vom Fotografen frei gewählter Form, beispielsweise als Internetadresse. Lesen Sie es bitte nach, wenn Sie es nicht glauben wollen. Der bundesdeutsche Justizminister Maas hat kürzlich – wenn auch in anderem Zusammenhang – daran erinnert, dass die Forderung, sich an Recht und Gesetze zu halten, keine Zensur darstelle. Das finde ich ermutigend: Nicht, wer auf (s)ein Recht pocht, sollte schief angesehen werden, sondern derjenige, der sich selbstgerecht das Überschreiten von Regeln und Gesetzen anmaßt.

Tun Sie mir den Gefallen und sparen Sie sich zukünftig die Zeit für Zeilen wie diese: „[…] Deshalb auch das Angebot, dass wir die Quelle mit Kontaktdaten veroeffentlichen und somit fuer Sie werben.“ Geht gar nicht.

Gericht klärt: Sichtbarer Urheberhinweis ist nötig

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Wie sinnvoll ist ein Urheberhinweis im Foto? © Till Erdmenger

Das Landgericht Köln hat erklärt, dass Fotos auf Websites mit einem sichtbaren Nachweis der Bildrechte und des Urhebers versehen sein müssen. Diese Ansicht vertrete ich grundsätzlich auch – das Recht auf Namensnennung ist bereits im Urheberrechtsgesetz geregelt. Schwierig wird die Angelegenheit dadurch, dass die Richter der Ansicht sind, ein schriftlich unterhalb des Bildes angebrachter Hinweis (häufig als Bildunterschrift oder Caption bezeichnet) reiche dafür nicht hinlänglich aus, weil sich das Bild über eine direkte URL auch ohne diesen Text aufrufen ließe. Technisch betrachtet mögen die Juristen Recht haben, praktisch gesehen kann man aber wohl kaum von einer weiteren (möglicherweise unberechtigten) Nutzung des Bildes sprechen. Jede ins Internet geladene Bilddatei hat eine singuläre URL – das geht gar nicht anders. Die Forderung des Gerichts sieht eine mögliche Lösung ihrer Forderung darin, den Urhebernachweis in das Bild hinein zu schreiben. Ich habe schon oft genug über die Nützlichkeit von diesen sogenannten Wasserzeichen philosophiert – und bin ein entschiedener Gegner dieser Methode. Der Hinweis müsste ja groß genug, gut sichtbar im Bild untergebracht werden, an einer Stelle, die man nicht mal eben „abschneiden“ kann oder mit dem Stempel-Werkzeug wegretouchieren. In diesem Fall würde man das Foto aber vollkommen unkenntlich machen. Das dient weder der intendierten Aussage, noch dem Urheber, dessen Werk nicht erkennbar ist. Ganz zu schweigen von der Frage, inwieweit ein Nutzer das Foto durch Anbringung eines ©-Hinweises verändern dürfte.

Aus diesem Grund wird das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, als „Drama“ bezeichnet. Ich würde es sogar treffender als Dilemma bezeichnen, denn grundsätzlich stärkt es die Position der Urheber, in diesem Fall der Fotografen. Nur ist es praktisch nicht umsetzbar. Eine vernünftige, einigermassen sichere Lösung zu finden, sehe ich allerdings als Aufgabe von Medienschaffenden, Web-Programmierern und Computerspezialisten, nicht von Richtern an.

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