Schlagwort-Archive: Zahnarzt

Ein seltenes Fachgebiet: Medizinfotografie

OK_BSC0504

Medizinfotografie im Operations-Saal © Till Erdmenger – Businessfotos

Wenn ich erzähle, dass ich mich mit meiner Unternehmensfotografie vor allem an Kliniken und Ärzte bzw. Zahnärzte wende, meine ich damit heute vor allem Imagefotos – Bilder, die einen werblichen Charakter haben. Ich habe eine Zeit lang aber auch faszinierende Erfahrungen im Bereich der (wissenschaftlichen) Medizinfotografie gesammelt, die mir heute noch zugute kommen. Damit meine ich Fotos, die live während echter Operationen entstanden. Keine leichten Arbeitsbedingungen: Eingepackt in einen OP-Kittel, penibler Abstand von allen sterilen Bereichen, teilweise extreme Nahaufnahmen vom blutigen Operationsfeld, von der Leiter aus über die Schulter des Chirurgen fotografieren – direkt unterhalb der extrem heißen OP-Lampen. Meine Affinität zur Businessfotografie für Kliniken, Arztpraxen und Krankenhäuser liegt in diesen Erfahrungen begründet – und ich fotografiere noch heute gerne „minimal-invasiv“. Die Seite Fstoppers hat aktuell übrigens einen interessanten Artikel über den Medizinfotografen Eneil Simpson veröffentlicht und inspirierte mich zu diesem Artikel 😉

Analoge Businessportraits – geht das Heute noch?

Dass ich vor knapp 2 Jahren meine alte, analoge Canon F1 wieder ausgepackt habe und seitdem wieder sehr gerne und regelmäßig mit diesem System fotografiere, dürfte der ein oder andere Leser dieses Blogs bereits gemerkt haben. Etliche Beiträge und Ergebnisse habe ich hier bereits veröffentlicht. Häufig habe ich seitdem meinen Kunden vorgeschlagen, geplante Produktionen wieder analog zu fotografieren, allerdings selten mit Erfolg. Verständlich dahingehend, als dass die Fotos weniger schnell zur Verfügung stehen, und der gesamte Prozeß doch erheblich komplizierter ist: Filme entwickeln, scannen und nachbearbeiten sind einfach ein paar Schritte mehr.

Vor kurzem habe ich beim Team-Fotoshoot in der MKG-Praxis Dr. Terhorst in Bensberg die Portraits parallel digital und analog fotografiert, um für mich selbst einfach einen Vergleich zwischen Aufwand und Ergebnis zu haben. Ich bin ernüchtert. Wer noch fotografieren gelernt hat, kann selbstverständlich auch tolle Fotos auf Film belichten. Das ganze manuell und scharfgestellt. Die Aufnahmen waren daher – für mich – problemlos zu realisieren. Ich hatte eine Canon New F1 mit dem FD 2,8/100mm Breechlock von 1977 dabei. Während die EOS 5D III auf ISO50 belichtet wurde, hatte ich einen Kodak Gold 200 aus dem Drogeriemarkt eingelegt. In Ermangelung von Fachlaboren wurde der Film dann auch dort entwickelt. Gescannt habe ich mit meinem Epson V700 Photo – dabei testweise neben der mitgelieferten Software auch mit den Trialversionen von Vuescan und Silverfast.

Farblich gute Scan-Ergebnisse hinzubekommen, die dem digital produzierten Foto gleichen, ist schon mal eine Wissenschaft für sich. Ob es das Ziel sein muss, ist natürlich eine andere Frage. Ich hatte jedoch meine Mühe, die Farben in Lightroom so zu bearbeiten, bis sie mir gefielen. Das war mit dem Silverfast-Scan noch am einfachsten hinzubekommen. Beim Zoom auf 1:1 fällt die deutlich geringere Schärfe- und Detailleistung gegenüber dem digitalen File auf: Die Digitalkamera arbeitet einfach knackiger und mit mehr Feinheiten. Hier sei anzumerken, dass der V700 sicherlich auch nicht das Maximum an Schärfe liefert und es bessere Scanner gibt. Ich habe die unterschiedlichen Ergebnisse unten mal zum Vergleich eingefügt.

Was ist aber nun das Resümee? Für die üblichen Foto-Produktionen lohnt sich nach meinem Eindruck der Aufwand analoger Fotos nicht – zumindest bei Farbfotos. Anders sehe ich das bei Schwarz-Weiß-Bildern: Diese kann man zwar sehr ordentlich am Computer aus normalen Farbfotos erzeugen, die Charakteristik eines echten Films aber doch nur schwer nachempfinden. Zudem bietet die S/W-Fotografie mit den unterschiedlichsten Entwicklern und Pull/Push-Entwicklungen ein derart weites Spielfeld, dass im Hinblick auf authentische, echte Fotos kaum Grenzen gesetzt sind. Ein spezieller Look eben, der vielleicht zum Trend wird. Ich gebe die Hoffnung nicht auf …

20161108_drterhorstteam_0131

Das digital fotografierte Portrait, Canon EOS 5D III

20161203_unbenannt_0060-3

Das analog fotografierte Portrait, Scan mit der Epson-Scan-Sotware

20161205_unbenannt_0060

Analoges Portrait, gescannt mit Vuescan

20161206_unbenannt_0060

Analoges Portrait, gescannt mit Silverfast

Joblog: Bildwelt für Kieferorthopädie-Praxis

Businessfoto Zahnarzt-Praxis © Till Erdmenger

Businessfoto Zahnarzt-Praxis © Till Erdmenger

Für ein umfangreiches Fotoshooting war ich in dieser Woche in Remscheid – dank der Lage im bergischen Land und insbesondere der Lage der Praxis in der obersten Etage eines Stadthauses bietet sich dem Patienten eine beeindruckende Fernsicht. Ich weiss nicht, inwieweit Menschen mit Zahnfehlstellungen, denen momentan der Kiefer umgebaut wird, diese Aussicht geniessen können, mir kam der Lichteinfall durch die großen Fensterflächen aber äußerst gelegen, um weitgehend ohne zusätzliche Beleuchtung zu arbeiten und viel klinisch-kühles Weiss in die Bilder zu integrieren. Etliche weitere Beispiele finden Sie auf meinen Seiten bei Facebook.